Wärmster Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen: Wissenschaftler empfehlen Umstieg auf erneuerbare Energien

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Der meteorologische Winter hat am 28. Februar 2007 mit einem Rekord geendet, so die Universität Hohenheim in einer Presseerklärung. Die langjährigen Messungen der meteorologischen Station der Universität haben ergeben, dass die Durchschnittstemperatur im Winter 2006/07 bei 4,5 Grad Celsius lag. Das bedeute, dass der Winter 3 Grad wärmer war als die Winter der Jahre 1971 bis 2000.
Zwar habe es in den Jahren 1915/16, 1989/90 und 1990/91 auch relativ warme Winter gegeben, damals hätten die Durchschnittstemperaturen aber nur bei 3,8 Grad gelegen. Als Besorgnis erregend werten die Forscher, dass von den zehn wärmsten Wintern der letzten 130 Jahre sieben in die vergangenen 20 Jahre fallen.

Weltweiter Temperaturanstieg um 0,74 Grad
Die Hohenheimer Temperaturmessungen decken sich mit den internationalen Klimatrends. Global sei die Jahrestemperatur in den vergangenen 100 Jahren um 0,74 Grad gestiegen, errechnete die Klima-Expertengruppe der Vereinten Nationen (Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC). Vor allem im nördlichen Teil der Erde hätten sich die Landmassen stark erwärmt. In Deutschland trage diese Erwärmung des weltweiten Klimas dazu bei, dass es im Winter milder und verregneter ist, während die Sommer eher trockener sind als das langjährige Mittel. „In Teilen Deutschlands, vor allem auch in Baden-Württemberg ist dieser Trend noch ausgeprägter“ erklärt Prof. Dr. Volker Wulfmeyer vom Institut für Physik und Meteorologie der Uni Hohenheim. „Hier besteht noch dringender Forschungsbedarf. Denn bislang können wir die globale Erderwärmung nur in einem sehr großen Maßstab im Computer simulieren. Um uns auf die künftigen Veränderungen einzustellen, brauchen wir aber genauere Vorstellungen, wie sich die Klimaänderung vor Ort im Detail auswirkt.“

Wissenschaftler empfehlen, schnell auf erneuerbare Energien umzusteigen
Die Hohenheimer Wissenschaftler machen den Anstieg der Treibhausgase, allen voran Kohlendioxid und Methan, für die Temperaturerhöhung der vergangenen 25 bis 30 Jahre verantwortlich. „Die einzige Lösung dieses Dilemmas liegt in der sofortigen globalen Verringerung von Treibhausgasen“, sagt Prof. Dr. Wulfmeyer. Die Politik sei nun gefordert auf erneuerbare Energiequellen wie beispielsweise die Sonne zu setzen. „Hier haben wir ein gewaltiges, kostenloses Energiepotenzial, das bisher praktisch ungenutzt bleibt“, so Wulfmeyer. Schnelles Handeln sei die einzige Chance, die Klimaveränderung aufzuhalten, betont der Professor.

03.03.2007 | Quelle: Universität Hohenheim | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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