Fachverband Biogas: Erneuerbare-Energien-Gesetz hilft vielen Landwirten in der Krise

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Zum Auftakt seiner bundesweiten Biogas-Tour wendet sich der Fachverband Biogas e. V. in einer Pressemitteilung massiv gegen den Bau zusätzlicher Kohlekraftwerke und eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. “Bis 2020 können die Erneuerbaren Energien 47 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland decken. Wir brauchen die Stromnetzkapazitäten für den Strom aus erneuerbaren Energien. Deshalb dürfen keine neuen Kohlekraftwerke gebaut und die Laufzeiten der Atomkraftwerke nicht verlängert werden”, fordert Josef Pellmeyer, Präsident des Fachverbandes Biogas. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müsse mit seiner Vorrangregelung und den derzeitigen Vergütungshöhen und -strukturen für Strom aus erneuerbaren Energien erhalten bleiben.
“Das EEG ist der Motor für Wachstum und Investitionen aller erneuerbaren Energien und für eine saubere dezentrale Stromversorgung, die allen Menschen nutzt und nicht nur Monopolisten bereichert”, so Pellmeyer. Mit der bundesweit angelegten Biogas-Tour, die in der Zeit vom 7. bis 17 September 2009 von München nach Berlin führt, will der Fachverband im Vorfeld der Bundestagswahl auf die Vorteile der Biogasnutzung aufmerksam machen.

Eigenständiges Einspeisegesetz für Gas aus erneuerbaren Energiequellen soll Wettbewerbsfähigkeit verbessern
Mit seiner Biogas-Tour will der Fachverband zudem die Bedeutung eines eigenständigen Einspeisegesetzes für regenerativ erzeugtes Gas (EGE) für den Wettbewerb auf dem Gasmarkt betonen. Dafür habe sich jüngst auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner stark gemacht. “Mit einem Erneuerbaren-Gas-Einspeisegesetz können wir den Erfolg des EEG vom Stromsektor auf das Gasnetz übertragen”, sagt Dr. Hans Friedmann, Vize-Präsident des Fachverbandes Biogas. Bis 2020 könnten damit 10.000 neue Arbeitsplätze in der Biogas-Branche und 10 Milliarden Euro am Standort Deutschland investiert werden.

Kontinuierliche und sichere Stromversorgung durch Biogas
Im Konzert der erneuerbaren Energien spiele der Biogas-Strom eine entscheidende Rolle, denn der Energieträger Biogas werde unabhängig von äußeren Faktoren erzeugt und sei speicherbar, heißt es in der Pressemitteilung. Der Strom aus Biogas könne daher nach Bedarf erzeugt und in das Netz eingespeist werden, beispielsweise wenn der Wind schwach wehe oder die Sonne nicht scheine. “Wir stellen mit Biogas die Regel- und Ausgleichsenergie zur Verfügung und sorgen für eine kontinuierliche, sichere Stromversorgung aus CO2-neutralen und erneuerbaren Quellen”, betont Josef Pellmeyer.

Biogas als Chance für die Landwirtschaft
Gleichzeitig sei Biogas eine effiziente Energiequelle, die lokal Wirtschafts-, Nährstoff- und Biomassekreisläufe schließe, erklärt der Fachverband. So schaffe die Nutzung der erneuerbaren Biogasenergie ein neues Standbein für viele Landwirte – gerade in Zeiten ruinöser Milch-, Getreide- und Fleischpreise, so der Verband in der Pressemitteilung. Dies sichere Einkommen und Überleben im ländlichen Raum und in der Landwirtschaft. “Biogas ist eine konkrete Chance für die Landwirtschaft und ganze ländliche Regionen – von Kohle- und Atomkraftwerken profitieren nur einige Wenige”, so Josef Pellmeyer. Mit Biogas bestehe auch die Möglichkeit, die für den Tourismus so wichtigen Grünlandregionen, wie beispielsweise das Allgäu, zu retten. Aufgrund der seit Jahren nicht auskömmlichen Milchpreise müssten immer mehr Milchviehbetriebe aufgeben und Wiesen und Weiden seien in ihrem Bestand bedroht, heißt es in der Pressemitteilung. Mit einer Biogasanlage, die mit Gras und Gülle betrieben werde, könnten Landwirte Tiefpreisphasen bei der Milch besser kompensieren und ihren Betrieb sowie wertvolle Kulturlandschaften erhalten.
Weitere Informationen zur Biogas-Tour im Internet unter http://www.biogas-tour.de

12.09.2009 | Quelle: Fachverband Biogas e. V. | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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