Solarbranche: Umsatz soll erstmals eine Milliarde DM übersteigen

Dieses Jahr wird die Solarbranche erstmals einen Umsatz von über einer Milliarde DM machen. Das erwartet der Deutsche Fachverband Solarenergie, DFS, im Vorfeld der Fachmesse „Intersolar 2000“. Neben dem Solarwärme-Markt, der ein Umsatzplus von über 20% erwarten läßt, trägt vor allem der Photovoltaik-Markt zum Aufschwung bei. Für die Solarwärme errechnete…

Dieses Jahr wird die Solarbranche erstmals einen Umsatz von über einer Milliarde DM machen. Das erwartet der Deutsche Fachverband Solarenergie, DFS, im Vorfeld der Fachmesse „Intersolar 2000“. Neben dem Solarwärme-Markt, der ein Umsatzplus von über 20% erwarten läßt, trägt vor allem der Photovoltaik-Markt zum Aufschwung bei.

Für die Solarwärme errechnete der Verband ein Marktpotenzial von 900 Millionen DM.
Den Solarstrombereich schätzt die Branchenvereinigung noch optimistischer ein: Für das laufende Jahr wird eine Vervielfachung des Umsatzes erwartet. Er soll von rund 200 Millionen DM im Jahr 1999 auf mindestens 500 Millionen steigen. Den Grund für diese Entwicklung sieht der DFS vor allem im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das den Solarstromerzeugern seit dem 1. April eine Einspeisevergütung von 99 Pfennig pro Kilowattstunde (kWh) garantiert.

Etwa 2.000 bis 3.000 neue, zukunftsorientierte Arbeitsplätze sollen dieses Jahr in der jungen Branche neu geschaffen werden, schätzt der DFS. Die steigende Nachfrage führe auch zu neuen Investitionen in Produktionsanlagen und Handelsunternehmen. Im Bereich der Photovoltaik würden derzeit an über 10 Standorten in Deutschland Produktionsanlagen erweitert oder neue Anlagen geplant und errichtet. Damit spiele Deutschland neben den USA und Japan wieder eine Rolle im weltweiten Spitzenfeld der Photovoltaik-Produzenten.

Deutschland stellt im Bereich der Solarwärme mit 420.000 m² verkaufter Kollektorfläche im Jahr 1999 den größten Markt Europas dar. Der Importanteil sei auch hier rückläufig und liege bei 40%. Beim Herzstück des Kollektors, dem Absorber, hätten die hochselektiven „Sputterschichten“ die früher praktizierte galvanische Beschichtung zu einem großem Teil verdrängt. Beim so genannten sputtern werden sehr dünne Materialschichten in einem Vakuum auf Oberflächen aufgedampft. Die hochabsorbierenden Sputterschichten seien im Gegensatz zu den bisherigen Importen „made in Germany“. Die Sputter-Technik dient dem Verband als Beleg für die industriepolitische Bedeutung der Solarförderung. Denn mit dem Aufbau eines starken heimischen Marktes würden die Voraussetzung für die Ansiedlung von Unternehmen geschaffen. Diese agierten dann nicht nur auf dem Binnenmarkt, sondern orientieren sich auch auf dem Weltmarkt. Insbesondere im Bereich Photovoltaik wird dem Exportmarkt eine große Rolle zugemessen.

Die Solarbranche will ihren hohen Innovationsgrad vom 7.-9. Juli auf der „Intersolar 2000“ in Freiburg demonstrieren. Viele Unternehmen hätten in den letzten Jahre intensiv an der Effizienz, vor allem aber an der Handhabbarkeit und Ästhetik ihrer Solaranlagen gearbeitet. Im Vordergrund stehe die Integration der Solartechnik in die Haustechnik und der Kollektoren und -module in die Gebäudehülle. Die Sonderausstellung „Solare Fassaden und Bedachungen“ präsentiert Kollektoren in der Optik von Dachfenstern, Solarstrom-Ziegel sowie modernste Solarfassaden. Die neue Ästhetik der Solartechnik wird nach Ansicht des DFS entscheidend dazu beitragen, die Akzeptanz in der Bevölkerung, aber vor allem bei den Architekten und Entscheidungsträgern der Baubranche erhöhen.

Quelle: Deutscher Fachverband Solarenergie e.V., 05.07.2000

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