Solarzellen-Hersteller Q-Cells steigert Umsatz um 80 % und sichert langfristige Versorgung mit metallurgischem Silizium

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Die Q-Cells AG (Thalheim, QCE; WKN 555866) hat sich durch einen langfristigen Liefervertrag mit dem zur norwegischen Orkla-Gruppe gehörenden Unternehmen Elkem Solar (Oslo) die Versorgung mit erheblichen Mengen an metallurgischem Silizium für die Zeit bis 2018 gesichert, um ihr weiteres Wachstum im Kerngeschäft zu sichern. Das berichtet Q-Cells in einer Pressemitteilung. Der Vertrag sehe vor, dass Elkem Solar die Q-Cells AG ab dem Jahr 2008 mit vertraglich festgelegten Mengen an metallurgischem Silizium beliefert. Neben einer Grundmenge – 800 Tonnen im Jahr 2008, 2.800 Tonnnen 2009 und jeweils 2.400 Tonnen in den Jahren 2010 bis 2018 – habe die Q-Cells AG die Option, zusätzlich bis zu 1.600 Tonnen im Jahr 2010 und zwischen 2.500 und 5.000 Tonnen in den folgenden Jahren der Vertragslaufzeit zu beziehen, sofern Elkem Solar die Produktionskapazitäten weiter ausbaue.

Vorläufiges Geschäftsergebnis für 2006:
Umsatz um 80 % gesteigert; 87,7 Millionen Jahresüberschuss
Nach den vorliegenden, noch vorläufigen Zahlen hat die Q-Cells AG im Jahr 2006 Solarzellen mit einer Gesamtleistung von 253,1 Megawatt (MWp) produziert. Das entspreche einer Steigerung um 53 % gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend erhöhte sich der Umsatz um 80 % auf 539,5 Millionen Euro (2005: 299,4 Mio.Euro) bei einer Bestandserhöhung von 18,7 Millionen Euro. EBIT und Jahresüberschuss wuchsen überproportional um 104 bzw. 120 % auf 129,1 Millionen Euro und 87,7 Millionen Euro (Vorjahr: 63,2 Mio. Euro bzw. 39,9 Mio. Euro). Zusätzlich verbuchte Q-Cells einen einmaligen außerordentlichen Ergebnisbeitrag aus der erstmaligen Bilanzierung der EverQ-Anteile in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags.

Solar-Silizium für Solarzellen mit bis zu 10 Gigawatt Gesamtleistung
Die Gesamtmenge an Silizium, die im Rahmen des Vertrags mit Elkem Solar geliefert werden soll, entspricht laut Q-Cells voraussichtlich einer Gesamtleistung der daraus produzierten Solarzellen von mehr als 10 Gigawatt (GWp). Das bedeute, dass die Q-Cells AG angesichts der bereits heute vertraglich gesicherten Mengen an multikristallinem und metallurgischem Silizium voraussichtlich bereits im Jahr 2010 genügend Material zur Verfügung haben werde, um mehr als 1 GWp an Solarzellen jährlich zu produzieren. Die Grundmenge entspreche etwa der Hälfte der von Elkem Solar gegenwärtig geplanten Produktion. Zusätzlich habe Q-Cells die Option auf bis zu 30 % des Produktionsvolumens jeder neuen Produktionsstätte, die Elkem Solar während der Vertragslaufzeit errichtet. Die Kaufpreise für das Silizium basieren laut Q-Cells auf den Marktpreisen. Die Preise für 2008 und 2009 seien festgelegt, und für die Jahre 2010 und 2011 sei der Preis zu 50 % festgelegt und zu 50 % variabel, abhängig vom jeweiligen Marktpreis. Ab 2012 bezahle Q-Cells einen variablen Marktpreis, der jährlich ausgehandelt werden soll.

Gute Ergebnisse bei Einsatz von metallurgischem Silizium in der Produktion von Solarzellen
In umfangreichen Tests in der Produktion von Ingots, Wafern und Solarzellen habe Q-Cells bestätigt, dass mit dem von Elkem Solar gelieferten Material, das noch nicht im großen Maßstab industriell hergestellt wird, vergleichbare Wirkungsgrade und Erträge erreicht werden können wie mit hochreinem multikristallinem Silizium, für das ein deutlich aufwändigerer Herstellungsprozess nötig ist. Für die Herstellung von Siliziumwafern und Solarzellen müsse das metallurgische Material vorerst noch mit hochreinem Silizium gemischt werden. Versuchsreihen hätten aber gezeigt, dass das Material durch begrenzte Anpassungen bei Prozess und Produkt ohne Beimischung verwendet werden könne. Ziel sei, das anfängliche Mischungsverhältnis von bis zu 50 % zu steigern, um mittelfristig Solarzellen aus 100 % metallurgischem Silizium herstellen zu können. Der Einsatz des metallurgischen Siliziums werde einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die heute noch bestehende Knappheit an Silizium dauerhaft zu überwinden und damit die Kosten der Photovoltaik deutlich zu senken.

Beteiligung an langfristigem Partner REC
Im Zusammenhang mit dem Silizium-Vertrag will die Q-Cells AG 17,9 % der Anteile (88.456.767 Aktien) an der REC Renewable Energy Corporation ASA mit Sitz in Høvik/Norwegen von Good Energies übernehmen. Zusätzlich zur Sicherung großer Mengen an metallurgischem Silizium beteilige sich die Q-Cells AG damit am weltweit größten Hersteller von multikristallinem Silizium sowie von Siliziumwafern für die Solarzellenproduktion und einem der führenden Photovoltaikunternehmen der Welt. REC sei ein langfristiger und strategisch wichtiger Partner seit Produktionsbeginn von Q-Cells und einer der bedeutendsten Lieferanten des Unternehmens. Die Beteiligung an REC sei ein deutliches Zeichen, dass die Q-Cells AG weiterhin von der großen Bedeutung der Siemens- und Flussbettreaktor-Technologie zur Siliziumherstellung für die Solarzellenproduktion überzeugt ist. Die Beteiligung werde die Beziehungen zwischen der Q-Cells AG und REC weiter stärken, die nicht nur langfristige Lieferverträge umfassen, sondern auch die gemeinsamen Unternehmen EverQ GmbH und CSG Solar AG.

Hauptanteilseigner Good Energies erhöht Beteiligung an Q-Cells auf 29,9 %
Im Zusammenhang mit diesem Anteilserwerb erhöhe die Good Energies Investments B.V. ihre Beteiligung an Q-Cells. Im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung begebe Q-Cells 34.323.579 neue Aktien an Good Energies. Von diesen Aktien sollen 3.753.595 als Stammaktien herausgegeben werden. Damit erreiche Good Energies einen Stimmrechtsanteil von 29,9 %. Die weiteren 30.569.984 Aktien sind laut Q-Cells Vorzugsaktien. Good Energies habe gegenüber Q-Cells zu erkennen gegeben, dass sie ihren Anteil an stimmberechtigten Aktien gegenwärtig nicht auf über 29,9% erhöhen wolle.

Wachstum zwischen 30 und 40 % geplant
Zu Beginn des Jahres 2007 entwickeln sich die Verkäufe in den wichtigen Märkten Deutschland und Spanien weiterhin günstig, berichtet Q-Cells. Das Unternehmen erwartet, dass dieser positive Trend sich im weiteren Verlauf des Jahres 2007 fortsetzen wird. Q-Cells prognostiziert ein Wachstum des Umsatzes und des Jahresüberschusses im Kerngeschäft von rund 30 % für das Jahr 2007. Zusätzlich erwartet das Unternehmen einen außerordentlichen, einmaligen Ergebnisbeitrag aus dem Verkauf von Silizium an die EverQ GmbH. Q-Cells rechnet damit, dass die Tochtergesellschaften, welche die Produktion zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr 2007 aufnehmen werden, erste Umsätze aus der Testproduktion erwirtschaften. Die Anlaufaufwendungen für die neuen Fabriken der Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sowie das einmalige Ergebnis aus Siliziumverkäufen würden voraussichtlich zu saldierten Aufwendungen von zirka 10 Millionen Euro führen. Für 2008 setzt sich die Q-Cells AG zum Ziel, einen Umsatz von etwa einer Milliarde Euro und eine Umsatzrendite von 13 % zu erreichen.
Aufgrund des neuen Vertrags über die Lieferung von metallurgischem Silizium erwartet die Q-Cells AG ein zusätzliches starkes Wachstum des Produktionsvolumens im Jahr 2009. Bezüglich des Umsatzes liege das Ziel bei einem Wachstum von zirka 40 %.

05.02.2007 | Quelle: Q-Cells AG | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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