Freudenstädter Anlagenbauer Bürkle liefert ersten Photovoltaik-Laminator nach Kanada

NULL

Der erste Einetagen-Laminator der Robert Bürkle GmbH (Freudenstadt im Schwarzwald) geht nach Kanada: Das Solar-Unternehmen Day4 Energy Inc. mit Sitz in Burnaby (British Columbia; Großraum Vancouver) hatte die 20 Tonnen schwere Anlage zur Herstellung von Photovoltaikmodulen vor fünf Monaten bestellt. Die Jahresgesamtleistung, der je nach Ausstattung zwischen 400.000 bis 650.000 Euro teuren Anlagen, liegt laut Robert Bürkle GmbH bei 120.000 Modulen. Das entspricht einer Jahresstromleistung von 20 Megawatt oder dem Jahressstromverbrauch einer Stadt mit 15.000 Einwohnern.
In der dritten Februarwoche 2008 schickte Bürkle die neue Maschine per Seefracht über Bremerhafen, den Panamakanal, den Seehafen Oakland in das kanadische Burnaby. Mit dieser Lieferung steigen die Schwarzwälder, die bisher hauptsächlich die Holz- und Elektronik-Industrie beliefern, in das Geschäft mit der Sonnenenergie ein. „Bis 2010 erwirtschaften wir 50 Millionen Euro Umsatz nur mit Photovoltaikanlagen“, kommentiert Firmenchef Hans-Joachim Bender. „In neun Wochen sind Transport, Installation und Inbetriebnahme der Maschine abgeschlossen und Day4 Energie kann produzieren“, beschreibt Bürkle-Produktmanagerin Dagmar Metzger den Zeithorizont. Auf einer Nutzfläche von 10,1 Quadratmetern können die Kanadier künftig sechs Solarmodule parallel herstellen.
Alleine die kurze Zeitspanne – fünf Monate zwischen Auftragseingang und Liefertermin – zeige, wie schnell sich Bürkle im neuen Markt bewegt, betont das Unternehmen. Üblich seien Lieferzeiten, die länger als ein dreiviertel Jahr sind. Demnach produzierten die Freudenstädter fast doppelt so schnell als der Wettbewerb. Day4 Energie beliefert hauptsächlich Elektroinstallateure und Systemlieferanten mit Photovoltaikmodulen, die auf Hausdächern, in Solarparks oder an Schallschutzwänden von Autobahnen zu finden sind. Mit der Laminier-Anlage wollen die Energy-Experten die eigenen Kapazitäten erweitern. Auf Bürkle kamen die Kanadier über ein befreundetes deutsches Unternehmen zu, das ebenfalls aus der Solar-Branche stammt.

„Solar-Sandwich“ aus Glas, Folien und Solarzellen
Damit die Module 25 Jahre wasserdicht und somit funktionsfähig sind, müssen die Laminatoren, die aus Sicherheitsglas, Einkapsel-Folien und kristallinen Solarzellen ein „Solar-Sandwich“ pressen, äußerst exakt arbeiten. Eine gleichmäßige Temperaturverteilung auf der gesamten Fläche (~150 Grad Celsius) sowie reproduzierbare und durchgängig dokumentierte Prozesse zeichnen das Bürkle-Modell aus, so der Hersteller. Eine Kuriosität am Rande: Die Maschine ist so neu, dass sie noch nicht mal einen Namen hat. Derzeit prüft eine interne Bürkle-Kommission die Vorschläge des renommierten Namenserfinders Manfred Gotta. Der hat bereits Bezeichnungen für Autos wie den Twingo von Renault, das Bearbeitungszentrum Bluestar von Werkzeugmaschinenbauer MAG Hüller Hille oder ganze Konzernumfirmierungen entwickelt. „Ende März folgt die Taufe“, ist Firmenchef Hans-Joachim Bender sicher.

28.02.2008 | Quelle: Robert Bürkle GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen