Schweizer Photovoltaik-Branche in Aufbruchstimmung

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Die Schweiz steht kurz vor der Einführung einer kostendeckenden Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energien, berichtet der Schweizer Fachverband für Sonnenenergie, Swissolar, in einer Pressemitteilung. Solarwirtschaft und Bauherren setzten große Hoffnungen in dieses Förderinstrument, das der Photovoltaik in Deutschland und vielen anderen Ländern zum Durchbruch verhalf. Bei der nationalen Photovoltaik-Tagung in Emmenbrücke wiesen jedoch verschiedene Referenten auf die Unwägbarkeiten der neuen Regelung hin: Bei einem ähnlich schnellen Marktwachstum wie in Deutschland würden viele Investoren aufgrund der stark begrenzten Mittel nicht von der neuen Regelung profitieren können – die Solarbranche könnte also Opfer des eigenen Erfolges werden.
Die Produktion von Solarstrom boomt. Weltweit sind jährliche Wachstumsraten von 30 – 40 Prozent zu verzeichnen. Zur Zeit ist der Beitrag zur Stromversorgung noch marginal, aber langfristig kann diese emissionsfreie Energiequelle ein wesentliches Standbein der Energieversorgung bilden.

Garantierte Einspeisevergütung für Solarstrom soll 2008 kommen
Unbestrittener Marktführer ist Deutschland, dank der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Verschiedene Länder haben dieses nachweislich wirksame Förderinstrument bereits übernommen, und im Verlauf des nächsten Jahres soll es auch in der Schweiz eingeführt werden, parallel zur Liberalisierung des Strommarkts. Bei Investoren stoße es schon jetzt auf enormes Interesse, betont Swissolar. Hunderte von Landwirten sowie gewerblichen und privaten Hausbesitzern planten Photovoltaik-Anlagen.

Quoten für einzelne Technologien könnten die Solarstrombranche ausbremsen
Auf der 7. Nationalen Photovoltaik-Tagung in Emmenbrücke zeigten Experten aus Verwaltung, Solarindustrie, Elektrizitätswirtschaft und dem Finanzsektor, wie sich die neue Regelung auf den Zubau von Solaranlagen in der Schweiz auswirken dürfte. Einerseits wurde die Hoffnung geäußert, dass diese nun endlich den lang erhofften Marktaufschwung bringe, andererseits wurde auf die großen Unsicherheiten des Gesetzes hingewiesen. Ähnlich wie früher in Deutschland enthalte es Quoten für die einzelnen Technologien, und besonders die schnell wachsende Solarstrombranche könnte dieses enge Korsett bald zu drücken beginnen. Bei einem ähnlich raschen Marktwachstum wie in Deutschland und bei gleichbleibenden Preisen wären die bereitgestellten Mittel schnell ausgeschöpft und manche Investoren könnten ihre Projekte nicht realisieren. Dies träfe speziell Landwirte, deren Dachflächen ein großes Potenzial für Solarstrom bieten. Mehrere Referenten richteten angesichts dieser Unsicherheiten die Forderung an das Parlament, die Rahmenbedingungen für ein kontinuierliches Marktwachstum sicherzustellen und bei Bedarf die Quoten für die Photovoltaik im Energiegesetz anzuheben.

Photovoltaik nimmt im Energieforschungskonzept für 2008 – 2011 einen wichtigen Platz ein
Am zweiten Veranstaltungstag erhielten die Tagungsteilnehmer Einblicke in den hochqualifizierten Photovoltaik Forschungs- und Produktionsstandort Schweiz, der die Grundlage für qualitativ hochstehende, wettbewerbsfähige Produkte und Anwendungen sowie für eine rasch wachsende Exportindustrie schaffe. Die Photovoltaik nimmt im neuen Energieforschungskonzept des Bundes für 2008 – 2011 einen wichtigen Platz ein. Vertreter aus Forschung und Industrie zeigten ihre neusten Entwicklungen in der Grundlagenforschung, der systemorientierten Forschung wie bei industriellen Produktionsanlagen auf. Bereits in zehn Jahren könne Solarstrom gleich viel wie konventioneller Strom aus der Steckdose kosten (Netzparität), betont Swissolar. Dies werde den Zubau von Photovoltaik-Anlagen weiter beschleunigen, womit sich langfristig die Frage nach der Integration des witterungsabhängigen Solarstroms ins Leitungsnetz vermehrt stellen wird.

09.11.2007 | Quelle: Swissolar | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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