Veranstaltung der Robert Bürkle GmbH bestätigt Trend: Solarmodul-Produktion wird schneller

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Der Photovoltaik-Zuliefersektor steht vor großen Aufgaben: Die stete Forderung nach langlebigen Modulen, immer kürzeren Taktzeiten in der Produktion und besseren Fließeigenschaften der Solar-Klebefolien bestimmen die Trends. Dies ist das Fazit des ersten „Lamination Day“, den der Anlagenbauer Bürkle (Freudenstadt) am 3. Juli veranstaltet hat. Weil die Entwicklung der Sicherheitsfolien für die Photovoltaik-Industrie immens wichtig ist, gaben bei Bürkles Lamination Day die Hersteller Kuraray und DuPont Einblicke in die jeweilige Produktentwicklung. „Der hohe Ölpreis und die damit verbundene Sorge um die Rohstoffsicherung treibt uns um“, sagt Ralf Eschrich, Verkaufsleiter der Kuraray Europe GmbH. Dabei sei es egal, welche Verbundfolie für die Gläser der Solarmodule eingesetzt werden. Denn beide gängigen Kunststoffe PVB (Polyvinylbutyral) und EVA (Ethylenvinylacetat) basieren auf Erdöl. Aktuell forsche man an einem verbesserten Lüftungsverhalten der Folien. Und man wolle die hygroskopischen Eigenschaften ändern, um die Folien langlebiger zu machen.
Denn Modulhersteller sind heute gefordert Garantien über 25 Jahre zu geben. Ähnliches berichtet der Leiter des Europageschäfts, Michael Fehling, aus den Forschungslabors von DuPont. Deren Folien beziehungsweise Kunststoffplatten sollen in Zukunft ebenfalls weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Zusätzlich arbeite der Hersteller daran, die Verbundmaterialien so zu optimieren, dass sie für vielerlei Produktionsprozesse einsetzbar sind, und auch an der UV-Beständigkeit. Das Hauptaugenmerk lege man darauf, dass „das Material gut im Laminierprozess fließt“. Das ermögliche den Herstellern hohe Taktzeiten.

„Ypsator“ laminiert bis zu zehn Module pro Zyklus auf fünf Etagen
Die mehr als 70 Fachbesucher waren auch in den Schwarzwald gereist, um den weltweit ersten Mehretagenlaminator „Ypsator“ live zu testen. Einkäufer, Techniker und Ingenieure unter anderem der PV-Größen Ersol, Oerlikon und Schott-Solar begutachteten die 17 Meter lange, gelb-grau lackierte Anlage. Auf fünf Etagen wirft der Laminator bis zu zehn Module pro Zyklus aus. „Gleich, ob Kristallin oder Dünnschicht – und das in der halben Zeit der bisher branchenüblichen Taktung, erklärte Produktmanagerin Dagmar Metzger. Die Gesamtleistung liegt laut Bürkle bei rund 500.000 Modulen pro Jahr oder einer Jahresleistung von 40 Megawatt (MWp).
„Die Vorteile des Mehretagenlaminators liegen in seiner Prozessführung und -reproduzierbarkeit“, erklärte Entwicklungsleiter Norbert Damm in der Bürkle-Produktionshalle in Freudenstadt. Neu sei das dreistufige Verfahren, die „Ypsolar-Technologie“: Im ersten Schritt werden die Module vorlaminiert. Das heißt, im Vakuum werden Feuchtigkeit und Lufteinschlüsse aus dem Sandwich entfernt und ein vakuumdichter Verbund hergestellt. Dann wird der Prozess unterbrochen und in einem zweiten Schritt wird in einer nachfolgenden Presse fertig laminiert. Im dritten Schritt kühlt der Ypsator das Solarmodul von 150 Grad Celsius auf Handwärme ab. Vorteil dieser Arbeitsaufteilung sei, dass die Glasmodule stressreduziert laminiert werden können, was den Glasbruch erheblich reduziere.

Laborlaminator zum Testen
In der Photovoltaikbranche entwickeln und forschen Materialhersteller, Maschinen- und Anlagenbauer oft gemeinsam. Deshalb bietet Bürkle einen Laborlaminator im eigenen Innovationszentrum zum Testen an. Dort können Kunden und Lieferanten Folien, Gläser, usw. bei verschiedenen Parametern ausprobieren. Laminieren eine Kernkompetenz von Bürkle Kernkompetenz, liefern die Freudenstädter doch seit Jahrzehnten weltweit Laminieranlagen und Pressen für die Holz-, Halbleiter- und Plastikkartenindustrie.

14.07.2008 | Quelle: Robert Bürkle GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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