Gabriel gibt Startschuss für 400-Millionen-Programm zum Klimaschutz

NULL

Das Bundesumweltministerium hat am 19.06.2008 seine umfassende Klimaschutzinitiative auf den Weg gebracht. Mit vier neuen Programmen werden Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien in der Wirtschaft, den Kommunen sowie der Verbraucher und Verbraucherinnen gefördert, berichtet das BMU in einer Pressemitteilung. In diesem Jahr stehen dafür bis zu 400 Millionen Euro aus dem Verkauf der CO2-Emissionsrechte zur Verfügung. Davon sollen 280 Millionen Euro für nationale Maßnahmen verwendet werden, 120 Millionen Euro sollen in internationale Projekte fließen. “Die Klimaschutzinitiative leistet einen wichtigen Beitrag, unser Klimaschutzziel zu erreichen. Damit erschließen wir die großen Potenziale zur CO2-Einsparung in der Breite, in Schulen, mittelständischen Unternehmen und privaten Haushalten. Wir wollen damit zeigen: Klimaschutz zahlt sich für die Wirtschaft, Kommunen und Verbraucherinnen und Verbraucher aus. Wer heute investiert, wird morgen durch niedrigere Energiekosten belohnt”, kommentiert Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.

Klimaschutz in öffentlichen Einrichtungen
In Deutschland sollen die Treibhausgasemissionen nach den Plänen der Bundesregierung bis 2020 um 40 Prozent (gegenüber 1990) gesenkt werden. Städte, Gemeinden und Landkreise, Kirchen, Hochschulen und Theater stehen im Mittelpunkt der Richtlinie für Klimaschutz in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen. Gefördert werden die Erstellung von Klimaschutzkonzepten und ein “Klimaschutzmanager”, der die Umsetzung unterstützt. Die Förderung kann maximal drei Jahre laufen. Darüber hinaus unterstützt das Bundesumweltministerium Modellprojekte mit dem Leitbild der CO2-Neutralität, beispielsweise in Schulen, Schwimmbädern oder Rathäusern. Stehen nur einzelne Ersatzinvestitionen an – wie eine neue Innenbeleuchtung – gibt es für besonders energieeffiziente Technologien einen Zuschuss.

Unterstützung für Mini-KWK und gewerbliche Kälteanlagen
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Impulsprogramm für kleine Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Diese Mini-KWK-Anlagen erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme, nutzen dadurch die eingesetzte Energie sehr effizient und sind eine der wirksamsten Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen. Mini-KWK-Anlagen können überall dort eingesetzt werden, wo viele Stunden im Jahr Wärme gebraucht wird, zum Beispiel in Wohngebäuden, Hotels oder Altenheimen. Für diese Anlagen gibt es künftig einen Investitionszuschuss.
Das Impulsprogramm für gewerbliche Kälteanlagen fördert hoch effiziente und klimafreundliche Kältetechnik durch Zuschüsse zu Beratung (StatusCheck) und Investitionen (Alt- und Neuanlagen). Bei der gewerblichen Kältetechnik seien noch außerordentliche Einsparungen an Geld, Energie und CO2-Emissionen möglich, betont das BMU. Allein mit am Markt verfügbarer Technik könnten in Deutschland jährlich rund elf Milliarden Kilowattstunden eingespart werden (die Produktion zweier Kraftwerke mit Kohle- oder Gasbetrieb).

Biomasse nachhaltig nutzen
Biomasse ist ein wichtiger Energieträger der Zukunft, sei es für Strom, Wärme oder Kraftstoffe. Gleichzeitig ist die nachhaltige und klimafreundliche Nutzung der Biomasse eine große Herausforderung. Das Bundesumweltministerium fördert daher mit der Klimaschutzinitiative Forschungs- und Pilotprojekte, um Lösungen für noch offene Fragen zu entwickeln und eine nachhaltige Biomassestrategie voranzubringen.
Alle Förderprogramme und Hinweise für die Antragstellung sind im Internet abrufbar: http://www.bmu.de/klimaschutzinitiative

19.06.2008 | Quelle: BMU | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen