EuPD Research-Studie: Solarthermie-Branche wieder im Aufwärtstrend

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Der aktuelle “Geschäftsklimaindex Solarthermie” des Marktforschungsinstituts EuPD Research zeigt, dass sich die Solarwärme-Branche wieder im Aufschwung befindet. Nach dem Markteinbruch im dritten Quartal 2007 seien die Marktteilnehmer aus Handwerk, Industrie und Großhandel “sehr zufrieden” mit der derzeitigen Geschäftslage und blickten optimistisch wie noch nie in die Zukunft, berichtet EuPD Research in einer Pressemitteilung. Im zweiten Quartal 2008 erreichte der von EuPD Research erhobene Geschäftsklimaindex ein Allzeithoch von 140,9 Punkten. Die “Geschäftserwartung” für die kommenden sechs Monate sowie die momentane “Geschäftslage” werden von Handwerk, Industrie und Großhandel gleichermaßen so gut bewertet wie nie zuvor.
Die Marktteilnehmer sehen diesen Aufschwung hauptsächlich in einer großen Nachfrage nach Heizungsmodernisierungen begründet. Für das zweite Quartal 2008 melden 71 Prozent der befragten Unternehmen gestiegene Umsätze. Die erhöhte Nachfrage nach neuen Heizungen, die immer häufiger mit Solarwärme gekoppelt werden, steigert die Umsätze und sorgt in der Branche neben einer guten Geschäftslage auch für eine positive Erwartung für die nächsten sechs Monate. Das Marktanreizprogramm (MAP) und die immer stärker steigenden Preise herkömmlicher Energieformen leisten einen weiteren Beitrag zu der erhöhten Nachfrage.

Branche steht dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz noch kritisch gegenüber
Inwieweit das neue Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), das zum Jahresbeginn 2009 in Kraft tritt, auf die künftige Entwicklung der Branche Einfluss hat, sei unklar, heißt es in der Pressemitteilung. Als Teil des Klimaschutzpaketes der Bundesregierung strebt das neue Gesetz in erster Linie den verstärkten Ausbau der solaren Wärmeproduktion in Deutschland an. Eva Benz, Research Analyst bei EuPD Research im Bereich Energy & Utilities, kommentiert: “Es ist zu früh über die Auswirkungen des Gesetzes klare Aussagen treffen zu können. Die Branche steht dem Gesetz vorerst kritisch gegenüber. Aus Sicht vieler Marktteilnehmer hat sich die Gesetzeslage schon zu oft verändert, um jetzt glauben zu können, das wäre die optimale Lösung. Was momentan aber zählt, ist, dass sich die Branche seit Beginn der Erhebung im Jahre 2005 noch nie so gut ’fühlte’”.

EEWärmegesetz als Impulsgeber?
Ziel des EEWärme-Gesetzes ist, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Wärmegewinnung von derzeit sechs Prozent auf 14 Prozent im Jahr 2020 auszubauen. Damit soll sich die Abhängigkeit Deutschlands von Energieimporten verringern und die heimische Industrie gestärkt werden. Das Gesetz sieht jedoch nicht nur Fördermaßnahmen vor, sondern verpflichtet Eigentümer von Neubauten auch, einen festgelegten Anteil des Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken. Neben Geothermie, Umweltwärme und Biomasse steht auch die Solarthermie zur Wahl. Die Energieformen können zudem miteinander kombiniert werden. Gleichzeitig werden die Fördermittel des Bundes auf bis zu 500 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt.

Förderung und Nutzungspflicht
Für die Nutzung von Sonnenkollektoren sieht das Gesetz folgende Regelungen vor: Bei Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen muss der Kollektor 0,04 Quadratmeter Fläche pro m² beheizter Nutzfläche aufweisen, d. h. bei einem 50 m² großem Objekt, muss der Kollektor 2 m² groß sein. Bei Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen sind 0,03 m² Fläche pro m² beheizter Nutzfläche vorgeschrieben. Eigentümer aller anderen Objekte, die sich für Solarthermie entscheiden, sind dazu verpflichtet hieraus mindestens 15 Prozent ihres Wärmebedarfs zu decken. Derzeit wird jeder m² Kollektorfläche bei reiner Warmwassernutzung mit 60 Euro bezuschusst, bei zusätzlicher Heizungsunterstützung sind es sogar 105 Euro. Mit dem EEWärme-Gesetz entfällt diese Förderung jedoch für all jene Kollektoren, für die eine Nutzungspflicht besteht. Nur wer mehr Solarkollektoren installiert, als im Gesetz gefordert, erhält eine zusätzliche Vergütung.
Grafik im Großformat: “Geschäftsklimaindex Solarthermie”

07.08.2008 | Quelle: EuPD Research | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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