BSW-Solar: Koalition setzt Solarstrom-Branche unter harten Innovationsdruck

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Die Förderung für Strom aus Photovoltaik-Anlagen soll deutlich schneller gesenkt werden als bisher, berichtet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) in einer Pressemitteilung. Die Einsspeisevergütung für Solarstrom aus Photovoltaikanlagen auf Gebäuden soll nach dem Willen der Regierungskoalition in den Jahren 2009 und 2010 um jeweils acht Prozent im Jahr gesenkt werden, ab dem Jahr 2011 soll die Degression der Vergütungssätze im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sogar um jährlich neun Prozent sinken. Darauf hätten sich führende Umwelt- und Wirtschaftspolitiker am späten Abend des 20.05.2008 geeinigt. Der BSW-Solar bewertet das Verhandlungsergebnis zwiespältig. “Das Anziehen der Förderschrauben setzt die Solarbranche unter härtesten Entwicklungsdruck. Innovative Unternehmen können es voraussichtlich schaffen, die Solarstromkosten entsprechend zu senken und die ambitionierten Vorgaben durch Ausreizen aller Effizienzpotenziale zu erfüllen”, kommentiert BSW-Solar-Geschäftsführer Carsten Körnig.
Nach Einschätzung von Solarforschern kann Solarstrom in sieben Jahren günstiger sein als fossiler Strom aus der Steckdose. Nach Angaben des BSW-Solar will die Solarbranche am Standort Deutschland bis 2010 über fünf Milliarden Euro in den Ausbau modernster Solarfabriken und in Forschung und Entwicklung investieren. Die Branche beschäftigt hierzulande derzeit rund 40.000 Menschen.

Höhere Degression für große Solarstromanlagen; Förderbonus für gebäudeintegrierte Photovoltaik soll entfallen
In den letzten vier Jahren wurde die Solar-Förderung jährlich um fünf Prozent verringert, um den technologischen Fortschritt abzubilden und anzustoßen. Der Kompromiss vom 29.05. soll am 6. Juni im Bundestag beschlossen werden. “Wenn der Kompromiss so beschlossen wird, scheint die Gefahr eines Markteinbrauchs gebannt”, sagt Carsten Körnig.
Scharfe Kritik übt der BSW-Solar an der deutlichen Schlechterstellung von größeren Solarstromanlagen, die zum Beispiel auf großen Hallendächern oder Freiflächen errichtet werden. Die Förderung von Solarstrom aus neuen ebenerdig errichteten Solarparks soll in den Jahren 2009 und 2010 um jeweils 10 Prozent gesenkt werden, statt um bislang jährlich 6,5 Prozent. Damit sind große Solaranlagen nach Einschätzung des BSW-Solar künftig voraussichtlich nicht mehr rentabel zu betreiben. In Deutschland haben PV-Freiflächenanlagen einen Marktanteil von zehn Prozent. Sie gelten als Exportschlager. Ganz gestrichen werden soll nach dem Willen der Koalition zudem der bislang gewährte Förderbonus für gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen. Körnig: “Hier muss der Gesetzentwurf in der nächsten Woche dringend nachgebessert werden. Ansonsten verabschiedet sich Deutschland aus wichtigen Zukunftsmärkten.”
Insgesamt sind laut BSW-Solar in den letzten Jahren in Deutschland rund 430.000 Solarstromanlagen installiert worden. Gemeinsam erzeugen sie ungefähr so viel Strom, wie die Einwohner der Stadt Hamburg verbrauchen.

30.05.2008 | Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.V. | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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