Transatlantische Solarstrom-Kooperation: DLR arbeitet mit amerikanischem Forschungsinstitut für erneuerbare Energien zusammen

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Das größte amerikanische Forschungsinstitut für erneuerbarere Energien, das National Renewable Energy Laboratory (NREL) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben am 25. November 2009 ihre Zusammenarbeit vereinbart. Gemeinsam wollen sie die Langlebigkeit und den Wirkungsgrad von Anlagen zur solarthermischen Stromerzeugung weiter verbessern. Damit werde eine neue Qualität der Kooperation zwischen den beiden in diesem Bereich international führenden Forschungseinrichtungen erreicht, so das DLR in einer Pressemitteilung. Konzentrierende solarthermische Kraftwerke bündeln die Strahlen der Sonne und erzeugen daraus Wärme, aus der dann in einem herkömmlichen Kraftwerksprozess Strom gewonnen wird. Experten rechnen damit, dass diese Technologie in den kommenden Jahren eine zunehmend wichtige Rolle bei der Stromerzeugung spielen wird.
Bereits heute existieren kommerzielle Anlagen, die mehrere 100 Megawatt Strom in das Netz einspeisen, sowohl in den USA als auch in Europa, schwerpunktmäßig in Spanien. Europäische und amerikanische Unternehmen gehören heute zu den Marktführern in diesem Technologiebereich.

Verlässliche Prognosen für Investoren
„Sowohl das NREL als auch das DLR verfügen über eine jahrzehntelange Erfahrung bei der Entwicklung und beim Bau von konzentrierenden solarthermischen Kraftwerken. Durch die jetzt vereinbarte Zusammenarbeit können beide Einrichtungen ihre Kompetenzen in Zukunft weiter ausbauen und innovative und effiziente Kraftwerkskomponenten schneller entwickeln und auf dem Markt etablieren“, sagte Prof. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, anlässlich der Vertragsunterzeichnung. In gemeinsamen Projekten wollen die Wissenschaftler von NREL und DLR vor allem die Lebensdauer dieser Anlagen erhöhen und die Effizienz weiter verbessern. Die jahrelange Erfahrung mit solarthermischen Kraftwerken habe gezeigt, dass ihre Betriebseigenschaften sehr stark von einzelnen Kraftwerkskomponenten wie zum Beispiel Spiegeln oder Absorbern abhängen. Verlässliche Prognosen über die Betriebseigenschaften und Betriebsdauer dieser Komponenten senkten daher das Risiko für Investoren. Außerdem steige die Rentabilität der Anlagen, wenn diese Komponenten über viele Jahre mit nur geringem Wartungsaufwand leistungsfähig bleiben.

Qualitätsstandards und Energiewettervorhersage
Im Einzelnen planen die beiden Institute eine Zusammenarbeit auf folgenden Forschungsgebieten: Sie wollen Qualitätsstandards von solarthermischen Kraftwerken und einzelnen Komponenten festlegen. Außerdem sollen thermische Speicher weiterentwickelt werden, die eine Stromerzeugung auch bei Nacht oder bei bewölktem Himmel ermöglichen. Und schließlich wollen sie die „Energiewettervorhersage“ verbessern. Kraftwerksbetreiber können mit dieser Information besser abschätzen, welche Leistung ihre Anlagen aufgrund der Sonneneinstrahlung über einen Zeitraum von mehreren Tagen liefern werden. Das neue Abkommen kann bei Bedarf um weitere Themen ergänzt werden.
Das NREL ist das größte amerikanische Forschungsinstitut für erneuerbare Energien und arbeitet im Auftrag des amerikanischen Energieministeriums. Das Institut verfügt, genau wie das DLR, über jahrelange Erfahrung bei der Entwicklung von solarthermischen Kraftwerken. Beim DLR hat das Institut für Technische Thermodynamik in den vergangenen Jahrzehnten intensiv auf diesem Gebiet geforscht und im spanischen Almeria mehrere Testanlagen in Betrieb genommen. Außerdem hat das Institut zahlreiche Industriepartner beim Bau solcher Anlagen beraten und deren Wirtschaftlichkeit evaluiert.

27.11.2008 | Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Kommunikation | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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