Solarkocher aus Deutschland vermeiden Treibhausgase in Indonesien

Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung gehen jetzt noch besser Hand in Hand: In Kürze reduzieren 1.000 solar betriebene Kocher des Klimaschutz e.V. aus Bonn den Brennholzbedarf auf den indonesischen Sabang-Inseln. Das schütze den Wald vor Ort, sorge für reinere Luft und spare binnen sieben Jahren 24.500 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2), berichtet das Umweltbundesamt (UBA) in einer […]

Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung gehen jetzt noch besser Hand in Hand: In Kürze reduzieren 1.000 solar betriebene Kocher des Klimaschutz e.V. aus Bonn den Brennholzbedarf auf den indonesischen Sabang-Inseln. Das schütze den Wald vor Ort, sorge für reinere Luft und spare binnen sieben Jahren 24.500 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2), berichtet das Umweltbundesamt (UBA) in einer Pressemitteilung.
 
Auch Deutschland profitiere von dem Projekt: Denn die in Indonesien vermiedenen CO2-Emissionen lassen sich auf die deutsche CO2-Minderungspflicht nach dem Kyoto-Protokoll anrechnen. Möglich macht diese für alle Seiten vorteilhafte Entwicklung der „Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung“ – englisch „Clean Development Mechanism“ (CDM). Er steht allen Zeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls offen und hilft Staaten und einzelnen Unternehmen, ihre Klimaschutzverpflichtungen auch in weniger entwickelten Staaten sowie Schwellenländern zu erfüllen. Das schütze das globale Klima und beschleunige den Transfer klimaschonender Techniken in ärmere Regionen der Welt, so das UBA.

Erstes rein deutsches CDM-Projekt

Mit dem „Solar Cooker Project Aceh 1, Indonesia“ des Klimaschutz e.V. aus Bonn, registrierte das Klimasekretariat der Vereinten Nationen erstmals ein rein deutsches CDM-Projekt. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) – national für die Genehmigung zuständig – stimmte dem Projekt bereits im Dezember 2005 zu. Mit der Registrierung durch das Klimasekretariat ist die Maßnahme nun offiziell nach dem Kyoto-Protokoll anerkannt. Bisher gab es lediglich ein CDM-Projekt mit deutscher Beteiligung: eine britisch-deutsche Gemeinschaftsaktion in Rajahsthan/Indien, die mit verbesserter Technik Treibhausgase in der Kältemittelproduktion reduziert.

Neben CDM-Projekten in Schwellenländern und weniger entwickelten Staaten ermöglicht das Kyoto-Protokoll zudem Emissionsminderungsprojekte in anderen Industrieländern – die so genannte „Gemeinsame Umsetzung“, englisch „Joint Implementation“ (JI). Im Rahmen des Emissionshandels in der Europäischen Union seien JI und CDM viel versprechende Ansätze, um dem globalen Klimawandel zu begegnen, betont das UBA.

Erhöhte Nutzung der Kernenergie zur CO2-Emissionsminderung bei JI und CDM nicht zulässig

Die Umsetzung der projektbasierten Mechanismen CDM und JI des Kyoto-Protokolls regelt in Deutschland das Projekt-Mechanismen-Gesetz (ProMechG). Die DEHSt im UBA ist dafür zuständig, die Projekte nach internationalen klimaschutzpolitischen Anforderungen zu prüfen und zu genehmigen. Anträge für CDM-Projekte müssen das Vorhaben detailliert beschreiben und angeben, wie viel Treibhausgase es reduzieren wird. Die DEHSt prüft zudem, ob die Berechnung der so genannten Referenzfall-Emissionen – also die Menge an Treibhausgasen, die ausgestoßen würden, falls die Maßnahme unterbliebe – realistisch ist. Für CDM- und JI-Projekte ist die erhöhte Verwendung der Kernenergie zur CO2-Emissionsminderung nicht zulässig. Potenziell umweltschädliche Klimaschutzprojekte – wie große Staudammprojekte – unterliegen besonderen Anforderungen an den Umweltschutz.

24.02.2006   Quelle: UBA   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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