Europäische Energie- und Umweltschutzberater begrüßen Einführung des Energieausweises

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Der Europäische Verband der Energie- und Umweltschutzberater (EVEU) befürwortet die vom Bundeskabinett beschlossene Einführung eines Energieausweises für Immobilien. Hauseigentümer müssen den Energiepass ab 2008 bei einem Verkauf oder bei der Vermietung vorlegen. Der Ausweis soll Auskunft geben über den Wärme- und Stromverbrauch des Gebäudes und damit Energiekosten und Umweltverträglichkeit anschaulich machen.
„Der Energieausweis schafft Transparenz und ist ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz!“, erklärt der EVEU-Vorsitzende Franz Sedlmeier. Schließlich würden rund 40 Prozent der Energie in Deutschland in Gebäuden verbraucht– das meiste davon für die Heizung. So entstehe in deutschen Heizungskellern annähernd so viel CO2 wie im viel gescholtenen Autoverkehr, betont der EVEU Der Verband hofft, dass der Energieausweis den gewünschten Effekt haben wird. „Der Energieausweis soll die Miet- oder Kaufentscheidung bei Immobilien beeinflussen, ja sogar zum zentralen Element dabei werden“, sagt Sedlmeier. Der EVEU-Vorsitzende ist jedoch skeptisch, ob dieses Ziel erreicht werden kann: „Da muss sich noch einiges ändern, sonst läuft der Energieausweis völlig ins Leere“.

Umweltbewusstsein bei der Haus- und Wohnungssuche hilft sparen
Seldmeier kritisiert die nachlässige Haltung vieler Mieter gegenüber dem Energieverbrauch. Viele Verbraucher würden mittlerweile zwar beim Kauf ihres Autos oder Kühlschranks auf die Umweltverträglichkeit achten, nicht aber bei der Wohnungssuche. „Das Umweltbewusstsein der Deutschen ist in den letzten Jahren in vielen Bereichen enorm angestiegen. In einigen Bereichen aber ist es noch fast gar nicht aktiviert“, sagt Sedlmeier. Dazu zählten beispielsweise Fernreisen oder Immobilien. „Bei der Wohnungssuche zählen zunächst Größe und Lage“, weiß Sedlmeier. Beim Preis stelle sich dann lediglich die Frage, ob man sich das leisten könne, nicht aber, ob man mit einer anderen Wohnung sparen oder gar etwas für die Umwelt tun könnte.

Bei einem Nutzerwechsel wird der Energiepass zur Pflicht
Vom 1. Januar 2008 an braucht jedes vor 1965 gebaute Haus bei einem Nutzerwechsel den Energieausweis, ein halbes Jahr später sind auch jüngere Häuser an der Reihe. Ausgenommen von der Regelung sind selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser. Begutachtet werden vor allem die Dämmung, die Fenster und die Heizung. Ausgestellt wird der Energieausweis von einem autorisierten Energieberater, die Kosten richten sich nach Alter und Größe des Gebäudes. Nähere Informationen zum Gebäudeenergieausweis und Adressen von Energieberatern vor Ort gibt es beim EVEU im Internet unter www.eveu.de

19.05.2007 | Quelle: Europäischer Verband der Energie- und Umweltschutzberater (EVEU) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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