Klimapaket bringt Tempo in die Weiterentwicklung der Energieeinsparverordnung: Nächste EnEV-Novelle schon in Arbeit

NULL

Am 1. Oktober ist die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft getreten. Doch die nächste Novellierung ist schon in Sicht. Sie soll verschärfte Höchstwerte für die energetische Qualität von Gebäuden und einen gestärkten Vollzug bringen, berichtet die Zeitschrift “Gebäude-Energieberater” in einer Pressemitteilung. Die Bundesregierung hat am 23. und 24. August bei ihrer Kabinettsklausur in Meseberg “Eckpunkte für ein integriertes Energie- und Klimaprogramm” vereinbart. Die konkreten Inhalte sollen laut Aussage von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel bereits bis Anfang Dezember ausgestaltet sein: “Wir wollen, dass die Einzelpunkte als Gesetzespaket noch vor der Klimaschutzkonferenz auf Bali vom Kabinett beschlossen und in den Bundestag eingebracht werden”, so Gabriel.

Anforderungen einer EnEV-Novelle 2008/2009 sollen um durchschnittlich 30 Prozent verschärft werden
Das Eckpunkte-Papier enthält auch Aussagen zur Energieeinsparverordnung. Danach entspricht der energetische Standard von Gebäuden, der in der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben ist, nicht mehr dem Stand der Technik. Ziel ist, die energetischen Anforderungen an Gebäude stufenweise dem Stand der Technik und der Energiepreisentwicklung anzupassen. Ab dem Jahr 2020 soll die Wärmeversorgung von Neubauten möglichst weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern sein. Deshalb sollen die Anforderungen einer EnEV-Novelle in den Jahren 2008/2009 um durchschnittlich 30 Prozent verschärft werden, bis 2012 nochmals um dieselbe Größenordnung. Offensichtlich sei es auch bis zur Regierung vorgedrungen, dass die konsequente Umsetzung der EnEV zu wünschen übrig lasse, betont die Fachzeitschrift. Denn als weitere Maßnahmen seien aufgeführt: “Stärkung des Vollzugs durch Intensivierung privater Nachweispflichten (z. B. Fachunternehmerbescheinigungen). Die Einführung einheitlicher Bußgeldvorschriften für Neu- und Altbauanforderungen wird angestrebt.”

Nachrüstungsverpflichtungen sollen ausgeweitet werden
“Die EnEV 2007 ist ein Verordnungsstand für kurze Zeit”, kommentierte Horst-P. Schettler-Köhler, Referatsleiter im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), die derzeitigen Entwicklungen bei einer Tagung der Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft e.V. (VdZ). Durch den Bericht des Weltklimarates und das Klimapaket der Bundesregierung werde die EnEV 2007 schon früher abgelöst, als zunächst geplant. Dabei sollen nicht nur die energetischen Anforderungen bei Neubau- und Bestandsmaßnahmen verschärft, sondern auch Nachrüstungsverpflichtungen bei Anlagen und Gebäuden ausgeweitet werden. Derzeit lasse das BBR für das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung verschiedene Voruntersuchungen für die nächste EnEV-Novelle durchführen. Untersucht würden beispielsweise die Wirtschaftlichkeit für das künftige Anforderungsniveau und messtechnische Verfahren zur Heizungsinspektion. Außerdem soll ein Normteil beziehungsweise Beiblatt zur DIN V 18599 für Wohngebäude konzipiert werden.

Vortrag “Energieeinsparverordnung 2007, 2008, 2009” im Effizienzforum
Mehr zur Weiterentwicklung der EnEV beim effizienz.forum am 8./9. November im Rahmen des Vortrages “Energieeinsparverordnung 2007, 2008, 2009: Die nächste Novellierung wirft ihre Schatten voraus”. Weitere Themen der Kongressmesse für energieeffizientes Planen, Bauen und Sanieren sind unter anderem “Energieeffizienz und erneuerbare Energien – Schlüssel zum Klimaschutz”; “Motive für energiesparende Sanierungsmaßnahmen – Was hemmt, was motiviert Bauherrn?”; “Das Vor-Ort-Beratungsprogramm des BAFA – Was Sie schon immer über die Abwicklung wissen wollten” sowie ein Expertengespräch “KfW-Programme–Tipps und Ratschläge, die nicht in den Merkblättern stehen”.
Mehr Infos zur Veranstaltung unter http://www.effizienzforum.de

24.10.2007 | Quelle: Gebäude-Energieberater; Gentner Verlag, Stuttgart | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen