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Photovoltaik-Ausbau in Deutschland: Östliche Bundesländer stemmen sich gegen den negativen Trend

Photovoltaik-Deutschlandkarte: Zubau 2015 nach Bundesländern
Photovoltaik-Zubau 2015 nach Bundesländern

Der Ausbau der Photovoltaik in Deutschland ist im Jahr 2015 deutlich zurückgegangen. Doch es gibt auch Ausnahmen: So wurde in den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen mehr PV-Leistung installiert als im Vorjahr. Mecklenburg-Vorpommern konnte die Ausbauzahlen nahezu konstant halten. Das zeigen aktuelle Daten der Bundesnetzagentur.

 

Photovoltaik-Ausbau deutlich hinter dem Ziel zurück

Der Photovoltaik-Ausbau blieb 2015 mit insgesamt 1.498 Megawatt deutlich hinter dem Ziel von 2.500 MW pro Jahr zurück, welches sich die Bundesregierung gesetzt hat.

„Nur die östlichen Bundesländer widerstehen erfreulicherweise dem aktuellen Abwärtstrend beim Ausbau der Photovoltaik“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Damit die Solar-Energie die ihr zugeschriebene tragende Rolle im Energiesystem der Zukunft ausfüllen kann, muss sie aber in allen Ländern wieder stärker ausgebaut werden“, so Vohrer.

 

Stärkster Einbruch im Saarland

In Sachsen-Anhalt wurden im Berichtsjahr etwa 22 MW mehr PV-Kapazität als im Vorjahr hinzu gebaut, in Brandenburg 12,6 MW und in Thüringen 5 MW. Bei der neu installierten Leistung gemessen an der Bevölkerungszahl lag im Jahr 2015 ebenfalls Sachsen-Anhalt mit 80,5 Kilowatt (kW) pro 1.000 Einwohner auf Platz eins. An zweiter Stelle folgt Mecklenburg-Vorpommern mit 64,5 kW, an dritter Stelle Brandenburg mit 59,3 kW. Damit lagen diese Länder weit über dem deutschlandweiten Durchschnitt (18,4 kW).

Den stärksten Einbruch unter den Flächenländern verzeichnete prozentual das Saarland mit einem Rückgang von rund zwei Dritteln. Es folgen die Länder Baden-Württemberg und Hessen mit Rückgängen von jeweils 36 Prozent sowie Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit jeweils 32 Prozent.

 

Bayern beim absoluten Photovoltaik-Zubau führend

In absoluten Zahlen war der Freistaat Bayern mit 301 MW beim Photovoltaik-Zubau des Jahres 2015 führend, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 180 MW und Baden-Württemberg mit 164 MW. Bei der installierten Gesamtleistung liegt Bayern immer noch klar an der Spitze (11.395 MW) vor Baden-Württemberg (5.247 MW) und Nordrhein-Westfalen (4.329 MW). Insgesamt sind in Deutschland nun Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 39.698 MW installiert. Die 40-Gigawatt-Marke wird nach Einschätzung der AEE voraussichtlich noch in diesem Jahr überschritten.

„Technologien zum systemverträglichen Ausbau der Photovoltaik stehen bereit. Batteriespeicher bieten die Möglichkeit, die maximale Stromeinspeisung zur Mittagszeit auf 40 bis 60 Prozent der technisch möglichen Leistung zu reduzieren. Zudem können PV-Anlagen mittlerweile auch Systemdienstleistungen anbieten, beispielsweise die Frequenz des Stromnetzes stabil halten“, erklärt Vohrer.

 

Photovoltaik-Anlagen leisten einen Beitrag zur Frequenzhaltung

Als Beitrag zur Frequenzhaltung wurden rund 400.000 Solarstrom-Anlagen so nachgerüstet, dass sie sich bei einer erhöhten Netzfrequenz schrittweise vom Netz trennen. Die Netzbetreiber können zudem im Rahmen des Einspeisemanagements Erneuerbare-Energien-Anlagen vorübergehend abregeln, wenn die Netze den Strom nicht mehr aufnehmen können. Alternativ kann die Einspeisung der Anlagen ins öffentliche Netz auf 70 Prozent der maximal möglichen Leistung begrenzt werden.

Der darüber hinaus produzierte Solarstrom kann in stationären Batteriespeichern oder in Elektrofahrzeugen gespeichert oder direkt selbst verbraucht werden. Photovoltaik-Anlagen, die mit einem staatlich geförderten Batteriespeicher kombiniert sind, müssen ihre Einspeiseleistung sogar auf maximal 60 Prozent drosseln. 

Die aktuellen Daten zum Photovoltaik-Ausbau gibt es unter: www.foederal-erneuerbar.de

 

16.02.2016 | Quelle: AEE | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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