Neue Forschungsanlage für CIS-Solar-Module

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An der Hochschule in Albstadt (Baden-Württemberg) nahm die Landesumweltministerin Tanja Gönner am Donnerstag, 5. April, eine neue Testanlage für Photovoltaik-Module in Betrieb. Damit sei die Hochschule Albstadt-Sigmaringen die erste Hochschule in Deutschland, welche die neuartigen Kupfer-Indium-Diselenid-Module (CIS-Module) an der frischen Luft unter realen Bedingungen erprobt, heißt es in der Pressemitteilung der Hochschule. „Nachdem die Sonne schon an ist, müssen wir nur noch die Anlage anschalten“, scherzte Rektor Professor Dr. Günter Rexer angesichts des sonnigen Wetters. Gerne folgte die Umweltministerin aus Stuttgart der Einladung, geht es doch um die Entwicklung leistungsfähigerer Solarzellen und damit um einen wichtigen Beitrag zur Nutzung der erneuerbaren Energien.
„Eins muss klar sein, der Klimawandel hat begonnen, wir sind mittendrin; und der Klimawandel wird Auswirkungen haben“, sagte Tanja Gönner. Jetzt gehe es darum, den Klimawandel zu begrenzen und die Erderwärmung zu bremsen. Energie einsparen, Energie effizienter nutzen und erneuerbare Energien fördern, das seien die drei Hauptmaßnahmen gegen den Klimawandel. Die Nutzung der Sonnenenergie sei daher eine wichtige Aufgabe. Erfreulicherweise sei die Zahl der Solarstrom-Anlagen in Baden-Württemberg in den letzten Jahren deutlich gestiegen, dennoch würden auf diese Weise erst 0,33 Prozent des Stroms erzeugt.
„Wer den Albklimastress überlebt, ist fit für ganz Deutschland“
Albstadt mit seiner hohen Sonnenscheindauer und gleichzeitig extremen Witterungsbedingungen, etwa den kalten Wintern, sei ein ideales Testfeld für Solaranlagen, sagte Professor Kuhn, der die Errichtung der Photovoltaik-Anlage initiiert hat und den Betrieb wissenschaftlich begleitet. „Wer den Albklimastress überlebt, ist damit fit für ganz Deutschland“, so Kuhn weiter. Bereits seit 2001 werden an der Hochschule verschiedene Solarmodule im Dauerbetrieb getestet. Die ersten 56 Module aus dem Jahr 2001, die eine Fläche von 45,8 Quadratmetern einnehmen, hatten eine Nennleistung von 4,692 Kilowatt peak (kWp). Mit der neuen Anlage sind noch mal 51 Module auf rund 60 Quadratmetern dazu gekommen, sie hat eine Nennleistung von 11,083 kWp. Die Einrichtung und Erforschung der Photovoltaik-Anlagen an der Hochschule gehe auf die Gründung des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen im Rahmen der Zukunftsinitiative des Landes zurück, berichtete Kuhn. Damals sei die Frage gewesen, in welchem Bereich man das Geld sinnvoll investieren könne. Jetzt könnten die angehenden Wirtschaftsingenieure sich in ihrem Studium intensiv und ganz praxisnah mit dem Zukunftsthema Solarenergie befassen.

Messdaten der Solarmodule im Internet
„Wir machen hier auch firmenunabhängige Beratung für Investoren“, betonte Professor Kuhn. Die Umweltministerin hob hervor, dass die Hochschule in der Wirtschaft als wissenschaftlicher Partner anerkannt werde. Das zeige auch die Unterstützung der Forschungsprojekte, besonders durch die Unternehmen Ralos, Sputnik, Würth Solar, sowie der Albstadtwerke und der Stadtwerke Balingen. In Albstadt werden zurzeit zwei Generationen Solarmodule aus amorphem Silizium getestet, drei verschiedene Arten polykristalliner Solarzellen und fünf verschiedene Arten monokristalliner Silizium-Solarzellen, sowie zwei verschiedene Arten der neuen CIS-Module, die ohne Silizium hergestellt werden. Letztere können in einem Dünnschichtverfahren wie auch das amorphe Silizium hergestellt werden. Dadurch wird hundert Mal weniger Material und auch bedeutend weniger Energie bei der Produktion benötigt, erläuterte Bernhard Dimmler, Leiter Forschung und Entwicklung von Würth Solar.
Die aktuellen Messdaten der Solarmodulen können im Internet eingesehen werden unter http://www.wiw.fh-albsig.de/solar

12.04.2007 | Quelle: Hochschule Albstadt-Sigmaringen | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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