Meteorologen: globale Erwärmung geht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf menschliche Aktivität zurück

„Auch wenn die Ursachen der Klimaänderungen kompliziert sind und die Rolle der natürlichen Klimaänderungen noch keinesfalls ausreichend geklärt ist, geht die globale Erwärmung der letzten 100 – 150 Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit auf menschliche Aktivitäten zurück, insbesondere auf den ständig gestiegenen Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) und andere klima-wirksame Spurengase in Zusammenhang mit der Nutzung fossiler […]

„Auch wenn die Ursachen der Klimaänderungen kompliziert sind und die Rolle der natürlichen Klimaänderungen noch keinesfalls ausreichend geklärt ist, geht die globale Erwärmung der letzten 100 – 150 Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit auf menschliche Aktivitäten zurück, insbesondere auf den ständig gestiegenen Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) und andere klima-wirksame Spurengase in Zusammenhang mit der Nutzung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl und Erdgas, einschließlich Verkehr) und Waldrodungen.“ Dies ist eine der zentralen Aussagen des „Klimastatements“ der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG), gemeinsam mit den meteorologischen Gesellschaften in Österreich und der Schweiz (ÖGM; SGM).   Falls die Emission dieser Gase weiterhin ähnlich stark ansteige wie bisher, werde für die kommenden 100 Jahre im globalen Mittel ein Temperaturanstieg (bodennah) von 1,4 bis 5,8 °C befürchtet, so die Wissenschaftler. Die große Bandbreite dieser Abschätzungen erkläre sich überwiegend aus den Unsicherheiten der Zukunftsszenarien menschlicher Aktivität, aber auch aus den noch immer bestehenden Schwächen der Klimamodellierung. Daher müssten unter anderem die Effekte von Wolken und atmosphärischen Partikeln in der Atmosphäre, das ozeanische Strömungssystem sowie die Rolle der Ökosysteme im Klimageschehen noch wesentlich besser verstanden werden. Weiterhin müsse es gelingen, zu verlässlicheren Aussagen hoher regionaler Auflösung zu kommen und das zeitliche Schwankungsverhalten, einschließlich des Auftretens von Extremereignissen, realistischer wiederzugeben.

Es gebe somit noch viele offene Fragen der Klimadiagnostik, Klimamodellierung und nicht zuletzt der ökologisch-sozioökonomischen Auswirkungen von Klimaänderungen. Dies erfordere verstärkte Anstrengungen in der gesamten Bandbreite der Klimaforschung, wobei bei aller Notwendigkeit anwendungs-bezogener Forschung die Grundlagenforschung nicht vernachlässigt werden darf. Andererseits reichten die derzeitigen Kenntnisse zweifellos aus, um international abgestimmte, effektive und baldige Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen. Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit seien gefordert, sich mit allem Nachdruck dafür einzusetzen. Dies betreffe auch und besonders die Konkretisierung der UN-Klimarahmenkonvention (Rio de Janeiro, 1992) und die Umsetzung des Kyoto-Protokolls (3. Vertragsstaatenkonferenz, 1997). Dies sei trotz einiger Fortschritte bei den weiteren Vertragsstaatenkonferenzen derzeit leider noch immer nicht erreicht, unter anderem weil die USA die Ratifizierung nicht mehr beabsichtigen und die GUS noch zögere.

Das komplette Klimastatement der meteorologischen Gesellschaften finden Sie unter http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/Klimastatement.htm

10.04.2004   Quelle: Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG); ÖGM, SGM

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