Klimaschutz: Die Verbraucher reagieren nur träge

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Der Friedrichshafener Wirtschaftswissenschaftler Birger P. Priddat widerspricht der Hoffnung, die Flut der Energiespartipps könne das Verhalten der Konsumenten schnell ändern. Der Klimaschutz habe es inzwischen zwar in die Schlagzeilen der Zeitungen geschafft, er bestimme aber „noch längst nicht das Verhalten der Millionen Autofahrer oder Hausbesitzer“, sagt Priddat in der ZEIT.
Auch wenn sich in Umfragen viele Menschen zum Klimaschutz bekennen würden, spielten andere Faktoren eine Rolle, wenn es tatsächlich gelte, „sich für ein Ferienziel zu entscheiden, wenn es um die Alternative geht, mit der Bahn an die Ostsee oder mit dem Flugzeug nach Mallorca zu reisen“. Er halte es deshalb für „ziemlich gewagt, beim Klimaschutz allein auf individuelle Verhaltensänderungen zu setzen“, so Priddat.

Finanzielle Anreize reichen allein nicht aus
Die Verbraucher würden ihr Verhalten nur dann ändern, wenn sie finanzielle Anreize dafür hätten und gleichzeitig ihr soziales Umfeld die Sache wichtig nehme, sagt der Ökonom. Monetäre Anreize allein bewirkten wenig, wenn sie zu Lasten des Status und der Reputation gingen. Energie zu sparen gelte dann schnell als „kleinlich“, als ein Vorgang, der Lebensfreude koste und wie eine „Spaßbremse“ wirke. „Spaßbremser will aber heute niemand gern sein“, so Priddat. Das komplette Interview ist veröffentlicht in der ZEIT Nr. 13 vom 22. März 2007.

24.03.2007 | Quelle: DIE ZEIT | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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