Bericht der Allianz Gruppe: Klimawandel als Geschäftsrisiko ernst nehmen

Die Finanzindustrie sollte die Risiken des Klimawandels systematisch erfassen, heißt es in einem neuen Bericht der Allianz Gruppe und der Umweltstiftung WWF. Die Allianz Gruppe hat bei der Vorstellung des Berichts „Klimawandel und Finanzsektor – ein Aktionsplan“ am 28. Juni 2005 in London angekündigt, die Investitionen in erneuerbare Energien um…

Die Finanzindustrie sollte die Risiken des Klimawandels systematisch erfassen, heißt es in einem neuen Bericht der Allianz Gruppe und der Umweltstiftung WWF. Die Allianz Gruppe hat bei der Vorstellung des Berichts „Klimawandel und Finanzsektor – ein Aktionsplan“ am 28. Juni 2005 in London angekündigt, die Investitionen in erneuerbare Energien um 300 bis 500 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren zu steigern.
 
Der gemeinsame Bericht von Allianz und WWF zeigt einzelne Schritte, wie die Risiken des Klimawandels im Versicherungs-, Bank- und Asset-Management-Geschäft besser berücksichtigt werden können. „Der Klimawandel bringt erhebliche Kosten für den Finanzsektor. Im Interesse unserer Kunden und Aktionäre müssen wir diese Risiken im Blick behalten, wenn wir Versicherungsrisiken übernehmen und über Finanzanlagen oder Kreditvergabe entscheiden“, erklärt Joachim Faber, Vorstandsmitglied der Allianz AG und CEO von Allianz Global Investors, der Allianz Asset-Management-Sparte.

Strategische Entscheidungen müssen Klimawandel berücksichtigen

Um der Bedeutung des Klimawandels auch besser in strategischen Entscheidungen gerecht werden zu können, will sich die Allianz künftig auf Vorstandsebene mit diesem Thema beschäftigen und eine systematische Untersuchung von Klimarisiken im Bank-, Versicherungs- und Vermögensverwaltungsgeschäft vornehmen. „Der Finanzsektor spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern und die Welt auf den Weg der sauberen Energien zu bringen“, erläutert Robert Napier, Geschäftsführer des WWF in Großbritannien. „In einer weiterführenden Kooperation wollen WWF und Allianz neue Instrumente zur Bewertung von Klimarisiken entwickeln und zeigen, wie führende Finanzunternehmen den Übergang zu einer Wirtschaft mit sauberen Energien meistern können“, so Napier weiter. Die Allianz hat eine „Climate Core Group“ ins Leben gerufen, die geleitet wird von Otto Steinmetz, dem Chief Risk Officer der Dresdner Bank. Die Banktochter der Allianz Gruppe und ihre Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein DrKW gehören laut Allianz zu den führenden Instituten in klimabezogenen Geschäftsfeldern wie dem Emissionshandel.

Erhöhtes Risiko von Sachschäden

Die Allianz rechnet mit steigenden Versicherungsprämien für Risiken, die durch den Klimawandel verursacht werden könnten. „Naturkatastrophen können zwar wissenschaftlich noch nicht mit letzter Sicherheit auf den Klimawandel zurückgeführt werden. Doch es ist ganz deutlich, dass Ausmaß und Häufigkeit von Naturkatastrophen zugenommen haben und dass der Klimawandel dabei eine Rolle spielt“, erläutert Andrew Torrance, CEO der britischen Versicherungstochter Allianz Cornhill. „Im Versicherungsgeschäft erhöht der Klimawandel das Risiko von Sachschäden jährlich um 2 bis 4 Prozent. Dies kann in einigen Märkten bei entsprechenden Schäden zu Prämienerhöhungen im Sachgeschäft führen. Denn die Versicherer müssen ihre risikobasierten Versicherungskostenmodelle anpassen, um dem immer größeren Ausmaß der klimabedingten Schadenereignisse Rechnung zu tragen.“

Klare politische Rahmenbedingungen erforderlich

Von den Staats- und Regierungschefs, die in der 27. Kalenderwoche zum G8-Gipfel in Schottland zusammenkommen, fordern Allianz und WWF klarere politische Rahmenbedingungen, um langfristige Investitionen und die Kreditvergabe für Banken und Anleger anpassen zu können. „Als Investor brauchen wir mehr politische und regulatorische Sicherheit, also ein klares Regelwerk zum Thema Klimawandel, auch für die Zeit nach Auslaufen des EU-Systems für die Zuteilung von Emissionszertifikaten im Jahr 2012“, so Joachim Faber. „Die Unternehmen spielen beim Klimaschutz eine wichtige Rolle. Dabei müssen sie sich aber auf eine sichere und klare politische Linie verlassen können“, sagt Robert Napier. „Die Staats- und Regierungschefs sollten für die Bekämpfung des gefährlichen Klimawandels einen festen Aktionsplan vorlegen. Sie müssen sicherstellen, dass von diesem G8-Gipfel ein Signal zur Senkung der Emissionen ausgeht und dass die Märkte zur Verringerung der Treibhausgase eine langfristige Zukunft haben werden“, fordert Napier.

06.07.2005   Quelle: Allianz Gruppe   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen