Australische Hauptstadt Canberra und Umland führen Einspeisetarif für Solar- und Windstrom ein

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Simon Corbell, Minister für Energie des australischen Hauptstadtterritoriums (ACT) rund um die Metropole Canberra, hat Details zur ersten Stufe eines Strom-Einspeisetarifsystems für Privathaushalte und kommerzielle Produzenten von Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen bekanntgegeben. Laut einer Pressemitteilung beginnt der Abstimmungsprozess zu diesem Modell am 1. März 2009. „Im vergangenen Jahr hat die Labour-Regierung des ACT das Stromeinspeisegesetz eingeführt. Nun gebe ich eine Reihe von Änderungen des Gesetzes bekannt, um seine Handhabung zu verdeutlichen und seine Wirkung für Privathaushalte und Geschäftshäuser am 1. März dieses Jahres zu ermöglichen“, erklärte Simon Corbell. Anders als bei anderen Modellen in Australien, sollen die Bürger nach diesem Entwurf eine Vergütung für jede Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Energien erhalten und nicht nur für den Überschuss, nachdem der Eigenverbrauch abgezogen wurde.
Im Moment sei das Modell beschränkt auf Solar- und Windenergie, aber das Ministerium will sicherstellen, dass es auf neue, in der Entwicklung befindliche Technologien ausgeweitet werden kann. „Der Einspeisetarif im Hauptstadtterritorium ist der großzügigste im ganzen Land. Die Labourregierung ist zuversichtlich, dass dies ein starkes Wachstum von Anlagen zur Nutzung der erneuerbaren Energien in Haushalten und Geschäftshäusern führen wird“, betont Minister Corbell. „Ich freue mich, bekanntgeben zu können, dass für Anlagen, die mit erneuerbaren Energien arbeiten, 50,05 australische Cent pro Kilowattstunde (ca. 0,26 EUR) ohne Mehrwertsteuer gezahlt werden. Das ist das 3,88-fache des normalen Strompreises.“

Einspeisetarif soll in zwei Schritten eingeführt werden
Die ACT-Regierung hat beschlossen, den Einspeisetarif für Solar- und Windstrom in zwei Stufen einzuführen, heißt es in der Pressemitteilung. Stufe 1 wird Privathaushalte und Besitzer von Geschäftshäusern zum Bezug der Einspeisevergütung berechtigen, die Anlagen mit einer Leistung von bis zu 30 Kilowatt (kW) Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen. Die Durchschnittsgröße der Anlagen von Privathaushalten betrage 1,5 kW. Ab einer Leistung von 30 kW sollen auch große Gebäude wie Einkaufszentren, Bürokomplexe und Lagerhäuser zum Empfang der Einspeisevergütung berechtigt sein. Stufe 2 werde die Einführung der Vergütung für die Stromerzeugung im größeren Maßstab erlauben, betont der Minister. Es sei allerdings noch eine Reihe von Fragen zu klären, beispielsweise, der finanzielle Einfluss auf die Stromverbraucher im ACT, ein angemessener Höchstpreis für unterschiedliche Größenordnungen der Stromerzeugung oder jährliche Förderobergrenzen (Zuwachsdeckelungen).

Einspeisetarif spielt eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung des Klimawandels
„Ich erwarte, dass die Detailregelungen für Stufe 2 im Juni dieses Jahres bekannt gegeben werden, damit diese zum ursprünglich im Gesetzentwurf geplanten Termin am ersten Juli in Kraft treten kann“, erklärt Simon Corbell. „Mit der Einführung dieses Modells können sich die Bewohner des ACT stärker an der Senkung des Treibhausgasausstoßes beteiligen und Canberra zur Solarenergie-Hauptstadt Australiens machen. Die Strategie der Regierung des ACT zum Klimawandel, benannt als ‚Weathering the Change‘, ist Ausdruck unserer Vision zur Reaktion auf den Klimawandel – und der vorgeschlagene Einspeisetarif spielt eine Schlüsselrolle dabei“, betonte der Minister.

18.02.2009 | Quelle: Australian Capital Territory (ACT), Ministerium für Energie | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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