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Solarthemen
Solarthemen-Infodienst vom 25.05.2020
Nach Kahlschlag: Etat für Energieforschung soll ab 2021 wieder früheres Niveau erreichen
Foto: Guido Bröer
Nach den überraschenden massiven Kürzungen der Bundesregierung beim 2020er Forschungsetat für Energie bereitet die Bundesregierung offenbar für das kommende Jahr eine Revision vor. Dies kündigten Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) beim Online-Symposium Solarthermie und innovative Wärmesysteme an.

Der zuständige Abteilungsleiter des Ministeriums, Thorsten Herdan, sagte zum Etat für die Energieforschung in einer politischen Diskussion am gestrigen Abend auf Nachfrage: „Wir haben für die gesamte Energiebranche keine gute Nachricht damit gesendet, dass die gesamten Verpflichtungsermächtigungen auf ein Niveau gesunken sind, dass wir in diesem Jahr ein echtes Problem haben, was neue Projekte betrifft.”

Bereits zuvor hatte der für Energieforschung zuständige Referatsleiter des BMWi, Wolfgang Langen, angekündigt, dass die in den Haushaltsberatungen im letzten Jahr für 2020 um 90 Prozent gekürzten Verplichtungsermächtigungen, ab 2021 wieder auf das alte Niveau gehoben werden sollen: „Wir werden im nächsten Jahr an das Niveau der Vorjahre anknüpfen.“

Zwar liegt die Entscheidung über den Etat für Energieforschung letztlich beim Deutschen Bundestag. Allerdings gehen die für einige Forschungsinstitute existenzgefährdenden Kürzungen auf einen Vorschlag des BMWi zurück. Dies hatten die Solarthemen kurz vor Weihnachten berichtet. Deshalb haben Aussagen dazu aus dem Ministerium Gewicht.

„Einmaliges Problem“

Auch Langens Vorgesetzter, Thorsten Herdan, versicherte: „Das wird ein einmaliges Problem bleiben. Dennoch ist es eines – das kann man auch nicht wegdiskutieren. Wir haben noch die Hoffnung, dass es uns schon im Rahmen des Nachtragshaushalts, der ja notwendig werden wird, gelingen wird, dieses arithmetisch wieder etwas in die richtige Richtung zu bringen.”

Langen betonte zwar, das Ministerium werde auch in diesem Jahr einige neue Projekte bewilligen. Dies sind allerdings nur wenige und vorzugsweise solche, die erst in den kommenden Jahren etatwirksam werden. Kritik daran hatte insbesondere der Forschungsverbund Erneuerbare Energien geäußert.

14.5.2020 | Autor: Guido Bröer, Solarthemen | www.solarserver.de
© Solarthemen Media GmbH


Solarzellen per Luftpost
Foto: Solarwatt
Wegen der Coronakrise verändern deutsche PV-Produzenten Logistik und Lieferketten. Modulbauer Solarwatt bezieht seine Zellen aus Asien über Luftfracht und Spezialist Sonnenstromfabrik setzt stärker auf Europa.

Solarzellen per Luftpost: darauf setzt seit einigen Wochen der Dresdener Solarmodulbauer Solarwatt. Hintergrund sind die langen Lieferzeiten für Schiffscontainer. „Per Schiff dauert der Transport der Zellen aus Asien etwa acht bis zwölf Wochen“, sagt der für Zentraleuropa zuständige Vertriebschef, Felix Bräuer. Weil aber die Produktion in Asien im ersten Quartal 2020 über Wochen stillstand, musste die Firma auf Flugzeuge wechseln, um eine reibungslose Versorgung sicherzustellen.

Luftfracht zwei Cent je Watt teurer

Noch rechtzeitig, bevor die letzten Zellen per Schiff in den deutschen Häfen eingetroffen waren, fuhr die Zellfertigung in Asien wieder hoch. So konnte das Flugzeug nahtlos übernehmen. „Es war eine Punktlandung. Wir haben hier ganz schön geschwitzt“, räumt Bräuer ein. Mittlerweile seien auch wieder Schiffe aus Asien mit Zellen unterwegs. Die ersten Container sollen Ende Mai/Anfang Juni eintreffen. „Wir wollen wieder zurück zu Schiffstransporten“, so Bräuer. Denn die Luftfracht sei aktuell rund zwei Cent je Watt teurer. Das kostet Marge. „Wir geben diese Zusatzkosten nicht an unsere Kunden weiter.“

Vorteil Europa

Solarzellen per Luftpost aus Asien erhält auch die auf Nischenmodule spezialisierte Sonnenstromfabrik. Wegen der Corona bedingten Unsicherheiten habe die Firma aus Wismar aber das Logistik- und Produktionskonzept geändert. „Wir haben vorher quasi synchron produziert. Für die Module haben wir die Zellen nur mit wenigen Tagen Vorlauf einfliegen lassen“, berichtet Geschäftsführer Bernhard Weilharter. Es sei darum gegangen, „die letzte Sekunde rauszuholen. Nun sind wir optimiert auf Sicherheit“. Die Zellen aus Asien würden auch in Zukunft langfristiger bezogen.

Weil die Versorgung mit Aluminiumrahmen aus Asien gestört war, haben die Wismarer zuletzt auch stärker bei Lieferanten in Europa zugekauft. „Es ist immer gut, mehrere Bezugsquellen zu haben“, so Weilharter. Europa habe sich in der Krise bewährt.

14.5.2020 | Autor: Oliver Ristau | solarserver.de
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Altmaier: Alle verfügbaren Fördermittel werden dieses Jahr abgerufen
Foto: BDH
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier geht davon aus, dass Antragsteller für das Programm Heizen mit erneuerbaren Energien die Fördermittel in diesem Jahr komplett ausschöpfen. Die Nachfrage, die das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erreicht, ist deutlich höher als erwartet.

Das zum Jahresbeginn veränderte Förderprogramm werde bereits sehr gut angenommen. Dies erklärte Altmaier bei einer Pressekonferenz zur Eröffnung einer neuen Außenstelle des BAFA im sächsischen Weißwasser. Bereits im ersten Quartal hätten Gebäudeeigentümer rund 47.500 Anträge auf Fördermittel gestellt. BAFA-Präsident Torsten Safarik sagt, er habe gemeinsam mit dem Minister mit einem Wachstum der Anträge von 100 Prozent gerechnet. Tatsächlich seien es sogar 176 Prozent. 

Neue Mitarbeiter

So haben jetzt auch die neuen Mitarbeiter des BAFA gut zu tun. Anlass der Pressekonferenz war die Eröffnung der neuen Außenstelle des BAFA in Weißwasser in der Oberlausitz.  Eine solche Außenstelle zu gründen, hatten Wirtschaftsministerium und BAFA zum Ende vergangenen Jahres beschlossen. Sie ist auch Teil des Programms, das den Strukturwandel in den Kohleregionen unterstützen soll. Wie Safarik erkärt, beschäftige das BAFA am neuen Standort bislang 32 Mitarbeiter, davon 31 Neueinstellungen. Die Zahl der Beschäftigten soll sich zum Sommer und dann nochmals zum Herbst verdoppeln. Der von Altmaier und Sarafik besonders betonte Tätigkeitsbereich ist hier das Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“. 

Somit leisteten die neuen Mitarbeiter einen wichtigen Beitrag für eine erfolgreiche Energiewende, so Safarik:  „Viele Anträge des Förderprogramms ‚Heizen mit erneuerbaren Energien‘ werden bereits hier in Weißwasser bearbeitet. Mit den für 2020 prognostizierten ausgelösten Investitionen erhalten ca. 57.000 Beschäftigten im Installateur- und Heizungsbau neue Aufträge.“

Fördermittel für Erneuerbare

Das Förderprogramm bezuschusst die Sanierung von Heizungsanlagen. Dabei ist immer der Einsatz erneuerbarer Energien vorgesehen. So kann das BAFA zwar auch den Kauf einer neuen Gasheizung fördern, allerdings nur in Kombination mit erneuerbaren Energien. Förderfähig sind Solarthermie, Biomasseheizungen und außerdem Wärmepumpen. Der Zuschuss in diesem Programm liegt in der Regel bei 35 Prozent. Bei Ersatz eines Ölkessels sind es sogar 45 Prozent. 

14.5.2020 | Autor: Andreas Witt, Solarthemen | solarserver.de
© EEM Energy & Environment Media GmbH


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