Bioenergie: Intrinergy finanziert neues Pelletwerk in Belgien mit mehr als 34 Millionen Euro

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Das US-Unternehmen Intrinergy LLC., spezialisiert auf Bau, Finanzierung, Besitz und Betrieb von Anlagen zur Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffquellen, und die Shanks Group, ein europäisches Unternehmen in der Abfallwirtschaft, meldeten am 27.10.2008 die erfolgreiche Finanzierung eines neuen Pelletwerks mit einem Volumen mehr als 34 Millionen Euro mit der NORD/LB bekannt. Das Projekt, zu dem bereits alle umweltschutzrechtlichen Genehmigungen vorlägen, umfasse den Neubau einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage und einer Produktionsanlage für Holzpellets, berichtet Intrinergy in einer Pressemitteilung. Das Kraftwerk, das mit erneuerbarer Biomasse von Foronex, einem Tochterunternehmen von Shanks, aus der Region versorgt wird, soll einen thermische Leistung von bis zu 12 Megawatt (MWth) haben und mit einer Kapazität von knapp fünf MWel Strom erzeugen. Die Wärme in Form von Dampf und ein Teil des erzeugten Stromes sollen die Holzpellet-Produktion versorgen. Die Anlage soll 50.000 Tonnen Pellets pro Jahr produzieren, die in Wohnhäusern und Industrieanlagen in der Region als Ersatz für Heizöl und Erdgas genutzt werden sollen.
Der Überschuss des umweltfreundlich produzierten Stroms werde auf Basis einer langfristigen Vereinbarung verkauft und generiere “Grüne Zertifikate”. Diese entsprechen in Belgien den Renewable Energy Certificates (REC) der USA und den Renewable Obligation Certificates (ROC) in Großbritannien.

Franchise-System für Energie aus erneuerbaren Ressourcen
Das von Intrinergy und der NORD/LB erstellte Paket finanziere etwa 80 % durch ein vorrangiges Darlehen (senior secured non recourse). Intrinergy und Shanks investierten nach eigenen Angaben den Eigenkapitalanteil gemeinsam und werden das Projekt als Gemeinschaftsunternehmen betreiben. “Gerade jetzt, wo die Lage an den Finanzmärkten kritischer wird, freut es uns natürlich besonders, dass dieses Projekt zustande gekommen ist und Intrinergy sein Franchise-System für die Energieproduktion aus erneuerbaren Ressourcen in Europa ausbauen kann”, so John Keppler, Vorstand von Intrinergy. “Dieser Abschluss zeigt, dass Intrinergy Projekte im Energie- und Umweltbereich entwickelt, bei denen sich Investitionen wirklich lohnen. Wir freuen uns, die NORD/LB und Shanks als Partner für ein Projekt gewonnen zu haben, das einen wichtigen Teil dazu beiträgt, das Problem des weltweiten Klimawandels zu lösen”, so Keppler weiter.

Biomasse als Energiequelle und Ausgangsmaterial für die Holzpellets-Produktion
Die gemeinsame Beteiligung von Shanks und Intrinergy sei die Basis für eine sichere und langfristige Produktion von Rohstoffen aus Biomasse, heißt es in der Pressemitteilung. Shanks will mit seiner Tochtergesellschaft Foronex die notwendigen Biomasse-Rohstoffe liefern und mit Intrinergy zusammen die Holzpellets verkaufen. Die Biomasse, beispielsweise Sägespäne und Restholz aus der Forstwirtschaft, dient zum einen als Energiequelle und zum anderen als Ausgangsmaterial für die Herstellung der Holzpellets. “Die Erfahrung von Shanks mit Biomasse als Rohstoffquelle in Verbindung mit dem Know-how von Intrinergy für Blockheizkraftwerke, Pelletherstellung und deren Vertrieb ist ein interessantes Geschäftsmodell, das wir auch bei künftigen Projekten nutzen können”, so Tom Drury, Vorstand von Shanks. Intrinergy betreibt bereits eine Biomasse-Kraftwärmekopplung mit Holzpellet-Produktion in Straubing.
“Trotz der derzeitig so instabilen Finanzlage hatten wir auf Grund der fast zweijährigen Zusammenarbeit mit Intrinergy bei diesem Projekt, der gut strukturierten Transaktion und dem kompetenten Management-Team keine Vorbehalte, das Kreditrisiko bei diesem Projekt zu tragen”, sagt Heiko Ludwig, Head of Energy-Europe bei der NORD/LB. “Zu dem überzeugenden Geschäftsmodell und der Finanzierungsstruktur, die wir gemeinsam entwickelt haben, kam hinzu, dass ein Projekt im Bereich erneuerbare Energien für unsere Bank eine Möglichkeit ist, ihre Verantwortung im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit wahrzunehmen”, erläutert Ludwig.
Intrinergy habe den Auftrag zum Bau an ein Konsortium bestehend aus Areva Bioenergy GmbH (Deutschland), einer Tochter der Areva Bionergies SAS, und KEM SA (Dänemark) vergeben. Demnach stellen Areva und KEM fertige Konstruktionslösungen, Lieferungs- und Bauleistungen bereit. Der Bau der Anlage soll in den kommenden Monaten beginnen. Projektberater für die Transaktion waren Hunton & Williams LLP, unter der Leitung von John Deacon in London und Herve Cogels in Brüssel.

Biomasse-KWK-Anlagen in den USA, Deutschland und der Dominikanischen Republik
Das seit 2004 bestehende Unternehmen Intrinergy verwandelt kostengünstige Biomasse in grünen Strom und thermische Energie (Dampf) für Industrieabnehmer, die damit weniger abhängig von den Schwankungen bei den Preisen für fossile Brennstoffe sind und ihre CO2-Bilanz verbessern können. Anlagen stehen in Mississippi, Ohio (USA), Deutschland und der Dominikanischen Republik. Neue Anlagen, deren Genehmigungsverfahren gerade laufen oder deren Bau bereits begonnen hat, befinden sich nach Angaben des Unternehmens in Belgien, Connecticut, Delaware und Pennsylvania. Zusammen erreichen diese Anlagen laut Intrinergy eine Investitionssumme von mehr als 250 Millionen Dollar.

29.10.2008 | Quelle: Intrinergy, LLC; pressebox | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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