Deutsche Unternehmen mit Klimaschutz- und Energietechnologien auf Wachstumskurs

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Die Marktstudie “Cleantech-Wachstumspfade” der Kommunikationsberatung Maisberger Whiteoaks (München) bestätigt die positive Stimmung in der deutschen Cleantech-Industrie (umweltschonende Verfahren und erneuerbare Energien). Eine überragende Mehrheit der mehr als 100 befragten Unternehmen, darunter Solarthermie- und Photovoltaik-Unternehmen rechnet für die nächsten Jahre mit einer positiven Marktentwicklung und will in Personal, Forschung und neue Auslandsstandorte investieren. Eine wenig differenzierte Finanzierungsstrategie, Fachkräftemangel, unklare gesetzliche Rahmenbedingungen und die beginnende Marktkonsolidierung könnten sich dabei allerdings als Wachstumsbremsen erweisen, so das Fazit der Studie.
Zum ersten Mal seit langer Zeit finden sich deutsche Unternehmen wieder an der Spitze eines neuen Technologiezyklus: Viele Experten gehen sogar davon aus, dass die Cleantech-Branche sogar den Automobilsektor als Leitindustrie ablösen kann. Was die deutsche Cleantech-Branche tun kann und muss, um diese führende Position zu halten, beantwortet die aktuelle Studie von Maisberger Whiteoaks. Demnach entwickelt sich Cleantech-Markt sich zum großen Teil noch außerhalb des offenen Kapitalmarktes und der Marktplatz wird voller: In den letzten zehn bis 15 Jahren lässt sich eine deutliche und kontinuierliche Intensivierung des Gründungsverhaltens feststellen. Günstige politische Rahmenbedingungen, staatliche Förderung, zunehmende Marktreife von Technologien und ein positives gesellschaftliches Klima sind die Treiber dieser Entwicklung.

Eine mittelständische Industrie auf dem Weg zu Cleantech-Konzernen
Während der Markt heute von mittelständischen Strukturen dominiert wird (50 % der Unternehmen haben höchstens 10, weitere 30 % höchstens 100 Mitarbeiter) lassen sich laut Studie im oberen Marktsegment bereits Konsolidierungstendenzen erkennen. Fast 100 % der Studienteilnehmer sehen die künftige Entwicklung ihres Unternehmens und ihres Marktes sehr positiv und forcieren, unabhängig von Segment und Unternehmensgröße, die Innovation. In der aktuellen Wachstumsphase wollen 57 % zusätzliche Marktanteile auch durch die Entwicklung neuer Produkte erkämpfen, dies nicht nur in angestammten, sondern auch in neuen Segmenten.

In der Welt zu Hause
Deutschland und andere europäische Länder bilden die geschäftlichen Schwerpunkte der befragten Unternehmen. Aber auch in Asien (26%), den USA (30%), Afrika (9%) und Australien (7%) sind deutsche Cleantech-Unternehmen aktiv und wollen ihre internationale Präsenz weiter stärken. 96 % der befragten Unternehmen geben an, auch ohne Fusionen und Zukäufe zukunftssicher zu sein. Unter den Großunternehmen ziehen jedoch knapp 48 % Unternehmenszukäufe in Erwägung: Ein Beleg für die Grenzen organischen Wachstums und den beginnenden Konsolidierungsprozess im oberen Marktsegment, so die Studie.

Der Wettbewerb wird härter
Größere Unternehmen rechnen mit einem härteren Wettbewerb: Die Sicherung und der Ausbau der Marktanteile ist für 80 % die zentrale Herausforderung. Beinahe jeder zweite Befragte sieht Wettbewerbsdruck als Problem. Die Steigerung unternehmerischer Schlagkraft hat für große Marktteilnehmer Priorität: Vor allem durch Optimierung der Know-how-Verwertung und den Aufbau einer effizienten Organisation. Externe Faktoren – Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter (47,6%) und die Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen (19%) – sind erfolgskritisch. 64% aller befragten Unternehmen bezeichnen den Fachkräftemangel als Problem. Dabei ist die Situation der Großunternehmen besonders angespannt, besonders in der Forschung und Entwicklung.

Politische Rahmenbedingungen entscheidend – auch für die Jobmaschine
Die schützende Hand des Staates wollen sich vor allem die kleineren Anbieter erhalten: Sie sehen sich weniger unter Druck als Große und sehen die Sicherung günstiger politischer Rahmenbedingungen und die Aufnahme in öffentliche Förderprogramme als wichtige Aufgaben. Neun von zehn Unternehmen wollen ihr Personal aufstocken, teilweise sogar massiv. Die Beschäftigungsimpulse gehen dabei gleichermaßen von großen und kleineren Unternehmen aus. Obwohl 62% der Unternehmen in den nächsten Jahren einen hohen Investitionsbedarf sehen, setzen die Unternehmen auf klassisch mittelständische Finanzierungsinstrumente: Innenfinanzierung und Bankkredite. Das Interesse an alternativen Finanzierungsmodellen ist laut Studie gering. Für 45 % der Befragten spielt die staatliche Förderung nach wie vor eine substantielle Rolle im Finanzierungskonzept. Beibehaltung und Ausbau der Förderung ist denn auch der wichtigste Wunsch gerade kleinerer Unternehmen an die Politik.

Kommunikationsmix = Internet plus Messe
Die Kombination des Internetauftritts mit Fachmessen scheint die Kommunikationsformel der Cleantech-Unternehmen zu sein, so Maisberger Whiteoaks. Instrumenten, die eine anspruchsvolle Planung und Steuerung sowie professionelle Marketing-Strukturen erfordern, insbesondere klassische Werbung, Public Relations und Public Affairs, messen die Befragten eine geringere Bedeutung bei. “Die Cleantech-Unternehmen haben große Chancen, in den nächsten 20 Jahren zu der Leitbranche Deutschlands zu werden. Doch dazu bedarf es mehr als erstklassige Produkte und Technologien”, kommentiert Dr. Alexander Pschera, geschäftsführender Gesellschafter bei Maisberger Whiteoaks. “Eine differenzierte Finanzierungsstrategie, neue Ansätze in der Personalpolitik und eine aktive und nachhaltige Kommunikation mit allen relevanten Zielgruppen gehören zu den strukturellen Erfolgsvoraussetzungen der Branche”, betont Pschera.

24.07.2008 | Quelle: Maisberger Whiteoaks; Gesellschaft für strategische Unternehmenskommunikation mbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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