Heizöl- und Benzinpreise nehmen Rekordhoch ins Visier

NULL

Nach einer neuerlichen Preisrallye am Ölmarkt herrsche Katerstimmung bei den deutschen Heizölhändlern und –verbrauchern, berichtet die interaid GmbH, Internetagentur für den Mineralölhandel, in einer Pressemitteilung. Gerade als die Preise begannen, sich zu normalisieren und so mancher auf ein Zwischentief hoffte, überrollte ein fast 10%iger Ölpreisanstieg den heimischen Markt. Der Ölpreis hat am 20. Februar 2008 erneut die Marke von 100 $ je Barrel überstiegen. Diesmal drohe eine nachhaltige Überschreitung, betont interaid. Ein Ende der Preisspirale sei nicht absehbar.
„Rohöl über 100 $“, „Heizöl so teuer wie nie“ lauteten die Schlagzeilen des gestrigen Tages. Innerhalb von nur zwei Wochen sei der Preis für ein Barrel US-Öl um über 15 % von 86 $ auf 100 $ gestiegen. „Der Rohstoffhype aus dem Jahr 2007 hat wieder Fahrt aufgenommen. Innerhalb nur einer Woche ist der Preis für einen Liter Heizöl von durchschnittlich 66 Cent auf fast 73 Cent gestiegen“, heißt es in der Pressemitteilung. Auch Benzin habe sich drastisch verteuert: Der Liter Super koste an deutschen Tankstellen verbreitet über 1,40 €. Tanken und Heizen blieben ein teures Übel. Auch die Erdgaspreise würden erfahrungsgemäß nachziehen und in den nächsten Monaten weiter steigen. Zum Quartalswechsel drohe hier eine böse Überraschung.

Unsichere Rahmenbedingungen in vielen Öl-Förderländern; endliche Ressourcen
Problematisch ist der Preisanstieg laut interaid GmbH vor allem deshalb, weil Verbraucher kaum Alternativen haben. So sei beispielsweise der umweltpolitisch gefeierte Biodiesel ökologisch gesehen nicht unproblematisch. Für die Beheizung eines Einfamilienhauses sei immerhin ein Rapsfeld mit 10.000 Quadratmetern erforderlich, um genügend Bio-Brennstoff zu erzeugen. Das entspreche der Fläche von fast zwei Fußballfeldern. Ursächlich für den starken Ölpreisanstieg seien nach Meinung von Experten die unsicheren Rahmenbedingungen in vielen Förderländern (Nigeria, Venezuela, Iran) und der nachlassende Pessimismus bezüglich der amerikanischen Konjunktur. Der weltweite Ölverbrauch solle sich zwar in diesem Jahr kaum noch erhöhen, doch dies beseitige nicht das Problem der Endlichkeit der Ressourcen. Und auch für den Fall sinkender Ölnachfrage könnten die Preise hoch bleiben, warnt interaid. Nämlich dann, wenn die OPEC als Reaktion die Förderquoten senke.

Preisaufschwung wird zum Selbstläufer
„Etwas zynisch betrachtet kommt die derzeitige Situation einem Perpetuum Mobile gleich. Milliarden von vereinnahmten Petrodollars der Erzeugerländer wollen angelegt werden. Zieht man in Betracht, dass ein Teil der Einnahmen der Ölmultis erfolgreich in Ölkontrakte an der New Yorker Nymex reinvestiert wird, so entwickelt sich der Preisaufschwung zum Selbstläufer. Die Situation am Mineralölmarkt könnte also noch ungemütlicher werden“, endet die Pressemitteilung.

21.02.2008 | Quelle: HeizOel24 (www.heizoel24.de); interaid GmbH; Internetagentur für den Mineralölhandel | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen