Solar-Flugzeug „Solar Impulse“: Mission des „Virtual Flight 2008″erfüllt

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In einem dem ersten Flugzeug-Prototyp HB-SIA entsprechenden Cockpit haben die beiden Piloten von Solar Impulse nacheinander je 25 Stunden ohne Unterbrechung am Steuer des Solar-Flugzeugs verbracht. Bertrand Piccard von Dienstag, 13. Mai, 07:27 Uhr bis Mittwoch, 14. Mai, 08:43 Uhr und André Borschberg von Donnerstag, 15. Mai, 07:20 Uhr bis Freitag, 16. Mai, 08:38 Uhr. Ziel des Projekts ist, ein ausschließlich mit Solarenergie (Photovoltaik) angetriebenes Flugzeug starten zu lassen, Tag und Nacht zu fliegen und damit die Erde ohne Treibstoff und Schadstoffemissionen zu umrunden.
Dank dem von Solar Impulse entwickelten und von der EPFL realisierten Flugsimulator, konnten sie den HB-SIA zum ersten Mal so ausgestattet steuern, wie sie es bei den ersten Flügen sein werden: Helm, Sicherheitsgurte, Fallschirm, Sauerstoffmaske, Proviant und weiteres, auf ihre Bedürfnisse angepasstes Zubehör. Nach dem Start in Payerne konnten sie die Ergonomie des Cockpits testen, mögliche Verbesserungen feststellen, das aerodynamische Verhalten des Flugzeugs, das Management des Energieverbrauchs in den Motoren, die Energiespeicherung in den Batterien sowie deren Effizienz während der Nachtphasen des Fluges kennen lernen.

Nach 25 Stunden an Bord – in einem weniger als 1,5 m3 kleinen Raum – zeigte sich Bertrand Piccard begeistert von seinem virtuellen Flug: „Diese Erfahrung war gleichzeitig technisch und emotional: Ich trainierte, ein Fluggerät von dieser Spannweite und sehr delikater Handhabung zu beherrschen, konnte aber auch den Sonnenuntergang und die sternenklare Nacht bewundern.“ Fünf Bildschirme, die 210 Grad um das Cockpit angeordnet waren, vermittelten den Piloten den Eindruck, wirklich zu fliegen. „Ich bin in einen Simulator hineingegangen und aus einem Flugzeug ausgestiegen. Das zeigt, wie packend die Simulation war.“
Am Himmel über Payerne trainierte André Borschberg Volten zu fliegen, Sinkflüge und Landungen zu machen, und er testete das Verhalten von Solar Impulse unter Wind- und Turbulenzbedingungen. „Das Flugzeug macht einen sehr sicheren Eindruck. Man darf aber nicht vergessen, dass es sich um einen Simulator handelt. Den Prototypen zu steuern wird noch anspruchsvoller sein und noch viel Unbekanntes für uns bereithalten.“ Für den Flugleiter Raymond Clerc haben die zahlreichen Manöver, die unter realen Wetterbedingungen durchgeführt wurden, eine Fülle von Lehren gebracht: „Wir konnten sowohl die Reaktionen der Piloten als auch jene des Flugzeugs beobachten. Die Daten und Lehren aus diesen Erfahrungen werden unmittelbar zu Anpassungen spezifischer Verfahren führen und so einen direkten Nutzen für die wirklichen Flüge bringen.“

19.05.2008 | Quelle: Solar Impulse | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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