Solarpraxis-Fachzeitschrift „Photovoltaik“: Marktdaten für 2006 deuten auf Stillstand hin

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Erste belastbare Zahlen und Stimmen aus dem deutschen Photovoltaik-Markt würden für das Jahr 2006 auf eine Stagnation schließen lassen, berichtet die Solarpraxis AG in ihrem Newsletter. Die Datenlage sei jedoch wie in den Vorjahren von großen Unsicherheiten geprägt, so die am 14. Juni 2007 erstmalig von der Verlagsgemeinschaft Alfons W. Gentner Verlag und Solarpraxis AG herausgegebene Fachzeitschrift „Photovoltaik – Magazin für Profis“. Grundlage der Markeinschätzung sei eine Hochrechnung bereits veröffentlichter und bestätigter Zahlen der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), die 2005 rund acht Prozent des Marktvolumens darstellten.

Zahlen der Netzbetreiber mit Vorsicht zu genießen
Während 2005 in den vier betrachteten Versorgungsgebieten der EnBW noch Anlagen mit einer Gesamtleistung von 62.336 Kilowatt (kWp) neu installiert wurden, seien es im letzten Jahr nur noch 61.752 kWp gewesen. Exakte Zahlen für den Gesamtmarkt in Deutschland würden erst nach dem Vorliegen der Zahlen aller deutschen Netzbetreiber im zweiten Halbjahr 2007 erwartet. Bisher seien diese Zahlen allerdings auch für die Vorjahre mit äußerster Vorsicht zu genießen gewesen, betont die Solarpraxis. Primärquellen wie EON Bayern beispielsweise hätten auf ihren Internetseiten zwei verschiedene Zahlen genannt – mit gewaltigen Unterschieden der Angaben von bis zu 50 Megawatt (MW). Gut für den Markt sei aber die zunehmende Transparenz im Internet. Dort stelle zum Beispiel Vattenfall Transmission detaillierte Daten bereit.

Investoren warten auf fallende Preise
Gründe für die mögliche Stagnation sind laut „Photovoltaik“ die regelmäßige Senkung (Degression) der Solarstrom-Vergütung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu Beginn eines neuen Jahres. „Das Prinzip des EEG erzwingt jedes Jahr wettbewerbsfähigere Preise; sind diese auch temporär nicht zu erreichen, sackt der Markt ab“, so die neue PV-Zeitschrift. Viele Investoren, besonders aus dem gewerblichen Bereich, warteten nun darauf, dass die Preise pro installiertem Watt Solarleistung weiter fallen.

Billigimporte aus dem deutschen Photovoltaik-Markt gedrängt
Im heimischen Markt konnten die deutschen Modulhersteller nach den Zahlen der Zeitschrift trotz des Wettbewerbs aus Fernost ihren Marktanteil von 28 Prozent (2005) auf 30 Prozent (2006) erhöhen. Gründe hierfür seien eine bessere Verfügbarkeit der deutschen Module und der deutliche Wunsch vieler Marktpartner nach qualitativ höherwertigen Produkte gewesen. Dadurch seien vor allem Billigimporte aus dem Markt gedrängt worden und Ende 2006 oftmals unverkäuflich gewesen, so die „Photovoltaik“. Ein weiterer positiver Trend für deutsche Hersteller: Der Weltmarkt für Photovoltaikanlagen ist nach Angaben von Verbänden und international tätigen Beratungsunternehmen im Jahr 2006 um 16 bis 19 Prozent gewachsen. Die Fertigung von Modulen aus Deutschland wuchs laut „Photovoltaik“ stärker als der Weltmarkt (plus 22 Prozent). Im letzten Jahr vervierfachte sich die Exportrate von vier auf 16 Prozent – bei den Solarzellen betrug die Exportquote laut BSW-Solar e.V. sogar 35 Prozent. Die genauen Quellen und weitere Hintergründe sind zu finden in einer Vorabveröffentlichung aus der „Photovoltaik“ unter http://www.photovoltaik.eu.

12.06.2007 | Quelle: Solarpraxis AG | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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