TÜV Rheinland: Grundsteinlegung für neues Photovoltaik- und Solarthermie-Prüfzentrum

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Der TÜV Rheinland errichtet auf dem Gelände der Hauptverwaltung in Köln-Poll das nach eigenen Angaben weltweit modernste Prüfzentrum für Solarmodule und -kollektoren zur Strom- und Warmwassererzeugung. Der unabhängige Prüfdienstleister investiere rund vier Millionen Euro in den Neubau und hochmoderne technische Einrichtungen zur Kontrolle von Sicherheit, Qualität und Energieeffizienz bei Photovoltaik-Modulen und Solarkollektoren, berichtet die TÜV Rheinland Holding AG in einer Pressemitteilung. Rund 70 Prozent aller Hersteller von Solarmodulen weltweit lassen ihre Produkte in den Laboratorien von TÜV Rheinland testen, um internationale Marktzulassungen zu erhalten, so das Unternehmen. Ab Sommer 2009 sollen im neuen Testzentrum über 40 Experten arbeiten.
„Die Solarbranche wächst in Deutschland und weltweit um 30 Prozent jährlich. Das gilt für die Herstellung von Modulen ebenso wie für die Nutzung der Sonnenenergie selbst. Unser Ziel ist es, durch die Kontrolle hoher Qualitätsstandards den Ausbau regenerativer Energien weiter zu fördern“, sagte bei der Grundsteinlegung für das neue Laborzentrum der Vorstandsvorsitzende der TÜV Rheinland Group, Professor Dr.-Ing. Bruno O. Braun.

Härtetest für Solarmodule
Bereits 1995 hat die TÜV Rheinland-Gruppe im Labormaßstab mit der technischen Prüfung von Solarkomponenten begonnen und es seitdem nach eigenen Angeben zum Weltmarktführer gebracht. Das neue Prüfzentrum soll mit 1.800 Quadratmetern dreimal so groß werden als das bisherige, das den Anforderungen im schnell wachsenden Markt für die Nutzung von Sonnenenergie nicht mehr gerecht werden konnte. Die Fachleute von TÜV Rheinland prüfen nicht nur die Module, sondern entwickeln zudem neue Testmethoden, arbeiten an Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Nutzung von Sonnenenergie mit und begleiten weltweit den Aufbau von Solarkraftwerken für Kunden. Internationaler Standard ist beispielsweise eine in Köln mitentwickelte Lebensdauerprüfung, bei der Sonnenlicht und Hagelschlag ebenso simuliert werden wie Dauerregen sowie – in speziellen Klimakammern – hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen zwischen minus 40 und plus 85 Grad Celsius. Denn insbesondere das jeweilige Klima hat großen Einfluss auf Haltbarkeit und Effizienz der Module, die auch nach zwanzig Jahren ihre Leistungsfähigkeit erhalten sollen.

Freiluftversuche unter Extrembedingungen in Arizona
Neben dem großen Prüfzentrum in Deutschland errichtet TÜV Rheinland weitere Laborstandorte weltweit: Das Global Technology Assessment Center des TÜV Rheinland im japanischen Yokohama verfügt bereits seit Frühjahr 2007 über Laborprüf- und Simulationseinrichtungen für Photovoltaik-Komponenten sowie über eine große Anlage, die Langzeittests unter realen Klimabedingungen erlaubt. Weitere Testanlagen befinden sich in Shanghai/China. In den USA hat TÜV Rheinland 2008 ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Photovoltaic Testing Laboratory der Arizona State University zur Prüfung und Zertifizierung von Solarmodulen gegründet. Rund 30 Experten arbeiten für TÜV Rheinland PTL in Phoenix. In Arizona werden – ebenso wie von den Experten des TÜV Rheinland auch in Israel und Indonesien – neben Laborsimulationen Freiluftversuche unter Extrembedingungen durchgeführt: Dieser US-Bundesstaat bietet durchschnittlich 325 Sonnentage im Jahr.

07.11.2008 | Quelle: TÜV Rheinland Holding AG | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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