Marktforschung: Photovoltaik in Südeuropa sorgt für weltweites Wachstum der Solar-Branche

NULL

Italien und Frankreich konnten sich mit deutlichen Wachstumsraten kurzfristig als Motor des europäischen Photovoltaik-Markts etablieren, während Spanien aufgrund begrenzter Solar-Förderung nur ein verhaltenes Wachstum aufweisen konnte. Das Wachstum der Photovoltaik in Südeuropa, mit einer bis zum Jahr 2020 vorhergesagten installierten Leistung von 38 Gigawatt (GW), könnte dem globalen Markt den Weg aus seiner aktuellen Krise weisen, so ein Ergebnis der neuen Studie des Marktforschungsunternehmens Emerging Energy Research (EER; Cambridge, Massachusetts und Barcelona, Spanien).
Nach Deutschland, das 2009 mit 67 % der neu installierten Photovoltaik-Leistung führender Solarstrom-Markt Europas ist, rechnen die Marktforscher für Südeuropa mit einem Anteil von 25 % am europäischen Markt. EER erwartet in Südeuropa bis 2020 eine installierte PV-Nennleistung von 47 GW, was im Vergleich zu den derzeit installierten 9 GW ein erhebliches Wachstum bedeute. Wesentlich hierfür sind laut EER die Verlässlichkeit der Solarstrom-Einspeisetarife, langfristige nationale Zielvorgaben für die Photovoltaik und eine unbeständige Strompreisentwicklung.

Italien wird den südeuropäischen PV-Markt anführen, deutliches Wachstumspotenzial in Frankreich
Das Interesse etablierter europäischer Versorgungsunternehmen und unabhängiger Energieproduzenten an der Photovoltaik verhilft dem südeuropäischen PV-Markt laut EER zu mehr Glaubwürdigkeit. Italien wird laut Prognose aufgrund seiner soliden Einspeisetarife kurzfristig der stärkste südeuropäische Markt werden. Mit klaren staatlichen Initiativen und seinem verlässlichen und transparenten System von Förderprogrammen für die Photovoltaik hat auch Frankreich eine gute Grundlage geschaffen, um sich in Europa als stabiler Solar-Markt zu etablieren. Für Frankreich rechnet EER nach einer relativ trägen Marktentwicklung, die sich bis zum Juni 2009 in nur 128 Megawatt (MW) neu installierter Photovoltaik-Kapazität niederschlug, künftig mit starker Aktivität. Bis 2012 sei eine jährlich neu installierte Nennleistung von mehr als 800 MW in Frankreich möglich. In Spanien, das den weltweiten PV-Markt im Jahr 2008 mit einer installierten Leistung von 2,8 GW beherrscht hat, erwartet EER wegen der staatlichen Neufassung der Einspeisetarife im September 2008 nur 125 MW neu installierter PV-Kapazität. EER geht aber davon aus, dass es in Spanien für größere Unternehmen nach wie vor gute Geschäftsmöglichkeiten gibt. Sie könnten bereits genehmigte Projekte übernehmen, die von den ursprünglichen Entwicklern nicht mehr verwirklicht werden können.

Klare Einspeisetarife und Überwindung von Genehmigungs-Hürden entscheidend für breitere Nutzung der Photovoltaik
“Der Erfolg der europäischen Photovoltaik-Branche hängt von Solar-Einspeisetarifen und von der Planungssicherheit für Entwickler ab”, sagte EER-Forschungsdirektor Reese Tisdale. “Plötzliche Tarifwechsel wirken sich entscheidend auf die Umsetzung von Photovoltaik-Projekten aus. Dies war im sprunghaften spanischen Markt ebenso zu beobachten wie anhand der positiven Entwicklung in Frankreich und Italien”. Laut Marktstudie kämpft Griechenland mit Problemen beim Genehmigungsverfahren, könnte aber an der Schwelle stehen, sich als südeuropäischer Wachstumsmarkt zu etablieren. Die griechische Regierung bemühe sich um Strategien zur Förderung des PV-Markts, ohne die Fehler Spaniens zu wiederholen. Deshalb werde in Griechenland im Jahr 2010 mit einem starken Wachstum gerechnet. Dies hängt laut EER jedoch davon ab, ob die Behörden die derzeit zur Genehmigung anstehenden Photovoltaik-Projekte mit einer Gesamt-Nennleistung von 3,7 GW bearbeiten können wird. “Der griechische Markt ist an einem Scheidepunkt. Entweder wird er im Jahr 2010 explodieren oder an der griechischen Bürokratie scheitern”, so Tisdale. Die Studie “Southern Europe Solar PV Markets and Strategies: 2009-2020” ist ab sofort bei EER erhältlich.

16.12.2009 | Quelle: EER | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen