Trittin über Windkraftanlagen: Gruselmärchen von den „Vogelschredderanlagen“ ist widerlegt

Windräder als angebliche „Vogelschredderanlagen“ gehören in das Reich der Gruselmärchen, erklärte Bundesumweltminister Jürgen Trittin in einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. „Die öffentliche Diskussion um die Windenergie wird oft mit haarsträubenden Argumenten geführt. Da wird eine angebliche Gefährdung der Vogelwelt ins Feld geführt, um den Ausbau…

Windräder als angebliche „Vogelschredderanlagen“ gehören in das Reich der Gruselmärchen, erklärte Bundesumweltminister Jürgen Trittin in einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. „Die öffentliche Diskussion um die Windenergie wird oft mit haarsträubenden Argumenten geführt. Da wird eine angebliche Gefährdung der Vogelwelt ins Feld geführt, um den Ausbau der Windenergie in Misskredit zu bringen“, heißt es in einer Presseerklärung des Bundesumweltministeriums (BMU).  „Ich begrüße es sehr, dass sich die deutschen Naturschutzverbände nicht auf dieses Spiel einlassen, sondern mit fundierten Untersuchungen zur Versachlichung der Diskussion beitragen“, betonte der Minister. So hätten sich Vogelbestände oft gerade dort gut entwickelt, wo viele Windräder stehen.

Beeinträchtigungen der Vogelwelt halten sich in Grenzen

Eine Studie des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) kommt laut BMU zu dem Ergebnis, dass die von Windenergieanlagen ausgehenden Beeinträchtigungen der Vogelwelt nicht in dem Maße einträten, wie dies in der Vergangenheit vermutet worden sei. Im Gegenteil gebe es bei den Brutvogelbeständen keinen statistisch bedeutsamen Nachweis, dass Windräder negative Auswirkungen hätten. Gefährdet sind nach der Studie jedoch Greifvögel wie Seeadler und Rotmilane sowie einige Fledermausarten. Die Zahl der bisher gefundenen getöteten Rotmilane und Seeadler sei – verglichen mit der Häufigkeit beider Arten in Deutschland – hoch. Obwohl auch sie relativ höher als die Opferzahlen anderer Greifvögel liege, sei festzustellen, dass die Bestandszahlen des Seeadlers stetig zugenommen hätten, besonders in Mecklenburg-Vorpommern und in Schleswig-Holstein. In Regionen also, die über einen hohen Anteil an Windenergieanlagen verfügen. Beim Rotmilan ließen sich aufgrund aktueller Daten keine Bestandsveränderungen feststellen.

Naturschutzbelange im Genehmigungsverfahren prüfen

„Auch der Deutsche Naturschutzring bestätigt, dass sich der Ausbau der Windenergie mit den Belangen des Natur- und Landschaftsschutzes vereinbaren lässt. Sowohl für den Naturschutz als auch für das Landschaftsbild müssen die auf kommunaler Ebene vorhandenen Steuerungsinstrumente genutzt werden“, kommentiert Trittin die Studie. So würden im konkreten Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen standortspezifische Naturschutzbelange und Aspekte des Landschaftsbildes geprüft, bewertet und auch Auflagen formuliert“, betont der Minister.

30.03.2005   Quelle: BMU   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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