Marktforscher iSuppli: Volle Lager der PV-Industrie lassen weiteren Preisdruck erwarten

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Das US-Marktforschungsunternehmen iSuppli Corporation (El Segundo, Kalifornien) berichtete am 27. Juli 2009, seiner aktuellen Studie zufolge habe ein massives Überangebot an Solarmodulen in Verbindung mit einer enttäuschenden Nachfrage die durchschnittliche Lagerdauer in der Photovoltaik-Branche um 64,3 Prozent erhöht, weshalb weiterhin mit erheblichem Preisdruck zu rechnen sei. Die durchschnittliche Lagerzeit bei Solarmodul- und Solarzellen-Produzenten sowie bei Polysilizium- und Wafer-Herstellern und vertikal integrierten Solarunternehmen sei im ersten Quartal 2009 auf mehr als 121 Tage gestiegen. Dieser Wert lag laut iSuppli im Vorjahresquartal bei nur 74,2 Tagen.
“Die globale Solar-Industrie hat im ersten Quartal Lagerbestände angehäuft, die der Produktion von eineinhalb Monaten entsprechen, und das innerhalb nur eines Jahres”, sagte Dr. Henning Wicht, Senior-Marktforscher für Photovoltaik (PV) bei iSuppli. “Mit der neu hinzukommenden Produktionskapazität für Polysilizium, die für dieses Jahr geplant ist, wird die PV-Branche unter zusätzlichen Preisdruck geraten, und zwar über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg”.

Langfristige Vertragsverpflichtungen sorgen für steigende Lagerhaltung und sinkende Preise
Der Spotpreis für Polysilizium, den Rohstoff für Solarzellen, wird laut Schätzungen von iSuppli bis zum Ende des laufenden Kalenderjahres auf 50 US-Dollar (35 Euro) pro Kilogramm sinken. Dies entspräche 72 Prozent Verfall im Vergleich zum Preis von 180 US-Dollar (126 Euro) pro Kilogramm Polysilizium Anfang 2009. Die produzierenden Unternehmen müssten mit der schwindenden Nachfrage zurechtkommen, die unter anderem wegen des Stillstands am spanischen PV-Markt ausgelöst worden sei, erläutert iSuppli. Dennoch seien Solarzellen-Hersteller wegen langfristiger Verträge verpflichtet, Lieferungen ihrer Polysilizium-Lieferanten anzunehmen. Die Polysilizium-Hersteller hätten erst kürzlich Milliarden in neue Fabriken investiert, weshalb sie allein zur Deckung der neuen Fixkosten produzieren müssten. Die mit am stärksten Betroffenen in der PV-Branche sind laut iSuppli die vollständig integrierten Unternehmen, wie REC, Yingli und SolarWorld. Solche Unternehmen produzieren Polysilizium, Wafer und Solarzellen. Die durchschnittliche Lagerdauer dieser Unternehmen ist laut iSuppli im ersten Quartal auf mehr als 161 Tage gestiegen, im ersten Quartal 2008 seien es noch 86 Tage gewesen.

Solarzellen- und Modulhersteller leiden unter Nachfragerückgang
Solarzellen- und Modulhersteller müssen ihre Lagerhaltung momentan ebenfalls deutlich erhöhen, berichtet iSuppli. Aktuell betrage die Lagerzeit hier 105 Tage, im dritten Quartal des Jahres 2008 lag dieser Wert noch bei 47 Tagen. iSuppli geht davon aus, dass dies zum Teil wegen des Drucks von Wafer- und Polysilizium-Herstellern geschieht, die von ihren Kunden die im Jahr 2007 und 2008 ausgehandelten Lieferverträge erfüllt sehen wollen. Außerdem müssten Polysilizium- und Wafer-Hersteller mit neu hinzukommenden Produktionskapazitäten großer bestehender sowie neuer Polysilizium-Produzenten rechnen. Diese Entwicklung könnte auf dieser Stufe der Wertschöpfungskette zu einem Tumult führen, wenn der Markt mit Überkapazitäten überschwemmt wird, wobei einige Unternehmen auch nur die Deckung der variablen Kosten anstrebten. In dieser Sparte erwartet iSuppli ein stetes Wachstum der Lagerhaltung, das auch im Jahr 2010 andauern soll. Weitere Informationen liefert die neue Marktforschungs-Studie von iSuppli mit dem Titel “The Next Bottleneck: How Far Will Solar Prices Fall in 2009?” Die Original-Pressemitteilung wurde unter http://www.isuppli.com/news.aspx veröffentlicht.

30.07.2009 | Quelle: iSuppli Corporation | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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