EPIA: Photovoltaik-Industrie trotz Wirtschaftskrise bereit für weiteres Wachstum

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Die Sprecher auf der 3. internationalen Investorenkonferenz des europäischen Photovoltaik-Industrieverbandes EPIA bestätigten, dass die Finanzkrise auch an der Photovoltaik-Branche nicht spurlos vorübergeht. Die Finanzierung mittlerer und großer PV-Kraftwerke würde mehr Zeit als je zuvor beanspruchen, berichtet EPIA in einer Pressemitteilung. Die Konferenzteilnehmer betonten aber auch, dass die Grundlagen des Photovoltaik-Sektors intakt, wenn nicht sogar besser geworden seien angesichts des Preisverfalls der Module zwischen 10 und 20 % seit Anfang 2009.

„Kreditklemme“ bremst Photovoltaik-Aktivitäten
Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Unwägbarkeiten hätten alle Banken das Kreditvolumen eingeschränkt und davon sei auch die Photovoltaikbranche betroffen, heißt es in der Pressemitteilung. Die Projektfinanzierung erweise sich nun als große Herausforderung für die Industrie. 2008 hätte die Fremdkapitalfinanzierung rund vier Wochen gedauert, heute seinen es im Durchschnitt acht bis zehn Wochen. Da die Risiken anders wahrgenommen würden, engagierten sich zum einen weniger Banken und zum anderen bevorzugten sie kleinere Projekte mit einem Investitionsvolumen von weniger als 50 Millionen Euro. Da sich die Marktbedingungen nicht einheitlich entwickelten, seien die Preise für Photovoltaik von zentraler Bedeutung. Unternehmen, die die Preise senken können und Technologieführer werden demnach am erfolgreichsten sein. Experten bestätigen auf der Konferenz auch, dass hochwertige Photovoltaik-Projekte, die alle gesetzlichen Anforderungen von der Planung bis zum Betrieb erfüllen, nach wie vor finanziert würden.
„Finanzierungen sind möglich, doch man muss realistisch bleiben“, betonte Christian T. Junior von der Commerzbank. Die Investoren seien wegen der eingeschränkten Finanzierungsmöglichkeiten sehr wählerisch, doch sie werteten die Photovoltaik noch immer als vorzügliche Chance, sowohl für Investitionen in Projekte als auch in Unternehmen. Energieversorger wie z.B. EWE betonten zudem das riesige Potenzial der Photovoltaik und ihren Willen sich verstärkt zu engagieren.

Ein verlässliches, kalkulierbares und überschaubares Risiko
Da die staatlichen Förderprogramme (überwiegend in Form garantierter Einspeisetarife) langfristige Investitionssicherheit gewährleisteten und aufgrund der Garantien der Modulhersteller sei die Photovoltaik eine Investition mit geringem Risiko, betont EPIA. „Die Photovoltaik ist eine bewährte Technologie, die Lebensdauer der Module beträgt zwischen 25 und 40 Jahre, die wirtschaftliche Amortisation hingegen ist meist in 8 bis 12 Jahren möglich. Investitionen in die Photovoltaik sind sicher, verlässlich und berechenbar. Wir wissen, wie viel Solarstrom in 25 Jahren produziert werden wird und wie viel Einspeisevergütung zu erwarten ist. Deshalb können wir die Einnahmen für 20 bis 25 Jahre berechnen“, heißt es in der Pressemitteilung. „In eine Solarstromanlage zu investieren ist, als ob man ein Auto kauft, dessen Tank immer voll ist“, betonte Hubert Aulich von dem Unternehmen PV Crystalox Solar.

Module folgen wieder der Lernkurve
Wegen der Siliziumknappheit habe sich die Photovoltaik hinsichtlich der Preisentwicklung in den letzten drei bis vier Jahren oberhalb der Lernkurve bewegt. Doch der sichtbare Anstieg der Polysiliziumproduktion habe nun die Preise deutlich sinken lassen und damit auch die Gesamtkosten der siliziumbasierten Technologie. Außerdem reagiere die Solarindustrie auf das Überangebot an Modulen. In Folge seien die Preise seit Jahresanfang um zehn bis 20 Prozent gesunken, was eine sehr erfreuliche Entwicklung für die gesamte Photovoltaik sei. Es sei offensichtlich, „dass die Photovoltaik nun wieder der Lernkurve folgt“, sagte EPIA-Präsident Dr. Winfried Hoffmann.
Die Photovoltaikindustrie hofft, dass sich die Finanzierungsmöglichkeiten in den kommenden Monaten wieder verbessern. Die Photovoltaik bleibe auf jeden Fall stark, die Industrie bemühe sich weiterhin um Preissenkungen und erwarte, dass bestehende Märkte stärker erschlossen und neue Märkte hinzukommen werden, heißt es in der Pressemitteilung. EPIA betont in diesem Zusammenhang, dass die europäische PV-Industrie sich einig sei, dass Solarstrom im Jahr 2020 bis zu 12 % des europäischen Elektrizitätsbedarfs decken kann und die Photovoltaik damit ein wichtiger Energielieferant wird. „Mit unserem Engagement und mit angemessenen Rahmenbedingungen können wir die Kosten von Solarstrom jährlich um 8 % senken. Das bedeutet eine Halbierung alle acht Jahre – und ist für die Investoren mehr als verlockend“, fasste Hoffmann zusammen.
Die zweitägige Investorenkonferenz am 7. und 8. April 2009 in Frankfurt wurde gemeinsam mit der Deutsche Börse-Gruppe organisiert. Die Präsentationen sind im Internet zugänglich unter http://www.pvinvestmentconference.org/index.php?id=18

20.04.2009 | Quelle: EPIA | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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