Umweltbundesamt: Die Weichen zur Energiewende sind gestellt

Deutschland ist in den vergangenen Jahren auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung gut vorangekommen. Luft, Wasser und Boden sind deutlich sauberer geworden. Zentrale politische Weichenstellungen, etwa im Rahmen der Energiewende, wurden von der Bundesregierung vorgenommen. In einigen Bereichen, darunter beim Schutz der biologischen Vielfalt und der Flächeninanspruchnahme, muss aber…

Deutschland ist in den vergangenen Jahren auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung gut vorangekommen. Luft, Wasser und Boden sind deutlich sauberer geworden. Zentrale politische Weichenstellungen, etwa im Rahmen der Energiewende, wurden von der Bundesregierung vorgenommen. In einigen Bereichen, darunter beim Schutz der biologischen Vielfalt und der Flächeninanspruchnahme, muss aber noch eine Trendwende erreicht werden.  So lautet das Fazit der vom Umweltbundesamt (UBA) erarbeiteten zweiten Zukunftsstudie „Nachhaltige Entwicklung in Deutschland – die Zukunft dauerhaft umweltgerecht gestalten“, die von Bundesumweltminister Jürgen Trittin gemeinsam mit UBA-Präsident Prof. Dr. Andreas Troge am 08,02.2002 in Berlin vorgestellt wurde.

Im Klima- und Energiebereich bestätigt die Studie eine erhebliche Effizienzsteigerung und die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch. Während zwischen 1990 und 2000 das Bruttoinlandsprodukt um 11 Prozent wuchs, sank der Energieverbrauch um 5 Prozent. So hat die Bundesrepublik eine Emissionssenkung der sechs im Kyoto-Protokoll genannten Treibhausgase um über 18 Prozent erreicht – das sind mehr als 85 Prozent der Reduktionsverpflichtung von 21 Prozent bis 2012. Deutschland steht damit im Klimaschutz ganz vorn. Es ist nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gelungen, den CO2-Ausstoß in den privaten Haushalten seit Ende der 90er Jahre zu senken: Der Rückgang lag im Jahr 2000 im Vergleich zu 1990 bei rund 11,5 Prozent. Bis Mitte des vorigen Jahrzehnts war hier noch ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Auch im Verkehrsbereich konnten die Kohlendioxidemissionen im Jahr 2000 erstmals im Vergleich zum Vorjahr um rund 2 Prozent gesenkt werden. „Keiner kann behaupten, das hätte ohne die Ökosteuer geklappt. Überhaupt: Unsere Bilanz kann sich sehen lassen, nicht nur beim Klimaschutz, auch bei der Luftreinhaltung, im Naturschutz und beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Allein innerhalb von drei Jahren wurde die Windkapazität in Deutschland verdreifacht. Ein Drittel des Windstroms in der Welt wird bei uns produziert. Mit der nationalen Nachhaltigstrategie wenden wir uns nun den Aufgaben zu, die auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung noch zu lösen sind“, sagte Bundesumweltminister Trittin.
Für den Bereich der umweltfreundlichen Mobilität ist in der UBA-Zukunftsstudie festgehalten, dass eine Reihe von Maßnahmen und Schritten bereits im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung und im Entwurf der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie genannt sind. Im Nachhaltigkeitsszenario würden darüber hinaus weitere Vorschläge unterbreitet, wie langfristig der Verkehrsaufwand gesenkt, der Ausstoß von Kohlendioxid und weiteren Luftschadstoffen ebenso reduziert werden kann wie der mit dem Verkehr verbundene Flächenverbrauch und die Lärmbelastung.

11.02.2002   Quelle: Umweltbundesamt (UBA)

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