100 Jahre Wasserkraft am Hochrhein: ein Jahrhundert Strom aus Laufenburg

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Die Energiedienst Holding AG (Laufenburg) wird hundert: seit Beginn des 20. Jahrhunderts produziert die Unternehmensgruppe umweltfreundlich Strom aus Wasserkraft und investiert weiterhin konsequent in den Ausbau dieser regenerativen Energiequelle. Vor hundert Jahren, am 10. Februar 1908, wurde das Kraftwerk Laufenburg (heute Energiedienst Holding AG) gegründet. Zuvor hatten das badische Innenministerium sowie die Schweizer Regierung das Wasserrecht für die Nutzung des Rheins an diesem Standort erteilt. Zu den jährlich 1,2 Milliarden Kilowattstunden, die Energiedienst heute – ein Jahrhundert später – in den eigenen Rheinkraftwerken produziert, trägt das Wasserkraftwerk Laufenburg mit rund 700 Millionen Kilowattstunden mehr als die Hälfte bei.
Dass es dazu kommen und sich aus dem Kraftwerk Laufenburg der erfolgreiche regionale Energieversorger Energiedienst entwickeln konnte, sei dem Pioniergeist der Gründer der Kraftwerksgesellschaft und vor allem den damaligen Ingenieuren zu verdanken, betont die Energiedienst Holding AG in ihrer Pressemitteilung.
Pionierleistung wird zum Vorbild für moderne Laufwasserkraftwerke
Der Bau des Wasserkraftwerks Laufenburg in den Jahren 1909 bis 1914 war sowohl ein architektonisches als auch flussbauliches Wagnis, denn während die Kraftwerke Rheinfelden (1898) und Wyhlen (1912) noch am Flussufer errichtet wurden, war Laufenburg das erste Wasserkraftwerk, das quer zum Fluss gebaut worden war. Noch heute ist Laufenburg daher klassisches Vorbild für moderne Laufwasserkraftwerke. Mit einer Leistung von 40 Megawatt (MW) war das Kraftwerk Laufenburg außerdem das in jener Zeit leistungsstärkste in Europa. Zehn Francis-Maschinen-Gruppen sorgten zunächst für eine jährliche Stromproduktion von rund 310 Millionen Kilowattstunden.
Langwierige Bauplanungen
Vor allem die Laufenburger Bürger selbst setzten sich für ihr Kraftwerk ein. Sie befürworteten den Bau im Interesse eines wirtschaftlichen und sozialen Wohlstands. Zudem erwies sich, dass entgegen mancher Befürchtungen der Rhein durch den Bau des Kraftwerks mehr Platz bekam und vormals verheerende Hochwasser ausblieben. Schon 1891 hatte der ortsansässige Ingenieur Alexander Trautweiler ein Wasserkraftwerk geplant, dessen produzierte Energie mechanisch mittels Druckluft übertragen werden sollte. Doch die rasante Entwicklung in der Elektrotechnik holte diese Überlegungen ein. In der Folge kam es zu einem gemeinsamen Projekt mit dem englischen Ingenieur Sebastian Ziani de Ferranti, das der Basler Heinrich EduardGruner leitete.

Rund 730 Millionen Euro Gesamtinvestitionen
Bereits vor der Inbetriebnahme des Kraftwerks im Oktober 1914 waren Stromlieferungsverträge mit Gemeinden und Industrieunternehmen abgeschlossen. Auch der Aufbau eines Hoch- und Mittelspannungsnetzes ging zügig voran. So entwickelten sich die Regionen Hochrhein und Südbaden zu Beginn der Elektrifizierung zum Wegbereiter in ein neues Zeitalter. Aufgrund des rasch steigenden Energiebedarfs begann der erste Ausbau des Kraftwerks Laufenburg schon 15 Jahre nach Inbetriebnahme. Weitere Modernisierungen folgten. Seit 1994 produzieren zehn moderne Straflo-Maschinen mit einer Leistung von zusammen 106 MW jährlich rund 700 Millionen Kilowattstunden. Allein in den jüngsten Umbau in Laufenburg investierte Energiedienst 250 Millionen Euro. Insgesamt werde die Unternehmensgruppe von 1992 bis 2011 rund 730 Millionen Euro in den Ausbau der heimischen regenerativen Wasserkraft investiert haben, heißt es in der Pressemitteilung. Energiedienst spiele heute im liberalisierten Strommarkt eine wichtige Rolle: Das Unternehmen versorgt nach eigenen Angaben in einem Gebiet von knapp 4.000 Quadratkilometern rund 750.000 Menschen zuverlässig mit Strom und energienahen Dienstleistungen. Zu den regionalen Kunden gehören fast 300.000 Privat- und Gewerbekunden, über 2.500 Geschäftskunden und 19 weiterverteilende kommunale Kunden.

19.02.2008 | Quelle: Energiedienst Holding AG | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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