Photovoltaik-Industrie fordert Verbesserung des Einspeisetarifs für Solarstrom in Spanien

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Das aktuelle Königliche Dekret, das die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaik-Anlagen in Spanien regelt, läuft zum 29.09.2008 aus. Die spanische Regierung arbeitet an einem neuen Entwurf für die Verordnung, die ab Januar 2009 in Kraft treten soll. Entsprechen des ersten Entwurfs sollen die Förderung auf jährlich 300 Megawatt (MW) begrenzt und die Einspeisevergütung zudem deutlich gesenkt werden, was die PV-Industrie in Spanien möglicherweise in Gefahr bringe, berichtet der europäische Photovoltaik-Industrieverband EPIA in einer Pressemitteilung. Die europäische Photovoltaik-Industrie drängt darauf, dass die spanische Regierung ihren Entwurf überdenkt und die nachhaltige Entwicklung der PV-Branche zu sichern.
Spanien hat sich in jüngster Zeit zum zweitgrößten Photovoltaik-Markt der Welt entwickelt, umfangreiche Investitionen angezogen und zahlreiche Arbeitsplätze in der Solarstrom-Branche geschaffen.

Verordnung soll den Solarstrom-Markt in Spanien beschleunigen

Die künftige Regelung der Vergütung für Solarstrom aus netzgekoppelten Photovoltaikanlagen soll nach den Vorstellungen der Regierung eine Förderobergrenze von 300 MW enthalten, die auf Dachanlagen mit 200 MW und Freiflächenanlagen mit 100 MW aufgeteilt werden soll. Die vorgesehene Vergütung sei zudem nicht geeignet die PV-Anlagen wirtschaftlich zu betreiben, kritisiert EPIA. Die Deckelung der Förderung und das Vergütungssystem würden die Branche sehr verunsichern und die weitere Entwicklung des Sektors in Frage stellen.

Spanien an der Spitze des weltweiten PV-Marktes
Mit einem Marktvolumen von 512 MW im Jahr 2007 und einem erwarteten Marktumfang von 1.000 MW im laufenden Jahr hat Spanien das Interesse der internationalen Photovoltaik-Wirtschaft auf sich gezogen. Dieses beeindruckende Wachstum, das in einem von der Sonne verwöhnten Land wie Spanien lange erwartet worden war, hat laut EPIA den Aufbau einer nationalen PV-Industrie ermöglicht, die gegenwärtig 26.800 Mitarbeiter beschäftigt. “Während am Bau in Spanien Arbeitsplätze gestrichen werden, kann die Solarstrom-Branche stolz sein, eine solche Dynamik an den Tag zu legen”, kommentiert EPIA-Präsident Ernesto Macias, der zugleich Generalmanager des PV-Herstellers Isofoton ist.

Für eine zeitgemäße und effiziente Förderung
“Man muss einräumen, dass die Explosion des Marktes alle Erwartungen übertroffen hat, die neue Verordnung jedoch eine langfristige Marktentwicklung ermöglichen soll”, kommentiert Ernesto Macias. Aus diesem Grunde unterstütze EPIA die Vorschläge der spanischen Verbände ASIF und APPA, welche die Regierung sorgfältig prüfen sollte. Die Höhe der gegenwärtigen Einspeisetarife habe zu dem außergewöhnlichen aktuellen Marktwachstum in Spanien geführt, das nun sichtbar wird, betont EPIA. Wenn die Solarstrom-Vergütung jedoch positiv überarbeitet und langfristig konzipiert werde, könnte dies eine anhaltende Entwicklung der Neuinstallationen sicherstellen.

Grid parity spätestens 2015
Diese Unterstützung sei entscheidend, bis die Photovoltaik mit konventionellen Energiequellen wettbewerbsfähig ist und mit dem Preis von Strom aus fossil-atomaren Anlagen mithalten kann (grid parity). EPIA rechnet damit spätestens im Jahr 2015 – unter der Voraussetzung, dass einerseits die Kosten der Photovoltaik sinken und andererseits die Kosten für herkömmlichen Strom weiter steigen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist laut EPIA sowohl eine Förderung für kleine als auch für große Photovoltaikanlagen nötig. Kleine, insbesondere gebäudeintegrierte Solarstromanlagen erzeugen Strom direkt beim Verbraucher und sollten im großen Stil gefördert werden. Große Solar-Kraftwerke machen den Solarstrom billiger, indem sie die Kostensenkung für der Photovoltaik-Systeme vorantreiben. Das deutsche Beispiel (EEG) habe gezeigt, dass die Kosten der Photovoltaik-Förderung, die auf den Stromverbraucher umgelegt werden, unbedeutend seien. Im Jahr 2006 hätten diese Kosten für einen deutschen Haushalt nur zwei Euro monatlich betragen.

Spanien soll Marktführerschaft in der EU behaupten
In den letzten Jahren sei Spanien bei der Nutzung der erneuerbaren Energien führend gewesen, betont EPIA. Sowohl die Wind- als auch die Solarenergie-Branche sei enorm gewachsen. Im Zuge der kommenden EU-Richtlinie könnte Spanien zum Vorbild für weitere EU-Staaten werden. “Spanien sollte unter den “alten” EU-Mitgliedsstaaten ganz vorne sein und den Weg weisen für andere Länder, besonders für jene, welche an Fördersystemen für die erneuerbaren Energien arbeiten. Die neue spanische Verordnung ist die Gelegenheit, das richtige Signal zu senden”, so Ernesto Macias.

03.09.2008 | Quelle: EPIA | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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