Bundesumweltministerium veröffentlicht Jahresbericht 2006 zur Forschungsförderung für erneuerbare Energien

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Der Jahresbericht „INNOVATION DURCH FORSCHUNG“ des BMU erscheint am Dienstag, dem 17. April 2006, nun schon das zweite Mal als eigenständige Publikation. Er gibt einen Einblick in die vom Bundesumweltministerium (BMU) geförderten Projekte und zeigt die enormen Potenziale der Technologieforschung für die Nutzung der erneuerbaren Energien. Themen sind die Photovoltaik, die Windenergie, Geothermie, Niedertemperatur-Solarthermie, und Solarthermische Kraftwerke. Mit seiner Forschungsförderung möchte das BMU zum Erreichen der Ausbauziele für erneuerbare Energien beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen stärken und damit Arbeitsplätze schaffen und sichern. „Damit diese Ziele erreicht werden können, müssen die Kosten für erneuerbare Energien weiter gesenkt, die Energiesysteme insgesamt optimiert und die Umwelt- und Naturverträglichkeit erneuerbarer Energien sichergestellt werden“, heißt es in der Broschüre.
„Durch gezielte und konsequente Forschungsförderung stärken wir die Spitzenstellung deutscher Unternehmen und Forschungsinstitute und schaffen Arbeitsplätze in einem weltweit rasant wachsenden Markt“, fasst Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Aktivität seines Ministeriums zusammen.

Photovoltaik: Rekord-Wirkungsgrade mit innovativen Solarzellen
Mit Unterstützung des BMU hat die Q-Cells AG in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (FhG-ISE) und dem Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH) eine Rückseitenkontaktzelle mit einem Wirkungsgrad von 21 % entwickelt. Die Technik soll 2007 in die Pilotfertigung überführt werden. Das BMU fördert die Technologieentwicklung mit 1,5 Millionen Euro. Bei Standard-Siliziumzellen in Siebdrucktechnik wurde mit Förderung durch das BMU ein Weltrekord erzielt: Die SolarWorld Industries Deutschland GmbH aus München hat eine kostengünstige kristalline Silizium-Solarzelle mit einem Wirkungsgrad von 18,8 % entwickelt. Damit rücke das Ziel, mittelfristig in der Produktion Wirkungsgrade von 20 % zu erreichen, in realistische Nähe. Das Forschungsvorhaben wird vom BMU mit rund 2,5 Millionen Euro unterstützt. Das BMU fördert darüber hinaus die Entwicklung von Recyclingkonzepten für Photovoltaik-Produkte. Im Vordergrund der thermischen und mechanischen Recyclingverfahren steht die Wiederverwertung von Solar-Wafern. Weitere Konzepte beschäftigen sich mit Dünnschichtmodulen. Die Recyclingverfahren seien für Unternehmen wirtschaftlich attraktiv und unterstützten die Nachhaltigkeit der Photovoltaik. Das Verbundvorhaben der Deutschen Solar AG und der Technischen Universität Freiberg wird vom BMU mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert.

Windenergie: Innovationszentrum für Rotorblätter, Verbesserung von Gründungsstrukturen für Offshore-Windenergieanlagen
Das Fraunhofer-Center für Windenergie und Meerestechnik (CWMT) wird ein Test- und Innovationszentrum für Rotorblätter von Windenergieanlagen errichten. Damit werde die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Windanlagen-Industrie gestärkt, so das BMU. Das unabhängige „Kompetenzzentrum Rotorblatt“ soll innerhalb von zwei Jahren in Bremerhaven entstehen. Ziel ist, Prüfstände für die Untersuchung von Rotorblättern zu entwickeln und aufzubauen. Darüber hinaus sollen neue Testmethoden und Verfahren entwickelt werden, um langfristig aufwändige Tests an Original-Rotorblättern durch einfache Tests an Modellen sowie durch Simulationen zu ersetzen. Das BMU fördert das Projekt mit rund 7 Millionen Euro. Ein Forschungsnetzwerk unter Leitung der Weser-Wind GmbH beschäftigt sich mit der Verbesserung von Gründungsstrukturen für Offshore-Windenergieanlagen. Für große Wassertiefen und hohe Wellen- und Windbelastungen eignen sich Tripod- und Jacketstrukturen (drei- bzw. vierbeinige Gründungen), da diese steifer sind als die bisher meist verwendeten Monopilestrukturen. Ziel ist, den Materialeinsatz, den Montageablauf und die Fertigungsverfahren für eine Serienproduktion zu optimieren. Das BMU fördert das Vorhaben mit 2,3 Millionen Euro.

Geothermie: neue Bohranlagen, innovative Förderpumpe
Die Herrenknecht Vertical GmbH hat gemeinsam mit dem Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) und der Firma Anger’s eine neue Anlage für tiefe geothermische Bohrungen entwickelt. Die modular aufgebaute Bohranlage arbeitet laut BMU besonders kostengünstig und erfülle hohe Sicherheits- und Umweltstandards. Bei der Entwicklung sei besonderes Augenmerk auf geringe Lärmemissionen gelegt worden. Das sei ein Vorteil, da geothermische Bohrungen häufig in der Nähe von Wohngebieten stattfinden, damit die geförderte Wärme vor Ort abgenommen werden kann. Das BMU war an der Gesamtentwicklung der Anlage mit 2,4 Millionen Euro beteiligt. Die Firma Flowserve aus Hamburg wird mit Unterstützung des BMU eine innovative Förderpumpe entwickeln, die an die besonderen Anforderungen der Geothermie angepasst ist. Die zu entwickelnde Unterwassermotorpumpe muss zum einen den hohen Temperaturen zwischen 100 und 160 °C und zum anderen der teilweise agressiven Beschaffenheit des zu fördernden Thermalwassers standhalten. Sie soll gegenüber den heute verfügbaren Pumpen zuverlässig funktionieren und so das wirtschaftliche Risiko eines Pumpenausfalls minimieren. Das BMU fördert das Vorhaben mit rund 4,7 Millioen Euro.

Niedertemperatur-Solarthermie: Solarwärme für 320 Wohnungen
Mit dem Solarwärmeprojekt München-Ackermannbogen soll der Heizenergiebedarf von 320 Wohnungen zu rund 47 % solar gedeckt werden. Dazu haben die Stadt München und die Stadtwerke auf drei großen Mehrfamilienhäusern insgesamt 2.900 Quadratmeter Solarkollektorfläche montiert. Die solar gewonnene Wärme wird an einen Beton-Heißwasserspeicher geliefert. Dieser saisonale Wärmespeicher ist europaweit neuartig. Durch das Projekt werden rund 160 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden. Das BMU fördert das Projekt mit 1,8 Millionen Euro.

Solarthermische Kraftwerke: Parabolrinnenkraftwerk mit deutscher Spitzentechnologie
Im Juni 2006 haben in Spanien die Bauarbeiten für das erste solarthermische Parabolrinnenkraftwerk in Europa begonnen. Das Kraftwerk Andasol I soll ab 2008 eine solare Leistung von 50 Megawatt (MW) in das spanische Stromnetz einspeisen und rund 200.000 Menschen mit Sonnenstrom versorgen. Sein technisches Highlight ist ein Speicher, der den Kraftwerksbetrieb ohne Sonneneinstrahlung für über sieben Stunden bei voller Leistung aufrechterhalten kann. In Andasol kommt überwiegend deutsche Spitzentechnologie zum Einsatz, die mit Unterstützung des BMU entwickelt wurde. Die Mainzer Schott AG hat ihre Serienproduktion für Receiver ausgebaut. Im September 2006 wurde eine neue Fertigungsstätte mit 80 neuen Arbeitsplätzen am Standort Mitterteich in der Oberpfalz eingeweiht. Receiver sind hochleistungsfähige Strahlungsempfänger und das Herzstück von solarthermischen Parabolrinnenkraftwerken. Das BMU hat die Entwicklung dieser weltweit effizientesten Receiver mit insgesamt 3,9 Millionen Euro unterstützt.

Mittelständisch geprägte Branche gibt wichtige arbeitsmarktpolitische Impulse

Ein Vorhaben unter der Leitung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) untersucht die Auswirkungen des Ausbaus der erneuerbaren Energien auf den deutschen Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2030. Hierzu wurden mehr als 1.100 Unternehmen der Branche befragt. Es zeigte sich, dass die Branche klar mittelständisch geprägt ist und in strukturschwachen Gebieten wichtige arbeitsmarktpolitische Impulse gibt.

Bericht im Internet, gedruckte Exemplare können kostenlos bezogen werden
Der Jahresbericht 2006 zur Forschungsförderung für erneuerbare Energien „INNOVATION DURCH FORSCHUNG“ wird ab dem 17. April 2006, im Internet zur Verfügung stehen unter www.erneuerbare-energien.de. Gedruckte Exemplare können unter der Bestellnummer 2101 kostenlos bezogen werden per E-Mail an bmu@broschuerenversand.de oder telefonisch: 03018 305- 3355, bzw. per Fax: 03018 305 – 3356

17.04.2007 | Quelle: BMU | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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