Hessische Jusos wollen Stilllegung der Atomreaktoren Biblis A und B

In einem Offenen Brief an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) fordert Fabio Longo, Vorsitzender des Juso-Unterbezirks Marburg-Biedenkopf und Vorstandsmitglied von EUROSOLAR Deutschland, dass die AKW Biblis A und B wegen der Beinahe-Katastrophe im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark umgehend stillgelegt werden und eine Sicherheitsprüfung angeordnet wird.   Die Juso-Mitglieder verbinden mit dem Schreiben die Übergabe von […]

In einem Offenen Brief an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) fordert Fabio Longo, Vorsitzender des Juso-Unterbezirks Marburg-Biedenkopf und Vorstandsmitglied von EUROSOLAR Deutschland, dass die AKW Biblis A und B wegen der Beinahe-Katastrophe im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark umgehend stillgelegt werden und eine Sicherheitsprüfung angeordnet wird.   Die Juso-Mitglieder verbinden mit dem Schreiben die Übergabe von 1.500 Unterschriften aus einer Aktion zum Tschernobyl-Gedenktag unter dem Motto „Erneuerbare Energien statt Atom“.

Der Störfall im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark mache deutlich, wie unverantwortlich die Energiepolitik der hessischen Landesregierung sei, betonen die Jusos in dem Brief an Koch. „Nicht nur in Forsmark, sondern auch im hessischen Biblis ist die Gefahr einer Kernschmelze gegenwärtig“, warnen die Jungsozialisten. Umso unverständlicher sei Kochs „gebetsmühlenartig vorgetragene“ Forderung nach einer Laufzeitverlängerung für die beiden „Schrottreaktoren“ in Biblis und „geradezu zynisch“ seine Forderung nach einem Neubau von Atomkraftwerken.

170.000 Arbeitsplätze für erneuerbare Energien – 900 in Biblis

Kochs „Atomlobbyismus“ sei der Versuch, die Wende zu den erneuerbaren Energien zu verhindern, zum Schaden des Wirtschafts- und Technologiestandorts Nord- und Mittelhessen. „Schon knapp 2.500 Arbeitsplätze sind zwischen Marburg und Kassel im Bereich dezentraler und erneuerbarer Energietechnologien entstanden (zum Vergleich: 900 Arbeitsplätze in Biblis)“, erinnert Longo. „Wir könnten schon heute deutlich mehr als 170.000 Arbeitsplätze im Bereich erneuerbare Energietechnologien haben, wenn Ihre Landesregierung dieser Erfolgsgeschichte rot-grüner Politik nicht einen Stein nach dem anderen in den Weg legen würde. Ihre Verhinderungsplanung gegen die Windenergie und die weitgehend tatenlose Ankündigungspolitik im Bereich Biomasse legen Zeugnis davon ab“, heißt es wörtlich in dem Offenen Brief.

08.08.2006   Quelle:   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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