EU-Biogas-Barometer 2007: Wachstum im Jahr 2006 um 13,6 %

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Biogas werde für die Länder der Europäischen Union, die Aufbereitungswege entsprechend ihres Potenzials entwickeln, auf Grund seiner Vorteile in Bezug auf Umwelt und Energieproduktion immer interessanter, berichtet das EU-Projekt EurObserv’ER in einer Pressemitteilung. So seien im Jahr 2006 fast 5,3 Millionen Tonnen Ölgleichwert produziert worden, was gegenüber 2005 einem Wachstum von 13,6% entspreche. EurObserv’ER legt in seinem Barometer erschienen in Nr. 179 der französischen Zeitschrift “Systèmes Solaires – Le Journal des Énergies Renouvelables”, die aktuelle Tendenz des Sektors dar.
5,35 Millionen Tonnen Rohöl-Äquivalent in der EU aufbereitet
Die Primärenergieproduktion von Biogas ist laut EurObserv’ER auch 2006 wieder deutlich gestiegen und verzeichnet ein Wachstum von 13,6 % gegenüber 2005 (5.35 Millionen Tonnen Rohöl-Äquivalent; Mtoe). Diese Zahl enthalte ausschließlich die für die Aufbereitung bestimmte Produktion, und demnach also nicht das in Fackelrohren verbrannte Biogas. Wie auch 2005, macht das Biogas aus Deponien mit 3.1 Mtoe den größten Teil der Produktion aus. Biogas aus Methanisierungsprozessen wird jedoch nicht mehr hauptsächlich in Kläranlagen produziert, sondern fällt in die Kategorie “andere Biogase”, die Biogase aus der Landwirtschaft, kollektiven Co-Vergärungsanlagen und Hausmüllaufbereitungsanlagen umfasst. Die Bruttostromproduktion aus Biogas nimmt laut EurObserv’ER stark zu (+ 28,9%, entsprechend 17,3 Terawattstunden, TWh), und dies besonders dank einer Erhöhung der Stromproduktion in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Letztere sei erstmals höher als der allein produzierte Strom.

Großbritannien größter Biogas-Primärenergieerzeuger pro Einwohner
In Deutschland entwickle sich zur Zeit die Primärenergie aus Biogas im Wesentlichen dank der Stromerzeugung in kleinen landwirtschaftlichen Methanisierungsanlagen in Kraft-Wärme-Kopplung. Die Erzeugung von Primärenergie betrage über 1,9 Mtoe, die vorwiegend zu Strom aufgewertet werde (7,3 TWh). Großbritannien (1,7 Mtoe im Jahr 2006) bleibe weiterhin größter Primärenergieerzeuger pro Einwohner mit 28,1 toe pro 1.000 Kopf gegenüber 23,3 toe pro 1.000 Einwohner in Deutschland, wo das Ansteigen der Primärenergieproduktion in erster Linie auf eine Steigerung der Stromerzeugung aus Deponiegasen zurückzuführen sei. In Frankreich beruhe die Biogasproduktion auf Deponien und Kläranlagen. Neue Einkaufspreise seit Juli 2006 dürften dort die Einrichtung eines Industriezweiges Methanisierung aus landwirtschaftlichen Anlagen ermöglichen, so EurObserv’ER.
Innerhalb von nur fünfzehn Jahren habe sich die Abfallmethanisierungsindustrie stark strukturiert, sodass sie heute einen eigenen Wirtschaftssektor darstelle, betont EurObserv’ER Verschiedene Verfahrenstypen für eine saubere Methanisierung seien entwickelt worden, um auf die Nachfrage zu antworten, die diesen boomenden Markt ausmacht.

Zu spät für die Zielvorgaben des Weißbuchs
Die aktuelle Tendenz sei insgesamt positiv, berichtet EurObserv’ER In den vergangenen Jahren seien von verschiedenen Ländern der EU (Großbritannien, Deutschland, Dänemark, Luxemburg und Schweden) ernsthafte Bemühungen unternommen worden, die insbesondere zur Einrichtung neuer Standorte geführt haben. Diese Erfolgsbeispiele und die Fördermechanismen hätten dazu geführt, dass Länder wie Frankreich ein effizientes Förderungssystem eingerichtet haben. Trotz dieser Anstrengungen würden jedoch die 1997 festgesetzten Ziele des EU-Weißbuchs (15 Mtoe im Jahr 2010) nicht erreicht. “Unsere Schätzungen, die sich auf die Antworten nationaler Experten auf unsere Fragebögen sowie das in den vergangenen Jahren beobachtete Wachstum stützen, rechnen für 2010 mit ungefähr 8,6 Mtoe”, heißt es in der Pressemitteilung von EurObserv’ER.
Weitere Informationen im Internet
Die verschiedenen Barometer von EurObserv’ER stehen zur Verfügung unter der Adresse http://www.eufores.org/, zum Beispiel das Solarwärme-Barometer und das Photovoltaik-Barometer. Die komplette Ausgabe des Biogas-Barometers kann kostenlos eingesehen unter www.energies-renouvelables.

30.07.2007 | Quelle: EurObserv’ER | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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