Photovoltaik-Hersteller SOLON: Konzernumsatz um 71 % gesunken; positiver operativer Cashflow im zweiten Quartal

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Der Berliner Photovoltaik-Hersteller SOLON SE veröffentlichte am 18. August 2009 den Zwischenbericht zum 30. Juni 2009. Die ersten sechs Monate des Jahres seien durch eine im Jahresvergleich deutlich geringere Nachfrage nach Solartechnik geprägt gewesen sowie durch einen starken Rückgang der Verkaufspreise, betont das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Während die Nachfrage nach Solarmodulen im zweiten Quartal spürbar angezogen habe, leide der Markt für solare Kraftwerkstechnik in Folge der Finanzkrise weiter unter der stark eingeschränkten Verfügbarkeit von Projektfinanzierungen für größere Photovoltaik-Projekte.

Photovoltaik-Komponenten legen zu, Systemtechnik rückläufig
Die nach wie vor angespannte Marktsituation spiegelt sich in den vorgelegten Unternehmenszahlen der SOLON SE wider: So lag der Konzernumsatz mit 119,4 Millionen Euro 71 % unter dem Vorjahr (Vorjahreszeitraum: 410,6 Mio. Euro). Die Gesamtleistung ging in den ersten sechs Monaten des Jahres um 69 % auf 136,6 Millionen Euro zurück (Vorjahreszeitraum: 446,9 Mio. Euro). Im ersten Halbjahr 2009 wurden insgesamt 39 Megawatt (MW) produziert, davon 21 MW im zweiten Quartal. Der Anteil der im Berichtszeitraum im Segment Photovoltaik-Komponenten erwirtschafteten Konzernerlöse stieg auf 67 %, während der Anteil des Segments Systemtechnik am Konzernumsatz auf 33 % zurückging. Der Anteil der im Ausland erzielten Konzernumsätze lag bei 48 %.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging auf minus 42,7 Millionen Euro zurück (Vorjahreszeitraum: 37,0 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank auf minus 52,6 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 31,5 Mio. Euro). In den Ergebnissen sind jeweils Sondereffekte in einem Umfang von -30,3 Millionen Euro aufgrund des starken Rückgangs der Verkaufspreise im ersten Halbjahr enthalten. Diese resultieren aus der Abwertung von Vorräten sowie aus dem Abverkauf von Lageraltbeständen unter Herstellungskosten.

Insolvenz der Silicium de Provence S.A.S. und Wertberichtigung österreichischen Blue Chip Energy GmbH belasten das Ergebnis
Das Finanzergebnis betrug im Berichtszeitraum minus 74,2 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: minus 4,3 Mio. Euro). Hierin enthalten sind Einmalbelastungen aus der Abwertung von Beteiligungen in Höhe von minus 64,9 Millionen Euro. Diese betreffen zum einen Belastungen aus der Insolvenz der Silicium de Provence S.A.S. Zum anderen führte die Neubewertung der indirekt gehaltenen Beteiligung an der österreichischen Blue Chip Energy GmbH zu einer Wertberichtigung in Höhe von rund 12 Millionen Euro.
Das Konzernergebnis nach Minderheiten betrug minus 110,1 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 17,9 Mio. Euro). Ohne Berücksichtigung der Einmaleffekte aus der Abwertung von Beteiligungen ergibt sich ein bereinigtes Konzernergebnis nach Minderheiten in Höhe von minus 45,2 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei minus 3,61 Euro (Vorjahreszeitraum: 1,43 Euro).

Positiver operativer Cashflow in Höhe von 29,3 Millionen Euro im zweiten Quartal
Der weitere Abbau von Forderungen aus dem Spanien- und Italiengeschäft sowie der Rückgang des Vorratsbestandes führten zu einer Verringerung des Working Capital gegenüber dem ersten Quartal 2009 sowie zu einer deutlichen Verbesserung des operativen Cashflow. Dieser verbesserte sich zum 30. Juni 2009 auf minus 10,3 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: -27,4 Mio. Euro). Im zweiten Quartal konnte ein positiver operativer Cashflow in Höhe von 29,3 Millionen Euro erwirtschaftet werden (Vorjahreszeitraum: 18,0 Mio. Euro).
Die Nettoverschuldung wurde trotz gegenläufiger Effekte aus Investitionstätigkeit in Höhe von rund 11 Millionen Euro im zweiten Quartal leicht zurückgeführt. Mit den Kredit gebenden Banken sei eine Vereinbarung über die gegenwärtige Finanzierung getroffen worden. Parallel würden derzeit Gespräche mit dem Ziel geführt, die Konzernfinanzierung auf mittelfristige Sicht zu sichern. Diese soll dem Konzern die Optimierung und Weiterentwicklung seiner Geschäftstätigkeit in einem nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ermöglichen.

Restrukturierungsprogramm gestartet
Als Antwort auf die schwache Unternehmensentwicklung seit Jahresbeginn habe SOLON im zweiten Quartal mit Unterstützung externer Berater ein umfassendes Restrukturierungsprogramm eingeleitet. Dieses umfasse sowohl verschiedene strategische Maßnahmen als auch Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur des Unternehmens, darunter die Fokussierung der Produktions- und Vertriebsaktivitäten auf die Kernmärkte Deutschland, Italien und USA, verschiedene Personalmaßnahmen (Abbau von Leih- und Zeitarbeitskräften, Einführung von Kurzarbeit an mehreren Konzernstandorten, Verzicht auf variable Gehaltsbestandteile durch das Management und große Teile der Belegschaft) sowie die Prüfung einer möglichen Ausgliederung der österreichischen Produktionsgesellschaft SOLON Hilber Technologie GmbH. Ziel der genannten Maßnahmen ist es, Kosteneinsparungen in Höhe von rund 15 Millionen Euro zu erzielen, die erstmalig im Jahr 2010 wirksam werden sollen, und somit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld zu stärken. So seien im ersten Halbjahr 2009 die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (ohne Währungsaufwendungen und Restrukturierungsaufwendungen) um rund 22% gesenkt worden.

Nachfragebelebung bei Solarmodulen für private und größere gewerbliche Aufdachanlagen
Das Unternehmen rechnet mit einer weiteren Belebung des Geschäfts im Jahresverlauf. Das Komponentengeschäft von SOLON profitiere von der spürbaren Nachfragebelebung nach Solarmodulen für private und größere gewerbliche Aufdachanlagen, insbesondere in Deutschland, wo das Segment im zweiten Quartal 2009 den Umsatz im Jahresvergleich deutlich steigern konnte. Das Geschäft mit Kraftwerkstechnik hingegen leide weiter unter der eingeschränkten Verfügbarkeit von Krediten zur Finanzierung großer Solarprojekte. Jedoch zeichne sich auch hier ein allmähliches Anziehen der Nachfrage ab. So konnte SOLON kürzlich mehrere größere Aufträge mit neuen Kunden melden. Durch den Abschluss von Verträgen mit dem kalifornischen Energieversorger PG&E und dem norwegischen Unternehmen Statkraft sei es SOLON zudem gelungen, Zugang zu einem neuen Kundensegment zu finden, das international zunehmend an Bedeutung gewinnt. Aufgrund der üblichen Vorlaufzeiten für Großprojekte würden sich die neuen Aufträge allerdings überwiegend erst ab dem Jahr 2010 umsatzseitig auswirken.

Vorstand verzichtet auf Prognose
Angesichts des weiter schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes hält es der Vorstand für angemessen, weiter auf eine aktuelle Prognose zu den Umsatz- und Ergebniserwartungen für das Gesamtjahr 2009 zu verzichten. Der vollständige Zwischenbericht der SOLON SE zum 30. Juni 2009 steht auf der Internetseite des Unternehmens zum Download zur Verfügung.

18.08.2009 | Quelle: SOLON SE | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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