EREC-Fahrplan für die Erneuerbaren bis 2020: Industrie kann mehr leisten als 20 %

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Im Forum der EU-Ratspräsidentschaft zu erneuerbaren Energien am 17.11.2008 präsentierte EREC eine Technologie Roadmap, die zeigt, wie das EU-Ziel erreicht werden kann, dass erneuerbare Energien 20 % des Gesamtverbrauchs in Europa decken. Das Forum wurde veranstaltet vom Europäischen Rat für erneuerbare Energien (EREC) und der französischen Behörde für Umwelt- und Energiewirtschaft (ADEME). EREC skizziert indem Technologie-Fahrplan den Weg, auf dem die Erneuerbare-Energien-Industrie die 20 %-Marke bis zum Jahr 2020 erreichen will. Die Berechnungen der Industrie beruhen laut EREC auf einem machbaren Wachstumsszenario für die verschiedenen Technologien. Einige Industriezweige hätten mittlerweile wesentlich ehrgeizigere Prognosen erstellt und zeigten, dass das 20%-Ziel sogar übertroffen werden könne, betont EREC in einer Pressemitteilung.
“Die Industrie ist bereit, die nötigen Technologien zu liefern. Wir können bis 2020 – je nach dem Fortschritt der Energieeffizienz – zwischen 33 and 40 % des europäischen Strombedarfs decken” sagt Prof. Arthouros Zervos, Präsident des EREC. Außerdem könnten dann 25 % der Wärme aus regenerativen Quellen kommen und Biokraftstoffe 10 % des Treibstoffbedarfs decken.
Zwei Millionen Arbeitsplätze bis 2020
Der EREC und seine Mitglieder gehen davon aus, dass 20 % ein realistischer Anteil sind, wenn eine entsprechende Förderpolitik fortgesetzt und ausgebaut wird, dies würde konkret bedeuten, dass alle EU-Mitgliedsstaaten ihre EE-Potenziale weiter ausschöpfen und in die zukunftsweisenden Technologien zu deren Nutzung investieren. “Der Ausbau aller erneuerbaren Energien und eine ausgewogene Mischung bei der Produktion von Wärme und Kälte, Strom und Biokraftstoffen wird den Beginn eines wirklich nachhaltigen Energie-Mixes für Europa garantieren. Langfristig stabile politische Rahmenbedingungen sind der Schlüssel dafür”, sagt EREC-Generalsekretärin Christine Lins. Dies sei nicht nur wichtig für eine sichere Energieversorgung und den Klimaschutz in der EU, sondern auch, um die führende Rolle der europäischen EE-Industrie zu sichern, die gegenwärtig mehr als 400.000 Menschen beschäftigt und jährlich über 40 Milliarden umsetzt, ergänzt Lins. “Wir sind überzeugt, dass die Industrie bis 2020 zwei Millionen Arbeitsplätze bieten kann”, ergänzt Lins.

EE-Richtlinie soll so schnell wie möglich in Kraft treten
“Die Ankündigung der 20/20/20-Zeile durch die Staatschefs im März 2007 war ein erster und wichtiger Schritt, der zeigte, dass ein entscheidener Umstieg auf erneuerbare Energien erforderlich ist. Jetzt ist es höchste Zeit den zweiten Schritt zu tun: die nötigen Gesetze zu verabschieden und Instrumente einzusetzen, damit die Zeile erreicht werden und auf diese Weise Europas Glaubwürdigkeit und Verantwortungsbewusstsein zu demonstrieren. Die Richtlinie für erneuerbare Energien muss so schnell wie möglich in Kraft treten”, fast Zervos zusammen.

Finanzkrise keine Rechtfertigung für Untätigkeit
Die Cleantech-Industrie und die in ihr getätigten Investitionen haben laut EREC immer wieder bewiesen, dass sie sowohl hohe Qualität produzieren als auch langfristige Gewinne ermöglichen kann. Die gegenwärtige Finanzkrise sei daher keine Rechtfertigung, in Sachen Klimaschutz untätig zu sein, sondern eher eine Chance sowohl der weltweiten finanziellen als auch der globalen ökologischen Krise zu begegnen. Was wir brauchen ist ein neues ökonomisches Paradigma. ‘Business as usual’ funktioniert nicht mehr. Der Kampf zwischen dem Umweltschutz und der wirtschaftlichen Entwicklung ist vorbei”. Wir müssen nachhaltige Märkte für die Zukunft schaffen, als Basis eines gedeihenden Europa”, stellt Lins fest.
Die Techologie-Roadmap ist verfügbar unter www.erec.org: Englisch und Französisch

18.11.2008 | Quelle: | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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