FH Kiel forscht im bundesweiten „Netzwerk Windenergie“

Einen erneuten Erfolg meldet die Fachhochschule Kiel: Zusammen mit mehreren Universitäten und Großforschungsinstituten erforscht sie Turbulenzen im Wind. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) habe dieses Netzwerk mit dem Namen „Windturbulenzen und deren Bedeutung für die Nutzung der Windenergie“ Anfang Juni 2005 bewilligt. Das Finanzvolumen belaufe sich auf insgesamt…

Einen erneuten Erfolg meldet die Fachhochschule Kiel: Zusammen mit mehreren Universitäten und Großforschungsinstituten erforscht sie Turbulenzen im Wind. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) habe dieses Netzwerk mit dem Namen „Windturbulenzen und deren Bedeutung für die Nutzung der Windenergie“ Anfang Juni 2005 bewilligt. Das Finanzvolumen belaufe sich auf insgesamt eine Million Euro.   Koordiniert wird das BMBF-Netzwerk durch das Zentrum für Windenergieforschung „ForWind“ an der Universität Oldenburg. Projektpartner sind das Labor für numerische Mechanik im Fachbereich Maschinenwesen der Fachhochschule Kiel, das Institut für Theoretische Physik an der Universität Münster, das Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden sowie das Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Göttingen.

Grundlagenforschung und praktische Anwendung

Im Rahmen des Projekts, das den Austausch zwischen Hochschulen und Großforschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Windenergie vorantreiben will, soll die Weiterentwicklung von Windkraftanlagen erforscht werden. Dies sei für die Zukunft der Windenergienutzung von hoher Bedeutung. Die hochrangigen Forschergruppen beschäftigen sich laut FH Kiel sowohl mit der Grundlagenforschung als auch mit Fragen der Anwendung. Die Experten kommen aus den Gebieten der Turbulenzforschung, der nichtlinearen Dynamik, der Chaostheorie, der stochastischen Prozessmodellierung sowie der Windenergieanwendung – dies ist die Aufgabe der Kieler Hochschule. Sie soll sich mit unterschiedlichen Themen auseinandersetzen: Zum Einen sollen Windböen, Extremwindereignisse und Windturbulenzen sowie deren Wechselwirkung mit Rotorblättern bzw. deren Auswirkung als Lasten erforscht werden. Zum Anderen sollen neue Modelle zur besseren Beschreibung von Windfeldern, zur besseren Berechnung von Umströmungen sowie zur standortunabhängigen Charakterisierung der dynamischen Windleistungsproduktion entwickelt werden.

Forschungsplattform in der Nordsee soll Daten zur Realisierung von Offshore-Windparks liefern

Prof. Dr. Alois P. Schaffarczyk, Leiter des Numerischen Labors der Kieler Hochschule, zeigte sich hoch erfreut über die Genehmigung des Projektes durch das BMBF. Gleichzeitig wies er als Sprecher des Kompetenzzentrums Windenergie Schleswig-Holstein, dem Verbundprojekt schleswig-holsteinischer Hochschulen, auf die besondere Bedeutung des Vorhabens im Hinblick auf den zurzeit bei Bund und Land beantragten Bau einer Forschungsplattform in der Nordsee westlich von Sylt hin. Diese Plattform soll in Zukunft Messdaten zur Realisierung von Offshore-Windparks in der Nordsee liefern. Das BMBF-Projekt füge sich somit in die von der schleswig-holsteinischen Landesregierung geplante Erweiterung der ökologischen Winderzeugung ein, so Prof. Schaffarczyk.

12.06.2005   Quelle: Fachhochschule Kiel   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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