Thüringen: Biogastechnologie auf dem Vormarsch

„Zur Vermeidung oder zumindest zur Reduktion der energiebedingten Umweltauswirkungen gelten regenerative Energien mehr und mehr als ‚Hoffnungsträger“, erklärte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, anlässlich der Inbetriebnahme einer Biogasanlage der SARIA ReFood GmbH in Schwallungen (Landkreis Schmalkalden-Meiningen). Die Verarbeitungskapazität der Anlage beträgt 78.000 Tonnen pro Jahr. Der künftig erzeugte Strom […]

„Zur Vermeidung oder zumindest zur Reduktion der energiebedingten Umweltauswirkungen gelten regenerative Energien mehr und mehr als ‚Hoffnungsträger“, erklärte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, anlässlich der Inbetriebnahme einer Biogasanlage der SARIA ReFood GmbH in Schwallungen (Landkreis Schmalkalden-Meiningen). Die Verarbeitungskapazität der Anlage beträgt 78.000 Tonnen pro Jahr. Der künftig erzeugte Strom reicht rechnerisch aus, um rund 5.000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom und gleichzeitig 500 Haushalte mit Wärme zu versorgen. Die Wärmeenergie wird in dem Unternehmen auch für die Hygienisierung und im Prozess der Fettabscheidung genutzt.
 
Potenzial der Biogasgewinnung beachtlich und energiewirtschaftlich relevant

Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2004 schaffte die Grundlagen für eine deutliche Beschleunigung der Einführung der Biogastechnologie in der Landwirtschaft Thüringens, so der Minister. Die Attraktivität von Biogasanlagen werde sich dadurch steigern, dass seit dem 1. November 2006 in Deutschland keine Küchen- und Speisereste mehr an Tiere verfüttert werden dürfen und sich die Vergärung dieser Abfälle in einer Biogasanlage als kostengünstige Alternative zur herkömmlichen Abfallentsorgung anbiete. „Das im landwirtschaftlichen Sektor bestehende technische Potenzial der Biogasgewinnung in Thüringen ist beachtlich und energiewirtschaftlich relevant. Die Potenzialnutzung erfolgt deutschlandweit bisher jedoch auf einem nur geringen Niveau. Insbesondere die Nutzung der verfügbaren Wärmeenergie sollte zukünftig weiter vorangetrieben werden, um die Energieressourcen wesentlich besser auszunutzen“, sagte Minister Sklenar.

Biogas-Strom für 43.000 Haushalte

Der Bestand an Biogasanlagen hat sich in Thüringen hat sich nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in den vergangenen drei Jahren fast verdoppelt. 61 Anlagen seien derzeit in Betrieb und weitere 50 in Vorbereitung. Die installierte Leistung der bestehenden Anlagen betrage in diesem Jahr etwa 21.403 Kilowatt (kW) bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 7.500 Stunden pro Jahr. Die jährliche Elektroenergieerzeugung liege derzeit bei rund 128,4 Gigawattstunden (GWh/Jahr). Das entspreche der Stromversorgung von 43.000 Haushalten. Die Wärmeenergieerzeugung in Thüringen beträgt laut Landwirtschaftsministerium zirka 16,5 GWh/Jahr, was in etwa dem Gegenwert von 16,5 Millionen Litern Heizöl entspreche.

11.11.2006   Quelle:   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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