Kaum Ersparnis für Haushalte durch längere AKW-Laufzeiten

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Die von der Union geforderte Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke hätte fast keine Auswirkungen auf den Strompreis, berichtet ZEIT ONLINE unter Berufung auf eine noch nicht veröffentlichte Analyse des Öko-Instituts. Stark profitieren würden hingegen die Stromkonzerne. Würde die Hälfte der durch die Laufzeitverlängerung erzielten Extragewinne genutzt, um den Strompreis zu senken, beliefe sich die Entlastung für die Endverbraucher im Jahr 2010 nach den Berechnungen des Öko-Instituts auf lediglich 0,04 Cent pro Kilowattstunde.
Auch nach 2010 sei mit „signifikanten Effekten für die Stromverbraucher“ nur zu rechnen, „wenn der Kreis der Begünstigten sehr eng begrenzt wird“, zitiert ZEIT ONLINE den Autor der Studie, Felix Matthes.

Milliarden-Gewinne für Stromkonzerne
Nach den Berechnungen des Öko-Instituts würde bei einem durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden die monatliche Stromrechnung bis 2010 nur um rund 12 Cent sinken, wenn bis dahin kein weiteres AKW abgeschaltet würde. Danach belaufe sich die monatliche Preissenkung auf knapp 90 Cent (0,3 Cent pro Kilowattstunde). Den Stromkonzernen würde eine Laufzeitverlängerung um acht Jahre Milliarden-Gewinne bescheren. Laut Analyse des Öko-Instituts würde E.ON mit 27,5 Milliarden Euro am meisten profitieren, gefolgt von RWE (17 Milliarden), EnBW (14 Milliarden) und Vattenfall Europe (4,5 Milliarden Euro).
Den vollständigen Bericht ist im Internet zugänglich unter http://www.zeit.de/online/2008/28/atomkraft-strompreise

12.07.2008 | Quelle: DIE ZEIT | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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