Solarwirtschaft: Bundesregierung gefährdet positive Marktentwicklung

Die Solar-Fachverbände und die Branche befürchten, die aktuellen Kürzungspläne der Bundesregierung bei der Solarförderung könnten den im Jahr 2000 ausgelösten Boom der Solarthermie beenden. Statt einer dem Bedarf angepassten Mittelaufstockung auf 400 Millionen Mark, seien im aktuellen Kabinettsentwurf für das Jahr 2002 nur 200 Millionen Mark für Solarwärmezuschüsse vorgesehen, ein…

Die Solar-Fachverbände und die Branche befürchten, die aktuellen Kürzungspläne der Bundesregierung bei der Solarförderung könnten den im Jahr 2000 ausgelösten Boom der Solarthermie beenden. Statt einer dem Bedarf angepassten Mittelaufstockung auf 400 Millionen Mark, seien im aktuellen Kabinettsentwurf für das Jahr 2002 nur 200 Millionen Mark für Solarwärmezuschüsse vorgesehen, ein Drittel weniger als im laufenden Jahr.   Im vergangenen Jahr ist die Nachfrage nach Sonnenkollektoren nach Angaben der Solarwirtschaft um 50 Prozent gestiegen, für 2001 erwarten Hersteller und Installateure einen noch höheren Zuwachs.

Von einer Eintrübung der Wirtschaftsdaten sei in der Solarbranche bisher keine Spur gewesen, betonen die in der Arbeitsgemeinschaft Solarwirtschaft zusammengeschlossenen Verbände und die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. Die ARGE Solarwirtschaft fordert von den Mitgliedern des Deutschen Bundestages, die Kürzungspläne der Bundesregierung umgehend zurückzuweisen. Andernfalls drohe für das nächste Jahr ein Umsatzausfall von bis zu einer Milliarde Mark und ein drastischer Wachstumseinbruch. Die ARGE Solarwirtschaft vertritt rund 90 Prozent der Solarindustrie und 80 Prozent der solaren Forschungskapazitäten in Deutschland. Rund 1.000 Solarunternehmen seien in den angeschlossenen Verbänden organisiert.

Eine Kürzung der Solarzuschüsse wäre auch aus der Sicht führender Energiepolitiker überaus kurzsichtig, unterstreicht die Solar-Lobby: Der Zuschuss von rund 15 Prozent für die Kollektoren werde allein durch die Mehrwertsteuer wieder hereingeholt. Und statt für Ölimporte zu bezahlen, würden mit diesem Geld Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen. Die derzeitige Solarförderung komme damit einem Konjunkturprogramm gleich, schütze die Bürger vor steigenden Heizkosten und stelle die Basis für eine zukunftsfähige Heizungsbranche dar.

Voraussetzung für den Brückenschlag ins Solarzeitalter sei jedoch, dass durch eine zuverlässige Solarförderung die Planungssicherheit der Industrie für Investitionen in moderne Produktionsverfahren gewährleistet werde. Erst durch große Absatzmengen könnten Solaranlagen günstiger werden. Die ARGE Solarwirtschaft erinnert die Bundesregierung in ihrer aktuellen Pressemitteilung daran, das Programm sei in der Koalition als Ausgleich dafür vereinbart worden, dass die Ökosteuer auch auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen erhoben wird. Die Einnahmen daraus stiegen im nächsten Jahr auf rund 800 bis 900 Millionen Mark. Einer Aufstockung der Fördertöpfe stehe somit nichts im Wege.

27.06.2001   Quelle: ARGE Solarwirtschaft

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