EU-Kommission will mehr Biokraftstoffe in Europa

Die Europäische Kommission hat am 08.02.2006 eine Strategie zur Förderung der Erzeugung von Kraftstoffen aus landwirtschaftlichen Rohstoffen vorgelegt. Ziele der Kommission sind die Förderung von Biokraftstoffen sowohl in der EU als auch in Entwicklungsländern, eine umfassende Nutzung von Biokraftstoffen durch Verbesserung ihrer Kostenwettbewerbsfähigkeit sowie Forschung auf dem Gebiet dieser Kraftstoffe.  Die verstärkte Nutzung von Biokraftstoffen […]

Die Europäische Kommission hat am 08.02.2006 eine Strategie zur Förderung der Erzeugung von Kraftstoffen aus landwirtschaftlichen Rohstoffen vorgelegt. Ziele der Kommission sind die Förderung von Biokraftstoffen sowohl in der EU als auch in Entwicklungsländern, eine umfassende Nutzung von Biokraftstoffen durch Verbesserung ihrer Kostenwettbewerbsfähigkeit sowie Forschung auf dem Gebiet dieser Kraftstoffe.  Die verstärkte Nutzung von Biokraftstoffen bietet zahlreiche Vorteile, so die Kommission in einer Pressemitteilung. Dazu zählten eine geringere Abhängigkeit Europas von der Einfuhr fossiler Brennstoffe und eine Verringerung der Treibhausgasemissionen. Darüber hinaus würden neue Absatzmärkte für Landwirte und neue wirtschaftliche Möglichkeiten für verschiedene Entwicklungsländer geschaffen.

Europa soll seinen Energiebedarf verstärkt selbst decken

„Der Zeitpunkt für einen Vorstoß im Bereich der Biokraftstoffe war nie günstiger als jetzt“, sagt Mariann Fischer Boel, das für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige Kommissionsmitglied. „Die Rohölpreise sind weiterhin hoch. Das Kyoto-Protokoll gibt uns strenge Ziele vor. Und die jüngste Kontroverse über Gaseinfuhren aus Russland hat gezeigt, wie wichtig es für Europa ist, seinen Energiebedarf in verstärktem Maße eigenständig decken zu können. Die Rohstoffe für die Erzeugung von Biokraftstoffen stellen zudem einen potenziellen Absatzmarkt für die europäischen Landwirte dar, denen die GAP-Reform ganz neue unternehmerische Freiheiten eröffnet“, so Fischer Boel.

Wissenstransfer für Biokraftstofferzeugung in den Entwicklungsländern

Entwicklungskommissar Louis Michel hob die Möglichkeiten hervor, welche die Biokraftstofferzeugung den Entwicklungsländern und besonders den von der Zuckerreform betroffenen Ländern bieten könnte: „Viele Entwicklungsländer, und besonders jene, in denen die Zuckererzeugung traditionellerweise ein wichtiger Industriezweig ist, bringen von Natur aus gute Voraussetzungen für den Anbau der Kulturen mit, die zur Herstellung von Biokraftstoffen verwendet werden. Der expandierende EU-Markt für Biokraftstoffe wird neue Ausfuhrmöglichkeiten bieten. Die EU wird sie im Rahmen des Wissenstransfers und der Entwicklung ihres Marktpotenzials dabei unterstützen, diese Chancen optimal zu nutzen.“

Biokraftstoffe können problemlos in Kraftstoffversorgungssysteme integriert werden

In der EU wird laut Kommission fast ein Viertel der Treibhausgasemissionen durch den Verkehr verursacht. Es sei daher unerlässlich, Mittel und Wege zur Verringerung der verkehrsbedingten Emissionen zu finden. Nahezu die gesamte für den Verkehr genutzte Energie werde mit Öl erzeugt, für dessen Beschaffung die EU stark von Einfuhren abhängig ist. Da sie aus Biomasse – einer erneuerbaren Energiequelle – erzeugt werden, seien Biokraftstoffe im Verkehr ein vollwertiger Ersatz für fossile Brennstoffe und können problemlos in Kraftstoffversorgungssysteme integriert werden.

Die Förderung des Biokraftstoffsektors eröffne ländlichen Gebieten zudem neue Einkommensmöglichkeiten und trage durch die Entwicklung langfristiger Ersatzprodukte für fossile Brennstoffe zur Erreichung der Ziele der Lissabon-Agenda für Wachstum und Beschäftigung bei, betont die EU-Kommission. In zahlreichen Entwicklungsländern könnte die Erzeugung von Biokraftstoffen wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen bringen, zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen, die Kosten für Energieeinfuhren verringern und Exportmöglichkeiten eröffnen. Zum Beispiel wäre Bioethanol eine brauchbare Alternative für die von der jüngsten EU-Zuckerreform betroffenen Zucker erzeugenden Länder.

Das Strategiepapier in englischer Sprache ist im Internet veröffentlicht unter http://europa.eu.int/comm/agriculture/biomass/biofuel/index_en.htm

11.02.2006   Quelle: EU-Kommission   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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