Erneuerbare Energien machen Netzausbau notwendig und benötigen Anreize für regenerative Kombikraftwerke und Speicher

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Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE), der Bundesverband WindEnergie (BWE) und die Gesellschaft für Netzintegration (GENI) Ende Dezember 2008 in Berlin auf einer gemeinsamen Fachkonferenz zur Integration erneuerbarer Energien in die Stromversorgung den völlig unzureichenden Zustand des Stromnetzes kritisiert. Vertreter der erneuerbaren Energien forderten von Netzbetreibern und Politik konkrete Schritte für einen schnellen Ausbau des Stromnetzes sowie Anreize für regenerative Kombikraftwerke und die Erschließung neuer Speicher. Nur so könne die wachsende Menge an Strom aus Erneuerbaren Energien tatsächlich vollständig für die Stromversorgung genutzt werden. „Schon heute muss immer wieder auf CO2-frei produzierten Strom verzichtet werden, weil das Stromnetz nicht ausreichend auf den Ausbau Erneuerbarer Energien vorbereitet ist“, beschreibt BEE-Präsident Dietmar Schütz die derzeitige Situation.
Dieses Problem werde sich noch verschärfen, da der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von heute etwa 15 Prozent auf deutlich über 35 Prozent im Jahr 2020 steige. „Der Umbau unserer Energieversorgung bedeutet wirksamen Klimaschutz und kurbelt die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig an. Technische Hindernisse müssen deshalb so schnell wie möglich beseitigt werden“, verlangte Schütz.

Übergang von großen, fossil befeuerten Kraftwerken zu vielen dezentralen Anlagen mit erneuerbaren Energien
Da insbesondere Wind- und Sonnenenergie ihren Strom witterungsabhängig liefern, muss das Stromnetz aus Sicht der Verbände entsprechend angepasst werden und eine Verknüpfung mit steuerbaren Bioenergiequellen und Energieverbrauchern erfolgen. „Die bestehenden Speicherkapazitäten müssen stärker auf das Windangebot ausgerichtet und zusätzliche Investitionen in neue Speicherkapazitäten getätigt werden“, fordert Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE). Jörg Müller, Vorsitzender der Gesellschaft für Netzintegration (GENI), beschrieb die Herausforderung so: „Unsere Energieinfrastruktur war bisher auf große, fossil befeuerte Kraftwerke ausgerichtet. Jetzt wird dieser Kraftwerkspark Schritt für Schritt umgebaut und durch viele dezentrale Anlagen ersetzt, die sich aus erneuerbaren Energien speisen. Diese müssen in die Lage versetzt werden, in Verstetigung der Stromproduktion und neue Speicher wie beispielsweise Wasserstoff zu investieren.“

EEG-Bonus für regenerative Kombikraftwerke
Neben dem notwendigen Netzausbau sahen die Konferenzteilnehmer einen Lösungsansatz für die Netzintegration des Stroms aus erneuerbaren Energien in Anreizen für regenerative Kombikraftwerke, wie sie die zum Jahresbeginn in Kraft tretende Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in einer Verordnungsermächtigung vorsieht. Solche Kombikraftwerke schalten Wind- oder Solaranlagen mit steuerbaren erneuerbaren Energien und Stromverbrauchern zusammen und erhalten dafür einen finanziellen Bonus. „Dieses Instrument hilft den Betreibern von Erneuerbare-Energien-Anlagen, ihre Einspeisung kontinuierlicher zu gestalten und so das Stromnetz zu entlasten“, erläuterte BEE-Präsident Schütz.

05.01.2009 | Quelle: Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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