PV-Anlage mit innovativer Verschaltungstechnik eingeweiht

Am 16.09.2002 wurde eine Photovoltaikanlage mit neuartigem Wechselrichterkonzept in Schweinfurt dem ersten Kunden übergeben. Die Verschaltungstechnik optimiere die Leistung der Solarstromanlage und steigere deren Ertrag um einige Prozent, erklärte Bernhard Beck, der das Konzept entwickelt hat.   Die nach Auskunft des Erfinders weltweit fortschrittlichste Verschaltungstechnik, wird von der SMA Regelsysteme…

Am 16.09.2002 wurde eine Photovoltaikanlage mit neuartigem Wechselrichterkonzept in Schweinfurt dem ersten Kunden übergeben. Die Verschaltungstechnik optimiere die Leistung der Solarstromanlage und steigere deren Ertrag um einige Prozent, erklärte Bernhard Beck, der das Konzept entwickelt hat.   Die nach Auskunft des Erfinders weltweit fortschrittlichste Verschaltungstechnik, wird von der SMA Regelsysteme GmbH im niedersächsischen Niestetal produziert und unter dem Namen „Sunny-Boy-Team“ (SBT) vertrieben. Sunny Boy Team erkenne beispielsweise die Wetterbedingungen und schalte die acht Wechselrichter der auf 200 Quadratmetern Dachfläche montierten Anlage bei bedecktem Himmel zum Großteil ab; bei strahlender Sonne werden sie wieder zugeschaltet und die Solarstromanlage arbeitet in Voll-Lastbetrieb. Das Konzept sei mit gesundem Menschenverstand nachvollziehbar, sagte Schweinfurts Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser, denn am 52. Breitengrad müsse man eine Ausbeute erzielen, die sich rechne.

Erfinder Beck erklärte sein Verschaltungskonzept etwas komplizierter, doch nicht weniger anschaulich: Nur bei Bedarf arbeite die Anlage mit „Vollgas“. Einer der acht Wechselrichter der so genannte „Teamchef“, steuere die Anlage und lasse das „Team“ nur bei Sonnenschein komplett arbeiten. So könne bei geringer Einstrahlung mehr Strom produziert werden als wenn jeder Wechselrichter allein arbeite. Beck freut sich über Wirkungsgrade, „die wir bislang im Teillastbetrieb für unmöglich gehalten haben“. Die in Schweinfurt und Haßfurt ansässige Firma S & F Umwelttechnik errichtete die Solarstromanlage, die jährlich rund 20.000 Kilowattstunden Strom produzieren soll. Bei einem sparsamen Umgang mit dem Strom könne das für die neun Parteien im Haus ausreichen, rechnet Bernhard Beck.

„S & F“ habe in den letzten zwölf Monaten zehn feste Arbeitsplätze geschaffen, unterstrich Geschäftsführer Daniel Ziegler anlässlich der Einweihung. Über 100 Photovoltaikanlagen habe das Unternehmen seit der Firmengründung errichtet und damit in der Umwelttechnik einiges bewegt, so Ziegler. Das neue Team-Konzept steigere die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlagen und könne der Photovoltaik eventuell zum endgültigen Durchbruch verhelfen, da es Wirkungsgrade und Anlagenverfügbarkeit wesentlich verbessere. Das fand den Beifall des Bundestagsabgeordneten und forschungspolitischen Sprechers von Bündnis 90/Die Grünen, Hans-Josef Fell. (Im Bild zweiter von rechts. Links: Bernhard Beck, Erfinder des Verschaltungskonzeptes und Hausherr Martin Kritzner: rechts: Dr. Erich Ruppert, Stadtrat der Grünen.) Er sieht die erneuerbaren Energien als „größte Wachstumsbranche“: Allein in Deutschland arbeiten heute 130.000 Menschen in diesem Bereich, 1998 seien es nur 30.000 gewesen.

25.09.2002   Quelle: Bernhard Beck

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