Umweltverbände veröffentlichen Kernforderungen zur Bundestagswahl 2005

Die großen deutschen Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutscher Naturschutzring (DNR), Greenpeace, NABU und WWF haben sich angesichts der geplanten Bundestagswahl in einem Brief mit sieben Kernforderungen für eine konsequente Umwelt- und Naturschutzpolitik an die Vorsitzenden der Parteien Bündnis90/Grüne, CDU/CSU, FDP, SPD, PDS, WASG gewandt. Unter anderem…

Die großen deutschen Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutscher Naturschutzring (DNR), Greenpeace, NABU und WWF haben sich angesichts der geplanten Bundestagswahl in einem Brief mit sieben Kernforderungen für eine konsequente Umwelt- und Naturschutzpolitik an die Vorsitzenden der Parteien Bündnis90/Grüne, CDU/CSU, FDP, SPD, PDS, WASG gewandt. Unter anderem fordern die Umweltschützer, den Klimaschutz zu verstärken und den Atomausstieg beschleunigen.   „Der Klimawandel ist die größte umweltpolitische Herausforderung unserer Zeit. Eine Umstellung der Energieversorgung weg von den umweltschädlichen und unsicheren fossilen Energieträgern wie Kohle und Öl hin zu Erneuerbaren Energien ist für die Verhinderung einer Klimakatastrophe unerlässlich und bietet zugleich enorme ökonomische Chancen. Zudem muss die hochgefährliche Atomenergie zügig beendet werden“, so die Umweltverbände.

Minderungsziel für Treibhausgase, Impulse für erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Von einer neuen Bundesregierung erwarten die Verbände die Festlegung eines Minderungsziels für Treibhausgase bis zum Jahr 2020 um 40% und bis zum Jahr 2050 um 80 % (bezogen auf 1990) mit der Unterstützung des Klimaziels, die durchschnittliche globale Temperaturerhöhung auf unter 2°Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau zu begrenzen. Darüber hinaus fordern sie einen anspruchsvollen Nationalen Allokationsplan II im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems, der die Erreichung des deutschen Kioto-Ziels für den Zeitraum 2008 – 2012 sichere und darüber hinaus starke Impulse setze, in CO2-arme und erneuerbare Energien sowie energieeffiziente Technologien zu investieren.

Atomausstieg und Beibehaltung des EEG

Die Beschleunigung des Atomausstiegs und der Verzicht auf längere Laufzeiten für Atomreaktoren zählt ebenfalls zu den zentralen Forderungen der Umweltverbände. „Atomkraft ist eine nicht-nachhaltige Hochrisikotechnologie und keine Lösung für das Klimaproblem“, heißt es in der Pressemitteilung. Von der künftigen Regierung erwarten die Verbände eine alternative Standortsuche für ein Atommüll-Endlager, die ergebnisoffen in Angriff zu nehmen sei. Die Standorte Gorleben und Schacht Konrad halten BUND, DNR, Greenpeace, NABU und WWF nicht für geeignet. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) muss in seiner jetzigen Form beibehalten werden, fordern die Umweltverbände: mit anspruchsvollen Ausbauzielen für erneuerbare Energien sowie einer stärkeren Förderung der Forschung in diesem Bereich.

19.07.2005   Quelle: Deutscher Naturschutzring; Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen