Germanwatch veröffentlicht Hintergrundpapier zum Klimagipfel auf Bali

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Der UN-Verhandlungsprozess, der mit dem Klimagipfel vom 3. bis 10. Dezember 2007 auf der indonesischen Insel Bali beginnt und 2009 abgeschlossen sein soll, sei eine zentrale Weichenstellung, die über die Zukunft dieses Planeten mitentscheidet, betont die Nord-Süd-Inititive GERMANWATCH. Werden wir auf ein unkontrolliertes Großexperiment mit Mensch und Natur zulaufen? Auf eine Klima-Apartheid, in der emissionsreicher Wohlstand zum Privileg für eine globale Minderheit wird? Auf eine globale Klimapartnerschaft, die eine gerechte Strategie zur Bekämpfung eines in großem Maßstab gefährlichen Klimawandels und zur Teilung der Lasten der Anpassung erreichen wird? Oder auf den Versuch der großtechnischen Steuerung des Planeten Erde? Germanwatch präzisiert in diesem Papier die Anforderungen an den Klimagipfel in Bali, wenn er ein Einstieg in eine globale Klimapartnerschaft sein soll, und stellt zentrale Eckpunkte eines wegweisenden, bis 2009 zu verhandelnden Abkommens zur Diskussion.
Durch das Papier will Germanwatch das Bewusstsein dafür schärfen, dass eine zentrale Weichenstellung für eines von vier Szenarien erfolge:

Unkontrolliertes Großexperiment mit der Menschheit?
Der globale Klimawandel wird nach diesem Szenario kaum oder gar nicht abgebremst. Die reale globale Emissionsentwicklung deute im Moment in diese Richtung, betont Germanwatch. Zugleich verdeutliche die Klimawissenschaft immer stärker, dass vor uns Kipp-Punkte (Schwellen) liegen könnten, an denen es durch erhebliche Rückkopplungen im Klimasystem zu einem unkontrollierbaren Klimawandel sowie zu irreversiblen Katastrophen von kontinentalem Ausmaß kommen könnte.

“Klima-Apartheid”
Ein Szenario, bei dem der Klimaschutz die weltweite Ungleicheit vergrößert und zementiert. Vor diesem Szenario haben laut Germanwatch die Schwellen- und Entwicklungsländer enorme Sorge.

Globale Klimapartnerschaft
So beschreibt Germanwatch den gemeinsamen Versuch, den Klimawandel so zu begrenzen, dass ein in großem Maßstab gefährlicher Wandel des Klimas verhindert werden kann – und zugleich die besonders Betroffenen bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Der globale Rahmen eines UN-Abkommens würde ergänzt durch dezentrale Aktivitäten vieler Akteure und bilaterale Abkommen.

Der Planet Erde an der “Herz-Lungen-Maschine”
Nach diesem Szenario wird versucht, die Erde, deren Selbsteuerungsmechanismen versagen, durch großtechnische Steuerung “herunterzuregulieren”. Dies berge enorme Risiken von ungewollten Nebeneffekten und außerdem das Potenzial zu militärischem Missbrauch.

Große Erwartungen für Bali
Germanwatch spricht sich klar für das Szenario C einer globalen Klimapartnerschaft aus. “Wir setzen darauf, dass Bali der Startschuss für einen entsprechenden Klima-Pakt wird: Dann muss Bali der Start sein für einen Verhandlungsprozess, der nicht mehr auf der Grundlage eines Kuhhandels (‘ich bewege mich nur, wenn Du Dich auch bewegst’) organisiert ist, sondern eine gemeinsame Antwort auf ein tiefgreifendes Problem für ein globales öffentliches Gut sucht: die Vermeidung eines gefährlichen Klimawandels, das Ziel der Völkergemeinschaft laut Art. 2 der Klimarahmenkonvention. Dies kann nur gelingen, wenn nicht weiter mit kummervollem Gesicht über Lastenteilung (“Burden Sharing”) gerungen wird, sondern statt dessen – angetrieben von einer mobil gewordenen Zivilgesellschaft und unterstützt von einem seine Chancen in der anstehenden “Großen Transformation” suchenden Finanzmarkt – in einen Wettlauf hin zu einem neuen Wohlstandsmodell eingestiegen wird”, fasst Germanwatch zusammen.
Die Publikation kann im Internet abgerufen werden unter:
http://www.germanwatch.org/klima/bali07.htm

03.12.2007 | Quelle: | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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