Klimaschutzkampagne übertrifft eigene Ziele: 500.000 Energie-Beratungen im Internet

Drei Monate eher als erwartet begrüßte am 02.12.2005 die vom Bundesumweltministerium geförderte Kampagne „Klima sucht Schutz“ den 500.000. Nutzer ihrer Online-Energiesparratgeber seit dem Start im Juli 2004. Interaktiv und kostenlos kann jeder Bürger mit sechs Ratgebern seine Energiespar-Potenziale ermitteln und nützliche Hinweise zum sparsamen Umgang mit Heizenergie und Strom erhalten. Mit den 500.000 Beratungen seien etwa […]

Drei Monate eher als erwartet begrüßte am 02.12.2005 die vom Bundesumweltministerium geförderte Kampagne „Klima sucht Schutz“ den 500.000. Nutzer ihrer Online-Energiesparratgeber seit dem Start im Juli 2004. Interaktiv und kostenlos kann jeder Bürger mit sechs Ratgebern seine Energiespar-Potenziale ermitteln und nützliche Hinweise zum sparsamen Umgang mit Heizenergie und Strom erhalten.
 
Mit den 500.000 Beratungen seien etwa 2 Millionen Wohnungen in Deutschland erreicht worden, da einige Ratgebernutzer den Heizenergieverbrauch von Mehrfamilienhäusern gestestet hätten, so die co2online gemeinnützige GmbH in einer Pressemitteilung.

Einsparpotenzial von 2 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgemacht

Dr. Johannes D. Hengstenberg, Geschäftsführer der gemeinnützigen co2online GmbH und Projektträger der Klimaschutzkampagne, schätzt das von den Nutzern identifizierte Einsparpotenzial auf 2 Millionen Tonnen Kohlendioxid : „Jetzt kommt es darauf an, dass die Nutzer unserer Ratgeber die einmal erkannten Chancen zum Energie und Geld sparen auch nutzen. Eine Erste Befragung der Nutzer hat ergeben, dass Maßnahmen im Gesamtwert von 500 Millionen Euro angestoßen wurden. Das ist eindeutig zu wenig, wenn man bedenkt, dass die wärmetechnische Modernisierung aller getesteten und als modernisierungswürdig erkannten Gebäude einen Umsatz von etwa zehn Milliarden Euro auslösen würde. Das wäre Beschäftigung für 130.000 Personen im Bau- und Ausbauhandwerk für ein Jahr.“

Öl- und Gaspreise sowie extreme Wetterereignisse verunsichern Bürger

Als Ursache für das deutlich gestiegene Interesse an den Online-Beratungsangeboten der Kampagne nennt Hengstenberg die extremen Sprünge der Öl- und Gaspreise in den letzten Monaten. „Viele Nutzer der Online-Ratgeber wurden aber auch durch die extremen Wetterereignisse des letzen Sommers wie den Wirbelsturm Katrina extrem verunsichert. Durch die Senkung ihres Heizenergieverbrauchs wollen sie ihren persönlichen Beitrag dazu leisten, dass die Prognosen unserer Klimaforscher nicht in Erfüllung gehen“, so Hengstenberg.

Sascha Osmialowski, Student aus Neukölln, war der 500.000ste Nutzer des Internetportals www.Klima-sucht-Schutz.de. Der 30jährige ist Mieter einer Altbauwohnung mit Charme und zugigen Fenstern: „Die letzte Heizkostenabrechnung war ein Schock. Mit dem 'Online-Heizcheck' der Klimaschutzkampagne habe ich meinen persönlichen Verbrauch überprüft und festgestellt, dass ich weit über dem Durchschnitt liege“, so Osmialowski. Er ist sich sicher, dass die Ursachen hierfür weniger bei ihm als beim Zustand des Gebäudes zu suchen seien. Ein Gespräch mit der Hausverwaltung und dem Mieterschutzbund habe er fest eingeplant und fühle sich mit den Ergebnissen des Ratgebers gut vorbereitet.

Über 550 Partner sichern Reichweite

Basis für den Erfolg der Kampagne sind laut Hengstenberg die Kooperationen mit über 550 Partnern aus Wirtschaft, Medien, Wissenschaft und Politik. Alle haben die Online-Ratgeber in ihr eigenes Internetangebot eingebunden und kommunizieren den Service an ihre Zielgruppen – mit Erfolg: Sie erzielen mehr als 70 Prozent der Beratungen. Das Netzwerk der Kampagnenpartner gewährleistet eine kosteneffiziente Verbreitung des Beratungsangebots: „Mit einer Millionen Euro, die wir in die Entwicklung und Pflege der Ratgeber investiert haben, konnten wir 500 Millionen Euro an Umsatz für Handwerk und Industrie anstoßen“, erklärt Hengstenberg den Erfolg der Kampagne.

„Heizcheck“ lockt die meisten

Am meisten genutzt: Der „Heizcheck“. Er ermöglicht eine erste Einschätzung des persönlichen Heizenergieverbrauchs, gefolgt vom „Modernisierungsratgeber“, der Informationen über die Wirtschaftlichkeit und CO2-Einsparungen geplanter Maßnahmen auflistet. Der „Förderratgeber“ filtert geeignete Förderprogramme heraus und „Heizkosten im Neubau“ vergleicht verschiedene Heizsysteme miteinander. Ein „Best Practice Archiv“ mit erfolgreich modernisierten Gebäudebeispielen und der jüngste Ratgeber „Pumpencheck“ ergänzen das Beratungsangebot.

18.12.2005   Quelle: co2online gGmbH   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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