Stromherkunft: Verbraucherzentrale begrüßt Bundestags-Vorstoß

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat das Votum des Bundestages für eine europaweite vollständige Stromkennzeichnung begrüßt. Nach einer Initiative der EU-Kommission soll europaweit eine Pflicht zur Kennzeichnung von Strom gelten.  „Eine transparente und ehrliche Stromkennzeichnung kann endlich den Wettbewerb auch für private Stromverbraucher in Gang bringen,“ sagte Prof. Dr. Edda Müller,…

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat das Votum des Bundestages für eine europaweite vollständige Stromkennzeichnung begrüßt. Nach einer Initiative der EU-Kommission soll europaweit eine Pflicht zur Kennzeichnung von Strom gelten.  „Eine transparente und ehrliche Stromkennzeichnung kann endlich den Wettbewerb auch für private Stromverbraucher in Gang bringen,“ sagte Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand des vzbv. „Viele Verbraucher wollen umweltfreundlich erzeugten Strom – dazu müssen sie ihn aber auch erkennen können.“

Nach dem vom Europäischen Parlament übernommenen Kommissionsvorschlag sollen Herkunft und Zusammensetzung des Stroms (Strom-Mix) sowie Umweltindikatoren künftig auf der jährlichen Stromrechnung und im Werbematerial der Stromanbieter erscheinen. Sowohl der prozentuale Anteil der einzelnen Primärenergieträger (Kohle, Atomkraft, regenerative Energiequellen etc.) als auch die mit den einzelnen Energieträgern verbundene Umweltbelastung (CO2-Ausstoß, Atommüll) sollen genannt werden. Ebenfalls sieht der Vorschlag der EU-Kommission vor, Stromimporte aus Nicht-EU-Ländern auszuweisen. Eine umfassende Stromkennzeichnung ist aus Sicht des vzbv überfällig. „Auf jeder Tüte Gummibärchen, auf jeder Zahnpastatube ist eine Kennzeichnung heute längst gesetzliche Pflicht – es ist nicht nachvollziehbar, dass die Verbraucher gleichzeitig nicht erfahren können, ob ihr Stromversorger schmutzigen Import- oder Atomstrom verkauft“, so vzbv-Vorstand Edda Müller.

Michaele Hustedt, energiepolitische Sprecherin, von Bündnis90 / Die Grünen erklärte, die Bundesregierung mache in Europa Druck, die verpflichtende Einführung einer Stromkennzeichnung für alle Stromverkäufer einzuführen. Stromversorger hätten in Zukunft die Pflicht, Angaben über den prozentualen Anteil der einzelnen Primärenergieträger und die damit verbundenen Umweltbelastung machen. Die Stromkennzeichnung sei auch eine Voraussetzung, damit die erneuerbaren Energien – wie beschlossen – ab dem 1. Januar 2003 von der Ökosteuer befreit werden können. Sollte es in der EU zu keiner gemeinsamen Lösung kommen, werde Deutschland mit einer nationalen Gesetzesinitiative Vorreiter sein.

12.07.2002   Quelle: Vzbv; Bündnis90 / Die Grünen

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